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Kreisel soll eine Bienenweide werden

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Von: Leo Postl

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Wildkräuter sind so hoch gewachsen, dass die „Wellen“ am Werk „Perle am Untermain“ nicht mehr zu sehen sind. Jetzt sollen sich dort Bienen tummeln dürfen.

Der Kreisverkehrsplatz „Perle am Untermain“ sollte ein optischer Blickfang am westlichen Stadteingang werden. Mit großem Aufwand wurde dort ein recht teures Kunstwerk inmitten der Kreisverkehrsfläche platziert. Damit dieses auch ordentlich zur Geltung kommt, wurde die Fläche selbst mit einer Schüttung aus groben Kieselsteinen versehen. Diese sollte verhindern, dass sich dort die wilde Natur breit macht. Bereits nach einen Jahr zeigte sich jedoch ein anderes Bild, es wuchsen erste Wildkräuter.

Und zwar so hoch, dass die „Wellen des Maines“ kaum noch zu sehen sind. Im vergangenen Jahr, aufgrund eines Berichts dieser Zeitung, hatte die Stadt eine Begehung mit Fachleuten angekündigt. Es sollte, so die Pressemitteilung der Stadt, eine Lösung nach einer Verbesserung gesucht und diese dann auch umgesetzt werden. Ob die Begehung auch stattgefunden hat, ist nicht bekannt. Getan hat sich jedenfalls nichts.

Unerwünschte Pflanzen

Kürzlich verschickte die Stadt eine Pressemitteilung zur Situation am Kreisel: Sie soll eine Bienenweide werden. „Nach der Entfernung unerwünschter Pflanzen sind Gräser und Kräuter stehen geblieben, die als Grundstock für die Bienenweide dienen“, heißt es in der Pressemitteilung. Ob die „unerwünschten Pflanzen“ den Bienen dennoch gefallen hätten, wurde nicht berücksichtigt.

„Den Kreisel ständig von Bewuchs frei zu halten ist auf Dauer kaum leistbar, denn immer wieder werden Samen angeweht, die sich als Pionierpflanzen ausbreiten“, heißt es weiter. Fakt ist, dass es in Kelsterbach ein Beispiel gibt, dass dies perfekt funktioniert – siehe am Bahnhof. Fakt ist aber auch, dass dafür die Voraussetzungen geschaffen sein müssen.

Beim Bau des Kreisverkehrsplatzes scheinen jedoch gleich mehrere Unzulänglichkeiten zusammen gekommen zu sein. Korrekt wäre es gewesen, eine Nachbesserung zu erwirken, um jenen Zustand herzustellen, so wie er angedacht war. Dies ist eigentlich Aufgabe der Verwaltung, die den Bürgern gegenüber in der Pflicht steht, dass ordentlich mit deren Geld umgegangen wird. „Leider ist auf politischem Weg hier nichts zu erreichen, da das Mehrheitsverhältnis aus SPD und CDU ja alle Reklamationen abschmettert“, bedauert auch Bruno Zecha (WIK) – der im Prinzip für eine Bienenweide ist. „Diese hätte man aber wesentlich billiger haben können“, so Zecha.

Wenige Blüten

Derzeit zeigt sich ein ziemlich unwürdiges Bild der „Perle am Untermain“. Die unerwünschten Pflanzen wurden hinten den „Wellen“ des Maines deponiert und sorgen so für weiteren Grundstoff des (unerwünschten) Wachstums. Nun sollen dort – eigens in Gärten von Nabu-Aktivisten herangezogene – Pflanzen eingebracht werden. Zu sehen ist jedoch noch nichts. Diese „Neulinge“ müssten zudem gewässert und im September soll der „Magerrasen“ geschnitten werden. Ein maschineller Einsatz ist wegen der Steine kaum möglich.

In der Pressemitteilung ist auch von der Freude des Tierschutzvereins die Rede, da dessen Bienen einen weiteren Nahrungsgrund hätten. Fraglich ist allerdings, ob die Bienen den weiten Flug von der Stadtmitte in den Westen von Kelsterbach finden, um dort die wenigen Blüten zu besuchen.

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