+
Die Zukunft des Kiosk in der Niederhölle ist ungewiss. Doch Betreiber Mehmet Karaüzüm öffnet täglich seinen Kiosk.

Keine Entscheidung

Kiosk-Zukunft bleibt ungewiss

  • schließen

Noch gibt es keine Entscheidung über die Zukunft des Kiosks in der Niederhölle, der für den Bürgertreff Mainhöhe Platz machen soll. Noch gelte es, das Pachtverhältnis zu klären. Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) rechnet damit, dass eine gerichtliche Klärung noch im ersten Quartal dieses Jahres erfolgen wird.

Mehmet Karaüzüm, Kioskbetreiber in der Niederhölle, öffnet nach wie vor täglich seinen Kiosk, obwohl ihm von der Stadt Kelsterbach zum 31. Dezember 2018 gekündigt worden war. Der Grund für die Kündigung: Der Kiosk soll weg, er soll Platz machen für den Bürgertreff Mainhöhe. Denn der steht derzeit auf einem Areal, auf dem die Nassauische Heimstätte (NH) einen Neubau errichten will (wir berichteten).

Dazu führte Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) aus, dass momentan noch alles in der Schwebe ist. Zunächst müsse nämlich erst einmal das Pachtverhältnis geklärt werden. Denn in dem Pachtvertrag mit dem Vorbesitzer des Kiosks solle Mehmet Karaüzüm ein Vorkaufsrecht eingeräumt worden sein. Doch dieser Vorbesitzer soll, so habe Karaüzüm erklärt, den Kiosk an die Stadt verkauft haben, ohne dieses Vorkaufsrecht zu berücksichtigen. Dies müsse jetzt vor Gericht geklärt werden, so Ockel.

Keine einfache Suche

Zugleich weist der Bürgermeister darauf hin, dass die Stadt nicht unter Druck stehe. Nach den Plänen der NH soll mit dem Neubau 2020 begonnen werden. Doch zuvor gelte es, für die Bewohner des Gebäudes, an dessen Stelle der Neubau errichtet werden soll, Ersatzwohnungen zu finden.

Doch diese Suche erweise sich keineswegs als einfach, zumal die Bewohner des Altbaus in Kelsterbach bleiben wollen. Dies sei durchaus verständlich, sagte Ockel, denn diese Menschen hätten in Kelsterbach ihren Lebensmittelpunkt, ihren Freundeskreis, die Kinder besuchen im Ort die Kindertagesstätten und Schulen. Daher können sie auch nicht einfach in freie Wohnungen der NH etwa in Hattersheim umgesetzt werden. Gegebenenfalls müsse dann auch der Zeitplan für den Neubau diesen Gegebenheiten angepasst werden. Mit einer gerichtlichen Klärung des Pachtverhältnisses mit Mehmet Karaüzüm rechnet Ockel noch im ersten Quartal dieses Jahres.

Wichtige soziale Funktion

Die Kündigung hatte Karaüzüm, der den Kiosk seit 1995 betreibt, bereits im Juni des vergangenen Jahres erhalten und daraufhin einen Anwalt mit der Wahrung seiner Rechte beauftragt. Parallel dazu entwickelte sich im Quartier Niederhölle, das in Mainhöhe umgenannt wurde, eine Initiative, die sich mit dem Argument für den Erhalt des Kiosks einsetzt, er habe eine wichtige soziale Funktion und sei ein Treffpunkt für die Quartiersbewohner.

Annähernd 100 Menschen versammelten sich Anfang Dezember 2018 am Kiosk und demonstrierten mit Transparenten mit Aufschriften wie „Finger weg von unserem Kiosk, Herr Ockel“. Ähnlich lautete auch der Text auf einem Transparent, dass Bewohner des Quartiers während der Dezember-Sitzung des Stadtparlaments im Fritz-Treutel-Haus in die Höhe hielten. Obwohl derartige Kundgebungen in öffentlichen Sitzungen des Gremiums unzulässig sind, rügte Stadtverordnetenvorsteherin Helga Oehne (CDU) dieses Verhalten nicht, sondern ignorierte es ebenso wie die meisten der Stadtverordneten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare