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In enger Abstimmung: GMF-Projektleiter Thomas Eichhorn und Bürgermeister Manfred Ockel beim Haupt- und Finanzausschuss.

Bilanz der Betreibergesellschaft

Kosten des Sport- und Wellnessbades sind gestiegen

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Schwimmbäder scheinen das Gegenteil einer Goldgrube zu sein, dies mussten auch die Kelsterbacher Stadtverordneten im Finanzausschuss feststellen. Mit 1,558 Millionen Euro muss die Stadt die Betreibergesellschaft GMF des Bades für 2016 bezuschussen.

Besonderer Diskussionspunkt in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Kelsterbach am Donnerstagabend waren die Bilanzzahlen des Sport- und Wellnessbades. Während die SPD-Mitglieder keinen Diskussionsbedarf sahen – es nütze ja ohnehin nichts – regte sich auf der Gegenseite Klärungsbedarf.

Zur sachlich einwandfreien Klärung aufkommender Fragen hatte Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) nicht nur Sebastian Poppek, den Betriebsleiter des von der Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen (GMF) geführten Kelsterbacher Sport- und Wellnessbades, mit an seine Seite bestellt, sondern auch den zuständigen Projektleiter Thomas Eichhorn aus der GMF-Zentrale im fernen Neuried.

Dass das Sport- und Wellnessbad keine Goldgrube werden würde war allen klar, die damals für den verkleinerten Neubau stimmten. Mit einem Allwetter-Bad sollten jedoch die Ausfallmonate Oktober bis April, die ein Freibad nun mal zu verzeichnen hat, gemildert werden. Wurde anfangs von einem „Zuschuss“ seitens der Stadt Kelsterbach von rund 800 000 Euro jährlich ausgegangen, so überstieg das betriebliche Negativergebnis bald die Euro-Millionengrenze. Für das Jahr 2016 weist der Rechenschaftsbericht Einnahmen von 1,611 Millionen Euro auf, auf der Ausgabenseite stehen jedoch 2,868 Millionen Euro. Im Saldo ergibt sich ein Zahlungsmittelbedarf von 1,257 Millionen Euro. Hinzu kommen 153 357 Euro für die Tilgung von Krediten, sowie weitere 147 575 Euro an Investitionen. Somit addiert sich der Zuschuss, den die Stadt Kelsterbach für das Bilanzjahr 2016 aufzubringen hat, auf stolze 1,558 Millionen Euro.

Aus den Zahlen wird offensichtlich, dass wieder einmal die Reparatur des als „technisches Wunderwerk“ hoch gepriesenen Cabrio-Dachs nicht nur Geld gekostet sondern auch über mehrere Wochen den Badebetrieb im Inneren beeinträchtig hat. Dort musste nämlich ein großes Gerüst aufgestellt werden um die Nachbesserungsarbeiten fachgerecht ausführen zu können. „Für das Jahr 2017 hoffen wir, dass wir die Betriebsfreigabe für das ausfahrbare Dach und einen besseren Sommer als in 2016 bekommen“, ist im Geschäftsausblick der GMF zu lesen.

Für Uwe Albert (CDU) war nicht nachvollziehbar weshalb im Geschäftsbericht seitens der GMF keine Planzahlen enthalten sind. „Diese haben wir zwar intern, aber nicht in der Bilanz ausgewiesen“, erklärte Thomas Eichhorn. Hubert Ley (CDU) wollte ergründen, weshalb die Nutzerbefragung bei der Freundlichkeit ein sehr gut (50 Prozent) und gut (50 Prozent), aber bei der Sauberkeit mit 12,5 Prozent nur ein „befriedigend“ erhielt. Das Preis-Leistungsverhältnis wurde von 14,29 Prozent der Besucher mit „sehr gut“, von 71 Prozent mit „gut“ und von 14,29 Prozent mit befriedigend beurteilt. Nicht nur für Hubert Ley war die Beurteilung der Sauna, die von 50 Prozent mit „sehr gut“, von 33,33 mit „gut“ aber von 16,67 Prozent mit „mangelhaft“ bezeichnet worden war, etwas verwunderlich. Hierzu gab es keine eindeutige Erklärung. „Wir haben in den letzten Wochen nur ganz wenige Rückläufer der Bewertungskarten erhalten und werden, wie bereits in anderen von uns betriebenen Bädern hier auf eine moderne Variante umstellen“, erklärte Thomas Eichhorn. Wie Bürgermeister Manfred Ockel bestätigte, werden bereits in der nächsten Woche Tablets mit Touchscreen-Display für das neuen Bewertungsportal installiert.

Die Sauna, einst als Vorzeige-Einrichtung angepriesen, ist jedoch mittlerweile zum „Sorgenkind“ des Sport- und Wellnessbades geworden. Die Besucherzahlen gingen spürbar zurück, daran änderten auch günstigere Preise wenig. Somit fielen die Einnahmen aus dem Sauna-Areal von 317 461 Euro in 2015 auf 241 506 Euro im Berichtsjahr 2016. Der größte Rückgang der Besucher ist bei „Schulen und Vereine“ zu verzeichnen. Dies begründete Eichhorn mit der Wiedereröffnung des Schwimmbades in Groß-Gerau, wodurch auswärtige Schulen weniger nach Kelsterbach kämen. „Nach sieben Jahren kommt so eine Einrichtung langsam in die Phase, in der immer wieder mal was erneuert werden muss“, stimmte Eichhorn die Ausschussmitglieder abschließend schon mal auf weiteren Finanzbedarf ein.

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