1. Startseite
  2. Region
  3. Kreis Groß-Gerau
  4. Kelsterbach

Pfarrer Joachim Bundschuh hat einen Draht zu Gott

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Pfarrer Joachim Bundschuh begeht sein 25. Ordinationsjubiläum.
Pfarrer Joachim Bundschuh begeht sein 25. Ordinationsjubiläum. © Mara Paul

Nur wer selbst liebt, der könne auch geliebt werden. Davon ist Pfarrer Joachim Bundschuh überzeugt. Der 56 Jahre alte Gottesmann feiert sein 25-jähriges Ordinationsjubiläum.

„Die Hölle bleibt leer.“ Sicher gäbe es einmal ein Gericht, vor dem sich jeder verantworten müsse, aber Gott lasse kaum zu, dass auch nur ein einziger Mensch verlorengehe. Davon ist der evangelische Pfarrer Joachim Bundschuh der Friedensgemeinde überzeugt. Er begeht am morgigen Sonntag um 10.30 Uhr in der Kirche im Brandenburger Weg 7 den 25. Jahrestag seiner Ordination.

Joachim Johannes Arnold Bundschuh, so der vollständige Name des 56-Jährigen, hat sich lange Jahre mit der Allversöhnungslehre und der Vorstellung beschäftigt, dass kein Mensch in der Hölle landet, sondern alle einmal in den Himmel kommen. Er ist davon überzeugt, dass Gott in seiner Liebe die Fehler jedes Menschen verzeihen wird. „Sonst hätte er Jesus nicht in diese Welt schicken müssen.“

Intelligenter Querdenker

Der Pfarrer, welcher der evangelischen Friedensgemeinde mit etwa 300 Seelen und halber Stelle seit 18 Jahren vorsteht, gilt als liebenswerter und hochintelligenter Querdenker. Das wurde bereits früher deutlich, als Bundschuh noch katholisch war und sich nach seinem Grundstudium aber entschied, zu konvertieren. Begeistert zeigten sich seine Eltern zunächst nicht, die ihren Nachwuchs christlich erzogen hatten. Aber sie fanden sich rasch damit ab.

Seine ersten beiden Lebensjahre verbrachte Bundschuh als Knirps in Walldorf. Dann zog die Familie nach Sprendlingen um. Dort ging er zur Schule und legte sein Abitur ab.

Darüber hinaus absolvierte er seinen Zivildienst in der dortigen Friedensgemeinde mit einer Pfarrerin, die Bundschuh schlichtweg „toll“ fand. Sie fungierte als Zünglein an der Waage. „Sie inspirierte mich, auch Theologie zu studieren und Pfarrer zu werden.“ 1985 konvertierte Bundschuh zum evangelischen Glauben.

Beruf, der Freude bringt

Dass er den Weg eines Pfarrers einschlug, bereut Joachim Bundschuh nicht. „Ich würde es immer wieder tun.“ Pfarrer zu sein, das sei ein guter Beruf, der Freude bereite – nicht nur bei der Gestaltung von Gottesdiensten. Es sei toll, Menschen von der Wiege bis in den Sarg zu begleiten, was mitunter etwas mühsam sei, aber auch enge Bindungen schaffe.

Am 4. Juli 1993 wurde Bundschuh in der Stadtkirche in Offenbach ordiniert, in der er bis 2000 tätig war. Trotz seines Anspruchs auf eine ganze Stelle gab er eine halbe als Chance aus kollegialen Gründen ab. Weil die Ordination auf den ersten Sonntag im Juli fiel, wurde der bevorstehende Gottesdienst mit Abendmahl und anschließendem Sektempfang zu seinem Jubiläum ebenfalls auf den ersten Sonntag im Juli gelegt. Im Fokus der Predigt steht das Thema Segen. Dekanin Birgit Schlegel wird Bundschuh eine Urkunde überreichen, und Pfarrerin Barbara Tornow im Ruhestand aus Alsbach-Hähnlein, die Bundschuh einst zu seinem jetzigen Beruf inspirierte, wird predigen.

Neben der halben Stelle, mit der Bundschuh seit 18 Jahren der Friedensgemeinde vorsteht, war er zwischen 2000 und 2003 mit der anderen halben Stelle als Sozialarbeiter für die Stadt Kelsterbach tätig. Danach übernahm er bis 2005 verschiedene Vertretungen im Dekanat – und war danach mit dieser halben Stelle bis 2015 in der Stadtkirche in Offenbach tätig. Seit 2016 versieht er seinen halbstelligen Dienst im Zentrum Oekumene in Frankfurt.

Nach dem Abitur und Zivildienst studierte Bundschuh zwischen 1983 und 1989 in Frankfurt, Bonn, Puerto Rico und Marburg. Sein Vikariat absolvierte er 1990 bis 1991 in der Heilandsgemeinde in Frankfurt-Bornheim. Danach war er 15 Monate bei der Remonstranten Bruderschaft in Amsterdam tätig und kam von dort 1993 nach Offenbach. 2000 bewarb er sich erfolgreich um die Stelle in der Friedensgemeinde Kelsterbach.

Als tägliches Moto begleitet den 56-Jährigen, der schlichte Kirchen liebt, ein Appell von Paulus an die Korinther: „So bitten wir an Christi statt, lasst euch versöhnen mit Gott.“ Gott liebe jeden Menschen, ob er wolle oder nicht. Und nur wer geliebt werde, könne auch selbst lieben.

Auch interessant

Kommentare