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Die Kelsterbacher CDU-Spitze mit Landtagsabgeordneter: Stadtverordnetenvorsteherin Helga Oehne (von links), stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender Frank Wiegand, Sabine Bächle-Scholz, Stadtverbandschef Uwe Albert und Fraktionsvorsitzende Christine Breser.

Landtagswahl

„Die Menschen zu den Urnen bringen“

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Für die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Bächle-Scholz ist es das oberste Ziel, die Menschen bei der Landtagswahl zum Urnengang zu motivieren und die AfD zurückzudrängen. Das machte sie bei der Mitgliederversammlung der Kelsterbacher Christdemokraten deutlich.

Die Mitgliederversammlung des Kelsterbacher CDU-Stadtverbandes am Donnerstagabend im Hessensaal des Fritz-Treutel-Hauses stand ganz im Eindruck der bevorstehenden hessischen Landtagswahlen am Sonntag, 28. Oktober. So war es wenig verwunderlich, dass nicht Uwe Albert, der Stadtverbandsvorsitzende der Christdemokraten, die Regie führte, sondern die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Bächle-Scholz die Versammlung leitete. „Wir haben bei der vergangenen Wahl mit 286 Stimmen den Wahlkreis gewonnen, was keiner für möglich hielt. Diesen tollen Erfolg möchte ich wiederholt sehen“, setzte Bächle-Scholz schon mal ein Ausrufezeichen.

Trotz der schlechten Umfragewerte für die amtierende Bundesregierung sah Sabine Bächle-Scholz einen Wahlerfolg im Bereich des Möglichen. „Bei dieser Wahl entscheidet nicht die große Bundespolitik, sondern, was wir in Hessen geleistet haben – und das kann sich sehen lassen“, so die Landtagsabgeordnete. Sie verwies hier auf den recht zuverlässigen Koalitionspartner von den Grünen, was sie vor der Wahl so nicht gedacht hätte. „Wir haben uns vor dem Urnengang ja regelrecht beschimpft, aber in den Koalitionsverhandlungen wurde schnell klar, dass wir mehr Gemeinsamkeiten haben, als wir zunächst dachten“, betonte Bächle-Scholz und verwies hierbei insbesondere auf die Schulpolitik mit einer überdurchschnittlich hohen Lehrerquote.

Als oberstes Ziel ihres Wahlkampfprogrammes nannte Sabine Bächle-Scholz die Zurückdrängung der AfD auf einen „möglichst niedrigen einstelligen Wert“. „Wir haben hier eine Kraft am rechten Rand, und bei Reden im Parlament wird man an die Zeit von 1939 erinnert“, so die Landtagsabgeordnete. „Wir wollen vor allem ein friedliches Hessen und nicht ein Land, in dem Menschen diskreditiert und beschimpft werden“, betonte Bächle-Scholz. In der letzten Phase des Wahlkampfes will sie auf das im Saarland erfolgreich umgesetzte „Tür-zu-Tür-Vorgehen“ setzen. „Ich werde mit Ihnen die Menschen in ihren Häusern persönlich besuchen und auf die Bedeutung der Wahl hinweisen – die Menschen sollen unbedingt zur Urne gehen“, hob die Frontfrau der Christdemokraten hervor. Im Saarland habe diese Methode der CDU nachweislich sechs Prozent ihrer Stimmen gebracht.

Während der Mitgliederversammlung standen aber auch die Berichte des Stadtverbandes auf der Tagesordnung. Zuerst erinnerte Uwe Albert an den am 30. März gestorbenen Michael de Frênes, der sich in besonderer Weise für die Union in Kelsterbach eingebracht habe. Aber auch der 95-jährige Walter Goy und die 97-jährige Ilse Balon, beide gehören zu den Gründungsmitgliedern der Kelsterbacher CDU, wurden für ihr Engagement gewürdigt. Für seine 60-jährige Treue und Verbundenheit zur Partei wurde Klaus Breser ausgezeichnet, Katharina Schmalz wurde für ihre seit 40 Jahren anhaltende Mitgliedschaft gewürdigt – beide waren jedoch nicht zur Versammlung gekommen. Dafür bekam Maria Bertz, seit zehn Jahren Mitglied der CDU, ihr Präsent und ihren Blumenstrauß persönlich von Uwe Albert und Sabine Bächle-Scholz überreicht.

In seinem Rechenschaftsbericht ließ Albert das zurückliegende Jahr mit vielen Aktivitäten Revue passieren. Vom Neujahrsempfang mit Sabine Bächle-Scholz und dem Kelsterschoppen, dem Stammtisch der CDU, über den Dämmerschoppen mit Kultusminister Alexander Lorz bis hin zur jüngsten Radtour reichte das Programm. Vor ihrem Grillfest verteilte die Kelsterbacher CDU am 10. August vor der Kita Tandem die Forderung „1,2,3 beitragsfrei“ – und als ob die Landesregierung auf die Untermainstädter gehört hätte, kam es dann auch so.

„Wichtiger denn je ist es, die Wähler zu den Urnen zu bringen. Jede Stimme für die AfD ist auch eine Stimme für die große Koalition in Hessen – auch dies wollen wir verhindern“, sagte Albert. Vor diesem Hintergrund warnte er vor Gedankenspielen des sächsischen CDU-Fraktionsvorsitzenden Christian Hartmann, auf eine Zusammenarbeit mit der AfD zu spekulieren. „Genauso wenig brauchen wir aber auch Ratschläge oder Aufrufe des SPD-Generalsekretärs Lars Klingbeil, der die CDU zu einem Abgrenzungsbeschluss von der AfD aufgefordert hat“, hob Albert hervor. Sein abschließender Appell lautete: „Die Bürger sollen entscheiden, das können sie nur, wenn sie auch wählen gehen.“

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