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Auf der grünen Insel zwischen Südlicher Ringstraße, Einmündung Kleiner Kornweg und Waldstraße will die Stadt Kelsterbach ein Gebäude mit 22 Sozialwohnungen erstellen. Links hinten sind die neu erbauten Häuser der NH zu erkennen.

Modulbauweise

Stadt baut 22 neue Sozialwohnungen

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Das Kelsterbacher Stadtparlament beschloss die Auftragsvergabe für ein Gebäude in der Waldstraße, in dem 22 Sozialwohnungen entstehen sollen. Bereits im Herbst soll das neue Gebäude bezugsfertig sein.

Die Tagesordnung der Sitzung des Stadtparlaments im Fritz-Treutel-Haus war nicht sehr umfangreich. Daher ging Stadtverordnetenvorsteherin Helga Oehne (CDU) vor Beginn der Sitzung von einer recht raschen Abhandlung der sieben Tagesordnungspunkte aus. Und sie sollte recht behalten: Nach etwa 45 Minuten schloss sie den öffentlichen Teil der Sitzung.

Zum ersten Tagesordnungspunkt, der Auftragsvergabe für den Neubau von 22 Sozialwohnungen in der Waldstraße, ergriff Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) das Wort. In knappen Worten stellte er das rund 4,7 Millionen Euro teure Projekt vor und wies auf eine große Anzahl von Wohnungssuchenden in Kelsterbach hin. Um dieses Projekt schnell umsetzen zu können, habe sich die Stadt bei der Auftragsvergabe für die Firma VarioHome aus dem Allgäu entschieden, die das neue Gebäude in Modulbauweise errichten wird, so dass es bereits im Oktober/November dieses Jahres bezugsfertig sein werde.

Komplett barrierefrei

Geplant seien Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen von 48,9 bis zu 90,2 Quadratmeter Grundfläche. Außerdem werde das Gebäude mit einer Aufzugsanlage ausgestattet, so dass es komplett barrierefrei genutzt werden kann. Da das Gebäude einen wesentlich besseren Energiestandard ausweisen werde, als ursprünglich geplant, werde die Stadt noch prüfen, ob zusätzliche Zuschüsse für den Bau beantragt werden können.

Zwar kritisierte Christian Hufgard von der Wählerinitiative Kelsterbach (WIK) das Fehlen von Trockenräumen und einem Fahrradabstellplatz, kündigte aber aufgrund der Wohnraumsituation in Kelsterbach dennoch die Zustimmung seiner Fraktion an. Die Auftragsvergabe wurde schließlich bei zwei Enthaltungen angenommen.

Quasi passend zu dieser Entscheidung beantwortete die Stadt sehr ausführlich eine Anfrage der WIK zum Thema Wohnraum in Kelsterbach, in der es in erster Linie um Sozialwohnungen geht. In dieser Antwort wird ausgeführt, dass es derzeit in Kelsterbach 442 Sozialwohnungen der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Kelsterbach (GBK), der Nassauischen Heimstätte (NH) und der Stadt Kelsterbach gebe, für welche die Stadt ein gesetzliches Belegungsrecht hat. Darüber hinaus habe die Stadt für zusätzliche 477 frei finanzierte Wohnungen von der GBK und der NH die Belegungsrechte erworben.

Sozial verträgliche Mieten

Damit besitze die Stadt von den etwa 1800 Wohnungen, die sich im Besitz der GBK, der NH und der Stadt befinden, die Belegungsrechte. Doch auch für die restlichen rund 900 Wohnungen werden von den Gebäudeeigentümern sozial verträgliche Mieten erhoben. In dem Antwortschreiben wird dezidiert darauf hingewiesen, dass die Durchschnittsmieten der drei Wohnungsanbieter unter sechs Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegen.

Konkret wird in den Ausführungen der Stadt belegt, dass sich der Bestand an Sozialwohnungen in der Untermainstadt von 1255 Sozialwohnungen im Jahr 1989 kontinuierlich auf aktuell 442 verringert hat. Dieser Trend werde sich, so die Prognose der Stadt, auch weiterhin fortsetzen, so dass es im Jahr 2050 nur noch etwa 140 Sozialwohnungen geben werde. Die Zahl der Belegungsrechte werde sich im gleichen Zeitraum von aktuell 477 auf 364 verringern.

Der Vorlage der Stadt ist weiter zu entnehmen, dass auf der Liste der Stadt derzeit 592 Wohnungssuchende geführt werden. Die Wartezeit für registrierte Wohnungssuchende betrage durchschnittlich viereinhalb Jahre. Im Weiteren wird betont, dass Kelsterbach im Vergleich mit anderen Städten einen überdurchschnittlichen Bestand an sozialgebundenen Wohnungen habe. So verfüge die Stadt Raunheim derzeit lediglich über 99 Sozialwohnungen.

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