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Melis Ntente ist für den hr-2-Literaturpreis nominiert. foto: privat

Wettbewerb

Kelsterbach: Melis Ntente ist für den hr-2-Literaturpreis nominiert

20-Jährige schreibt schon seit ihrer Kindheit Gedichte - Online für Teilnehmer abstimmen

In der Grundschule, gerade mal acht Jahre alt, hat sie ihre ersten Gedichte geschrieben. Nun wurde die inzwischen 20 Jahre alte Melis Ntente für den hr-2-Literaturpreis nominiert, nachdem sie beim Wettbewerb "Junges Literaturforum Hessen-Thüringen mit drei Gedichten den ersten Platz belegt hatte. Für sie ein besonderer Erfolg, denn seit einigen Jahren beteiligt sie sich am Jungen Literaturforum, dieses Jahr erhielt sie erstmals einen Preis. Dieses Jahr gab es rund 400 Bewerber, von denen die zehn besten Einsender mit ihren Arbeiten ausgewählt wurden.

Nun ist Melis Ntente gespannt, wie sie beim Literaturpreis des Hessischen Rundfunks abschneidet, denn es handelt sich um ein Online-Voting. Wer die meisten Stimme erhält, hat gewonnen: einen Geldpreis von 500 Euro und die Möglichkeit, einige Werke in Sendungen von hr-2-Kultur vorzustellen. Spätestens am 4. Juni wird sie wissen, wie sie abgeschnitten hat. Sie hofft, dass möglichst viele Menschen sie auf der Internetseite von hr2 unterstützen und ein Votum für sie abgeben.

Melis Ntente würde auf diesem Weg ihre Gedichte gerne mehr Menschen zugänglich machen, zumal sie das Ziel verfolgt, einen Gedichtband zu veröffentlichen.

Ein weiterer Höhepunkt ist für die junge Kelsterbacherin, die in Rüsselsheim geboren wurde, die Teilnahme am Rüsselsheimer Kultursommer. Am 30. Juni wird sie zusammen mit der Förderstipendiatin 2018 der Stadt Rüsselsheim, Rania Daoudi, mit der sie befreundet ist, aus ihren Werken vorlesen.

Melis Ntente, die im zweiten Semester Onlinejournalismus an der Hochschule Darmstadt studiert und als freie Mitarbeiterin beim Rüsselsheimer Echo arbeitet, schreibt Gedichte zu den Themen Liebe und Freundschaft, immer mehr aber auch über politische Themen, über Erfahrungen und Gefühle von Menschen mit Migrationshintergrund (sie selbst hat griechische Wurzeln), gelegentlich aber auch über Religion, vor allem über den Islam, denn sie selbst ist Muslima.

"Ich versuche überall, Inspirationen zu finden", erzählt die Jungautorin. Sei es in Gesprächen mit Freunden und Freundinnen oder bei einem einsamen Waldspaziergang. "Manchmal kommen die Ideen angeflogen, wenn ich am Schlafen bin." Oft helfe ihr auch das Lesen literarischer Werke wie Romane oder Gedichtbände.

Gefühle verarbeiten

Schon in der Grundschule habe sie in Deutschbüchern gestöbert und dort die Gedichte herausgesucht. "Ich las sie sogar auf dem Klo, weil ich nicht davon wegkam." Ihr erstes Gedicht schrieb sie über eine Maus im Haus auf der Suche nach Speck.

"Ich schrieb damals eher aus Langeweile", erinnert sie sich an ein Ereignis, als sie neun Jahre alt war. Sie habe nach einem Regenguss auf einen Regenbogen gewartet, dieses Erlebnis in einem Gedicht verarbeitet und in der fünften Klasse den Sonderpreis eines Lyrikwettbewerbs errungen. "Heute hilft mir das Schreiben beim Verarbeiten von Gefühlen, beim Sortieren meiner Gedanken. Manchmal will ich gar nicht schreiben, aber ich habe den starken Drang, es tun zu müssen."

Warum sie ausgerechnet Gedichte schreibt und nicht malt oder singt, begründet sie ganz einfach. "Ich bin eine totale Niete im Zeichnen und wäre wegen des Fachs Kunst in der 9. Klasse beinahe sitzengeblieben." Sie sei "begeistert von Worten, weil sie so viel Macht in sich tragen", erzählt sie. "Ein Satz kann unser gesamtes Leben verändern, ins Gute oder ins Schlechte."

Und sie weiß: "Worte machen die schönsten Liebeserklärungen." red

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