Fußball-Hessenliga

Ralf Horst: „Hatte Zey nicht auf der Rechnung“

Die Auswärtsserie des Fußball-Hessenligisten SV Rot-Weiß Hadamar hat nach wie vor Bestand. Neun Gastspiele, dabei vier Siege und fünf Punkteteilungen – das kann sich wahrlich sehen lassen.

Wenn es der Mannschaft von Trainer Florian Dempewolf nun gelingt, auch auf heimischen Geläuf solche Leistungen abzurufen, kann man an der Truppe noch viel Spaß haben. Der knappe 1:0-Erfolg in der Fußball-Hessenliga am vergangenen Freitag bei Aufsteiger Viktoria Kelsterbach (wir berichteten) war jedenfalls aufgrund der zweiten Halbzeit absolut verdient. Während die Partie im ersten Durchgang noch ausgeglichen verlaufen war, gab Florian Dempewolf zu: „Wir hätten uns über eine Kelsterbacher Führung nicht beschweren dürfen. Das war viel zu wenig von meiner Mannschaft.“

Was der Coach damit meinte, waren vor allem die Nachlässigkeiten in der Rückwärtsbewegung. Die Fürstenstädter konnten von Glück reden, dass es der Viktoria an der nötigen Durchschlagskraft fehlte, um die unübersehbaren Schwächen auszunutzen. Dempewolf war einfach nicht zufrieden, aus diesem Grund brachte er zu Beginn der zweiten Hälfte mit Jerome Zey und Steffen Rücker frischen Wind.

Das sollte sich als Glücksgriff erweisen, denn vor allem Jerome Zey war es, der die Kelsterbacher Defensive das ein oder andere Mal beschäftigte. Spätestens nach 65 Minuten waren die Gastgeber kräftemäßig am Ende, was sich auch deren Trainer Ralf Horst später eingestehen musste: „Wir wollten aggressiv sein, haben spätestens nach 70 Minuten dafür Tribut zollen müssen. Die Einwechslungen, vor allem von Jerome Zey, den ich gar nicht so recht auf der Rechnung hatte, haben gefruchtet. Der Junge hat richtig frischen Wind gebracht.“

Und trotzdem war er mit der Leistung seiner Elf alles in allem zufrieden: „Insgesamt war das absolut in Ordnung, was wir heute abgeliefert haben. Wir haben einmal gepennt, und dadurch das Spiel verloren. Nach einer ganz starken ersten Halbzeit ist es dennoch ärgerlich, auch wenn Hadamar keineswegs der unverdiente Sieger war.“ Im Lager der Rot-Weißen war man natürlich nach dem Abpfiff des keinesfalls kleinlichen Schiedsrichters Cristian Ballweg glücklich ob des Auswärtssieges.

Florian Dempewolf hatte großes Lob für seinen jüngsten Akteur parat: „Jerome hat ein super Spiel gemacht und war unser entscheidender und bester Mann auf dem Platz.“ Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte der Trainer aber auch mit der zweiten Halbzeit gut leben: „Ich denke aufgrund des zweiten Durchgangs war unser Sieg auch gerecht. Wir wurden wesentlich besser und hatten viele Chancen, bereits frühzeitiger in Führung zu gehen.“ Da waren zum Beispiel gleich vier Freistöße von Jonas Herdering, der mit seinen Standards kein Glück hatte. Einmal drüber, einmal der starke Kelsterbacher Torwart Saula, einmal Aluminium und einmal Außennetz waren die Gründe, warum es dieses Mal nicht mit einem Tor funktionierte.“ Und dann war da ja auch noch Patrick Kuczoks auf der Linie geklärter Schuss und ein nicht gegebener Foulelfmeter an Jerome Zey.

Lange Rede, kurzer Sinn: Drei Punkte eingefahren, Mund abwischen, warten auf Fulda. Auch die nicht ganz ernst gemeinte Aussage Dempewolfs, nun alle Spiele auswärts austragen zu wollen, wird den Rot-Weißen die Hoffnung nicht nehmen, endlich auch wieder zu Hause zu punkten.

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