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Über die Rollbrücke gelangen die gelandeten Flugzeuge über die ICE-Trasse und dann über die Autobahn 3.

Frankfurter Flughafen

Rettungskräfte üben die Positionierung bei einem Notfall im ICE-Tunnel

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Bei einem Notfall im ICE-Tunnel am Frankfurter Flughafen muss bei den Rettungskräften jeder Handgriff sitzen und jedes Detail stimmen. Das gilt auch für die Aufstellung der Helfer. Diese wurde nun bei einer großen Übung geprobt.

Wenn es einen Unfall im ICE-Tunnel am Frankfurter Flughafen gibt, dann ist ein Großeinsatz aller Hilfskräfte erforderlich. Ganz gleich an welcher Stelle des rund 900 Meter langen Tunnels der ICE-Trasse von Frankfurt nach Köln es passiert, die Rettungskräfte müssen mit ihren Fahrzeugen möglichst nahe an den Einsatzort kommen. Einen solchen Stellplatz gibt es in der Kelsterbacher Gemarkung, direkt vor der Landebahn Nordwest. Damit alles geordnet ablaufen kann, ist auch bei der Ankunft und Abfahrt ein planmäßiges Vorgehen notwendig – und auch dieses muss hin und wieder geübt werden. Dazu gab es am Samstagnachmittag eine Stellprobe.

„Wir hatten 2005 eine große Rettungsübung, danach nur noch theoretische Planspiele“, erklärt Kelsterbachs Stadtbrandinspektor Thomas Heller. Er kennt die örtlichen Gegebenheiten am besten und hat, zusammen mit der zuständigen Katastrophenschutzabteilung der Kreisbehörde, einen Plan für die Anfahrt, das Aufstellen der verschiedenen Hilfskräfte sowie das geordnete Abfahren erstellt. Am Samstag war nun ein praktischer Probelauf für diese Aktion. „Wir werden heute freilich nicht den Tunnel betreten, aber wir wollen das Einlotsen der Fahrzeuge einmal durchspielen und auch sehen, ob der Platz für unseren Bedarf ausreicht und die Stellordnung so optimal ist“, beschreibt der Stadtbrandinspektor die Übungsaufgabe.

Da am Samstagmorgen bereits kreisweit verschiedene Einsatzszenarien der unterschiedlichen Hilfskräfte, von Feuerwehr über Technisches Hilfswerk bis zur Übergabe an die Rettungsdienste zum Abtransport, veranstaltet worden waren, war die Gelegenheit günstig, die Stellprobe am Nachmittag anzuschließen. „Da ohnehin viele Fahrzeuge in Bewegung waren, mussten wir diese nicht eigens aus den Hallen holen, sondern nutzten gleich die Gelegenheit, um diese nicht unwichtige Aufgabenstellung im Falle eines echten Einsatzes im ICE-Tunnel zu üben“, erläuterte Björn Zarges, Sachbearbeiter Einsatzplan beim Kreis Groß-Gerau und zudem Leiter der Stellprobe.

Im Grenzweg entlang der Landebahn Nordwest bezogen die aus dem Kreisgebiet ankommenden Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz erst einmal eine Wartestellung, dann wurden sie nach und nach zu ihrem Stellplatz gerufen. Es kam dabei schon mal vor, dass die – am Samstag nicht markierte –

Einfahrt verpasst

wurde und ein neuer Anlauf genommen werden musste. „Bei einer Stellprobe ist das kein Problem, aber im echten Fall muss hier für eine eindeutige Einweisung gesorgt werden“, verweist Zarges auf die dann mehr als 50 Einsatzfahrzeuge, die hier eintreffen werden.

Die Kelsterbacher Wehr hatte mit ihren zwei Einsatzfahrzeugen als erste ihre Position bezogen und konnte somit den weiteren Ablauf verfolgen – aber auch das Rollen der gelandeten Flugzeuge über die Brücke. „Wir müssen die Aufstellung so planen, dass sich möglichst wenig Fahrzeuge, aber später dann auch Einsatzkräfte im Weg stehen“, erklärte Thomas Heller die Problematik.

Er erinnert sich noch recht genau an die große Einsatzübung vor 13 Jahren, als die Rettungskräfte viel Material für ihren Einsatz erst einmal über die Treppe in die Tiefe des Tunnels schleppen, dann auf die dort bereitstehenden Loren verladen und in den Tunnel bringen mussten. „Das ging ganz schon an die körperliche Konstitution – und wenn dann noch einer über etwas stolpert und sogar ausfällt, wird das Problem immer größer“, hebt Heller die Wichtigkeit eines reibungslosen Ablaufs hervor.

Am Samstag konnte freilich nur der verkehrstechnische Ablauf überprüft werden, was ja die Grundvoraussetzung für einen möglichst schnellen und effektiven Rettungseinsatz ist. „Wir werden nun in Ruhe überprüfen, ob unsere Pläne bezüglich An- und Abfahrt, aber auch für den Platzbedarf auf der Stellfläche noch passen oder überarbeitet werden müssen“, beschreibt Kelsterbachs Stadtbrandinspektor die Nacharbeiten. Wenn dies alles erledigt und für richtig befunden ist, dann wird die Stellordnung festgeschrieben und an alle betroffenen Hilfsorganisationen verteilt. „Und irgendwann müssen wir wohl auch wieder mal einen realen Einsatz üben“, meinte Björn Zarges.

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