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Bei der Polonaise kam Stimmung auf

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Von: Leo Postl

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Angeführt vom Gickelsmädche Jennifer Netsch marschierten die Kerbewborsche durch die Reihen der Gäste.
Angeführt vom Gickelsmädche Jennifer Netsch marschierten die Kerbewborsche durch die Reihen der Gäste. © Leo F. Postl

Beim Hackfleischessen ließen die Kerbborsche etwas auf sich warten. Doch als sie dann endlich einmarschierten, gab es stürmischen Applaus der Besucher.

Mit guter Vorbereitung geht alles besser. Dies gilt auch für die Kelsterbacher Kerb. Damit das Team der Kerweborsche und deren Unterstützer die vier Feiertage der Kerb am kommenden Wochenende auch gut übersteht, gibt es das Hackfleischessen. Bis 2003 hatte die Stadt noch in Kooperation mit dem Festwirt Hausmann das Hackfleischessen im Zelt nach dem Baumstellen organisiert, von 2004 an übernahm das „HFE-Team“ (Hackfleischessen) um Andreas Loos – ebenfalls in Abstimmung mit der Stadt – diese Veranstaltung. „Da wir keine Konkurrenz zu Kerb sein wollen, sondern die Kameradschaft der Kerweborsche fördern wollen, machen wir das Hackfleischessen jetzt eine Woche vorher“, erklärt Loos.

Das 13-köpfige HFE-Team hatte dazu die Mehrzweckhalle Nord bestens festlich dekoriert, frische Birkenbäumchen mit bunten Schleifen säumten die beiden Zelte in der Halle. Neben der Essenausgabe gab es noch eine Bar, dort lockten Erdbeer-Sekt, Apfel-Secco oder Amarula. Die beiden Küchen-Chefs Kai Wagner und Andreas Zwegerl hatten über 150 Hackfleisch-Portionen vorbereitet.

Einen Spaß erlaubt

Unter den ersten Gästen war auch Günter Schäfer, der 1991 zum Ehrenkerweborsch berufen wurde, mit seiner Frau Eva-Maria. Er hatte über viele Jahre die Kerbbopp hergestellt, die dann am Baum befestigt das Treiben unter ihr verfolgte – bis sie zum Kerbende verbrannt wurde. „Jetzt führt dies meine Tochter Silvia Helmchen fort und lädt die Baumholer, wenn sie mit dem Kerbbaum kommen, auch zum Essen ein“, beschrieb Schäfer das Engagement seiner Familie.

In der Mehrzweckhalle Nord ließen die Kerbborsche jedoch noch etwas auf sich warten. „So langsam dürften sie aber einmarschieren“, meinte Andreas Loss schon etwas nervös. Mit Stadtverordnetenvorsteherin Helga Oehne und Bürgermeister Manfred Ockel sowie den Ehrenkerweborschen Heinrich Hoffmann und Werner Georg, warteten auch die Ehrengäste auf die Kerbborsche um ihren Präsidenten Tobias Scheel. Diese sollten unter dem Schwenken der Fahne in den Saal einmarschieren – erst dann gibt es nämlich die Hackfleischportionen.

Plötzlich ertönten laute Marschmusiktakte und durch die Türe marschierten die ehemaligen Gickelsmädche der Vorjahre ein. Sie hatten sich den Spaß erlaubt, für etwas Belebung im der Halle zu sorgen, nachdem sich die Kerweborsche immer noch nicht blicken ließen. Auch die Gickelmädche wurden mit stürmischem Applaus empfangen und hatten selbst etwas zu „gickeln“ – sie freuten sich über die gelungen Überraschung.

Dann kamen sie aber doch, die echten Kerweborsche dieses Jahres um ihren Präsidenten Tobias Scheel. Fahnenträger Kevin Heimbuch schwenkte so toll die Fahne, dass er gleich mal eine Birne der Lichtgirlande auslöschte. Der Einmarsch der Kerweborsche, angeführt vom Gickelkmädche Jennifer Netsch zog in einer langen Polonaise durch die Reihen der begeistert applaudierenden Gäste.

Dank an die Helfer

In seiner Begrüßung dankte Bürgermeister Manfred Ockel dem HFE-Team für die besonders schöne Dekoration der Halle und lobte auch die gelungene Überraschung der Gickelsmädche. „Das gab es wohl noch nie, aber es sah toll aus“, so Ockel. Sein Dank ging aber auch an Andreas Zwegerl, der den in die Jahre gekommenen Bembelwagen, auf dem die Ehrengäste beim Kerweumzug sitzen, auf Hochglanz gebracht hatte.

„Ich wünsche allen Kelsterbachern eine schöne Kerb mit vier tollen Tagen“, sagte Manfred Ockel, dann war der Weg endlich frei für die Ausgabe der Hackfleischportionen. Mit fröhlichen Unterhaltungsspielchen und einen Auftritt der Tanzgruppe „Flair“ verging der gesellige Abend einmal mehr viel zu schnell.

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