+
Das Gebäude der Feuerwehr in Kelsterbach entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen und war deshalb Thema im Parlament.

Freiwillige Feuerwehr

Die Kelsterbacher Wehr für die Zukunft rüsten

  • schließen

Die Freiwillige Feuerwehr Kelsterbach genießt eine hohe Wertschätzung. Dies belegten die Redebeiträge während der Sitzung des Stadtparlaments im Fritz-Treutel-Haus, in dem es um die Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans für die Feuerwehr ging. Weiteres Thema war die Änderung des Bebauungsplans Länger Weg III.

Die Leistungen der Freiwilligen Feuerwehr Kelsterbach verdienen höchste Anerkennung. Darüber waren sich die Mitglieder des Stadtparlaments der Untermainstadt quer durch alle Fraktionen einig. Dementsprechend wurde die Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans für die Feuerwehr der Stadt auch einstimmig beschlossen.

Einleitend war Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) auf einige Aspekte dieses 75 Seiten umfassenden Plans eingegangen. Die technische Ausrüstung der Wehr befinde sich auf einem guten Stand, so das Stadtoberhaupt. Dies gelte sowohl für die Gerätschaften als auch für die Fahrzeuge. Dennoch bleibe es nicht aus, dass Fahrzeuge ersetzt werden müssen. So werde für das Haushaltsjahr 2019 das Geld für die Anschaffung eines neuen Rüstwagens in den Etat eingestellt.

Dagegen entspreche das Gebäude nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Dies solle in den kommenden Jahren entsprechend der Planungsvorgaben angegangen werden.

Ein weiteres Problem sei, dass es nicht genug aktive Feuerwehrleute gebe, vor allem tagsüber, führte Ockel aus. Daher sei es an der Zeit, sich dezidiert Gedanken darüber zu machen, den Nachwuchs zu sichern. „Sonst bringen wir die Feuerwehr in Gefahr.“ Eine Möglichkeit sieht er darin, eine weitere Kindergruppe zu gründen. Eine weitere sei es, Firmen zu gewinnen, die dem Einsatz von Feuerwehrleuten positiv gegenüberstehen. „Wir müssen dafür werben, damit die Feuerwehr leistungsfähig bleibt.“ Auch an eine Aufwandsentschädigung für die Brandbekämpfer werde nachgedacht.

Wichtig sei weiterhin die Entlastung des Stadtbrandinspektors und seines Teams, sagte der Bürgermeister und betonte, dass dieses Ziel auch mit der Bauplanung zu erreichen sei. Daher dürfe dieser Plan nicht in einer Schublade landen, denn die Entwicklung gehe weiter. Jürgen Zeller, Fraktionsvorsitzender der SPD, war voll des Lobes für die Freiwillige Feuerwehr Kelsterbach. „Man kann nur dankbar über diese Feuerwehr sprechen“, sagte er und würdigte die „aufopferungsvolle, effektive und effiziente Leistung“ der Wehr. Daher müsse alles getan werden, um sie zu unterstützen und zu fördern, um sie den Anforderungen der Zukunft in einer 17 000 Einwohner zählenden Kommune anzupassen.

Uwe Albert, Fraktionsvorsitzender der CDU, führte aus, dass dieser Bedarfs- und Entwicklungsplan die Voraussetzung für Zuschüsse des Landes Hessen sei. Um so bedauerlicher sei es, dass es an Personal mangele, zumal Kelsterbach bei den Risikokategorien (Brandschutz, technische Hilfe, atomare, biologische und chemische Gefahren sowie Wassernotfälle) überall in der höchsten Gefährdungsstufe rangiert. Daher sei es notwendig, die Firmen für die Arbeit der Feuerwehr zu sensibilisieren. Auch einer Aufwandsentschädigung für die Blauröcke steht Albert positiv gegenüber.

Bruno Zecha, Fraktionsvorsitzender der Wählerinitiative Kelsterbach (WIK), bedauerte, dass seine Vorredner im inhaltlich nicht viel Stoff übriggelassen hatten. Er dankte der Feuerwehr für ihre große Einsatzbereitschaft und bestätigte ihr eine hervorragende Darstellung der aktuellen Situation der Wehr in der Untermainstadt.

In einem weiteren Punkt der Sitzung des Stadtparlaments ging es um eine Änderung des Bebaungsplans Länger Weg III, konkret um den geplanten Neubau der Karl-Treutel-Schule und dafür erforderliche Grünflächen. Hier kritisierte Christian Hufgard (WIK), dass den Grundeigentümern im Bebauungsgebiet 40 Prozent ihrer Grundstücke für die Erschließung abgenommen worden seien und vermutete, dass diese Flächen für die Grünanlagen der Schule verwendet werden.

Dem hielt Bürgermeister Ockel entgegen, dass diese Grünflächen für die Schule nichts mit der Erschließung zu tun haben. „Grundeigentümer müssen nichts für den Schulbau zahlen“, betonte er. Deren Flächen seien einzig für den Bau von Straßen und Betriebsflächen bestimmt. Für die Änderung des Bebauungsplans votierten 18 Parlamentarier, 4 stimmten dagegen, ein Mitglied des Parlaments enthielt sich der Stimme.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare