Das Hochzeitspaar hatte zum Feiern ins Congresium eingeladen. Unter den Gästen befand sich eine an Covid-19 erkrankte Frau.	foto: lp
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Das Hochzeitspaar hatte zum Feiern ins Congresium eingeladen. Unter den Gästen befand sich eine an Covid-19 erkrankte Frau. foto: lp

Covid-19

Kreis Groß-Gerau: Lehrerin bei Hochzeit mit Corona infiziert

  • vonUwe Grünheid
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Nach der Hochzeit in Kelsterbach mit einer Corona-Infizierten steigt die Zahl der Fälle. Auch eine Lehrerin ist infiziert.

  • Nach einer Hochzeitsfeier steigt im Kreis Groß-Gerau die Zahl der Corona-Infektionen.
  • Auch eine Lehrerin ist nach aktuellen Erkenntnissen unter den Infizierten.
  • Derzeit werden mögliche Kontakte der Betroffenen nachverfolgt.

Kelsterbach/Mörfelden-Walldorf - Eine Hochzeit ist an sich ein Ereignis, an das sich jeder gerne erinnert. Doch die Hochzeit eines Paares könnte so manchem schwer im Magen liegen, denn eine Frau war an Covid-19 erkrankt und steckte mehrere der Hochzeitsgäste an. Bislang sind 16 Personen positiv getestet worden, von denen eine stationär in einem Rüsselsheimer Klinikum aufgenommen wurde, erklärte Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (Grüne), zugleich auch Gesundheitsdezernent des Kreises.

Feiern mussten trotz Corona nicht angemeldet werden

Die standesamtliche Eheschließung erfolgte in einem kleinen Rahmen in einem Standesamt in Mörfelden-Walldorf, danach ging es zum Feiern in das Congresium auf dem Mönchhof-Gelände in Kelsterbach. Allerdings wurde diese Feier auf zwei Wochenenden gelegt, einmal am ersten Augustwochenende mit rund 100 Gästen und ein weiteres Mal am darauffolgenden Wochenende mit rund 200 Gästen.

Da beide Feiern unterhalb der Grenze von 250 Personen lagen, mussten sie nicht angemeldet werden, so Astheimer, und am Hygienekonzept der Veranstalter sei nichts auszusetzen gewesen. Auch sonst habe sich der Veranstalter sehr umsichtig gezeigt, so dass 160 Teilnehmer der Feiern namentlich bekannt seien, die sich alle selbstverständlich in Quarantäne befinden.

Lehrerin in Mörfelden-Walldorf mit Corona infiziert

Allerdings sei eine der infizierten Personen Lehrerin an der Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf. Das hatte zur Folge, dass auch ihre gesamte Klasse in Quarantäne geschickt wurde und in der Schule auch während des Unterrichts Maskenpflicht besteht. Schlimmstenfalls, so Astheimer, könnte auch die ganze Schule unter Quarantäne gestellt werden.

Nachdem die ersten Infektionen festgestellt wurden, ist nun seit Mittwoch das Kreisgesundheitsamt mit acht Mitarbeitern intensiv mit der Nachverfolgung der Corona-Fälle beschäftigt. Dabei geht es auch um die Frage: Wo kam der erste Erreger her? Außerdem gilt es, die weiteren Gäste, die nicht nur aus dem Kreis Groß-Gerau kamen, sondern auch aus Nachbarkreisen und sogar aus anderen Bundesländern, zu befragen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Dazu seien zahllose Telefonate erforderlich.

Dezernent hofft auf Eingrenzung des Corona-Ausbruchs im Kreis Groß-Gerau

Der Gesundheitsdezernent hofft, dass es gelingt, den Kreis der Infizierten einzugrenzen, um eine Verschärfung der Auflagen zu vermeiden. Eine zweite Welle der Corona-Erkrankungen dürfe es nicht geben, sagte Astheimer, der dazu aufforderte, dass jeder sich genau überlegen müsse, ob so große Feiern in dieser Zeit angemessen seien. Er forderte die Bürger auf, sich umsichtig zu verhalten, denn trotz Abstandsregeln könne sich jeder anstecken, und die Corona-Erkrankung habe zuweilen schwerste Langzeitfolgen.

Im Kreis Groß-Gerau liege die Inzidenz derzeit bei 25,4, das heißt, dass auf 100 000 Einwohner 25,4 Infizierte kommen, erläutert Astheimer. Insgesamt habe es im Kreis 729 an Covid-19 Erkrankte gegeben, von denen 585 inzwischen wieder genesen sind, so dass sich aktuell 129 Menschen in Quarantäne befinden. Außerdem weist die Statistik 15 Todesfälle aus. (Von Uwe Grünheid)

Nach einer weiteren großen Hochzeitsfeier sind auch in Wiesbaden viele Corona-Fälle aufgetreten.

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