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Martina Leonhardt (hinten) die Leiterin des Kinderhauses Don Bosco, mit Kimberly und Mama Jovita sowie Papa André.

Krankes Mädchen

„Rock unterm Kirchturm“ soll eine Delfin-Therapie für Kimberley ermöglichen

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Ein Delfin-Therapie könnte helfen, dass Kimberly wieder Lebensfreude hat. Doch die kostet viel Geld. Mit der Veranstaltung „Rock unterm Kirchturm“ soll dem Mädchen geholfen werden.

Auf dem Platz zwischen der St.-Markus-Kirche und dem etwas abseits stehenden Kirchturm herrscht das volle Vergnügen. Bands spielen Evergreens und rockige Beats, Kinder haben ihre Freude am Bastel-Stand und die großen Besucher genießen Speis und Trank. Dass dies alles für einen guten Zweck ist, macht die erste Veranstaltung „Rock unterm Kirchturm“ noch bemerkenswerter.

Martina Leonhardt, die Leiterin des Kinderhauses Don Bosco in Kelsterbach, hatte schon lange die Idee, mal etwas „Rockiges“ auf dem schönen Platz zwischen dem Gotteshaus St. Markus und dem Turm zu machen. Jetzt hat sie einen Anlass gefunden, damit ihr Vorhaben auch öffentliches Interesse findet. Als aktives Mitglied der „Schnaaken“ hat sie Beziehungen zu diversen Musikgruppen und konnte somit zumindest musikalisch das Rockkonzert bestücken.

Der Anlass für das erste „Rock unterm Kirchturm“ ist jedoch ein nicht ganz so erfreulicher: Mit der fünfjährigen Kimberly gibt es ein Mädchen, das einer besonderen Förderung bedarf. Insbesondere sollen den Anzeichen eines Autismus mittels einer speziellen Delfin-Therapie entgegen gewirkt werden.

„Mir ist das Verhalten von Kimberly aufgefallen, wir sind keine Ärzte, wollten aber irgendwie helfen – und da sind wir auf die Delfin-Therapie gestoßen, die nachweislich schon viele Erfolge bewirkt hat“, erklärt Martina Leonhardt. Eine solche Therapie kostet Geld – viel Geld – und diese Kosten werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Leonhardt trug ihr Ansinnen im Kreise ihres Erzieher- und Pädagogen-Teams vor, fand sofort Zustimmung und wandte sich dann an die Eltern von Kimberly. Jovita und André waren ebenfalls sehr angetan. „Alles, was Kimberly irgendwie helfen kann, nehmen wir gerne an“, so Mama Jovita.

Martina Leonhardt wurde bei Pfarrer Franz-Josef Berbner vorstellig, er ist schließlich der Hausherr von St. Markus und Don Bosco, auch er signalisierte sofort seine Bereitschaft, das Projekt „Kimberly“ zu unterstützen. Da der Platz zwischen Kirche und Turm zu klein erschien, wandte sich Leonhardt an Bürgermeister Manfred Ockel, der nicht nur die Schirmherrschaft übernehmen, sondern auch für den angrenzenden Straßenraum als zusätzlichen Festplatz sorgen sollte. „Wenn wir alle Kosten für Genehmigungen und Absperrungen hätten mit übernehmen sollen, dann hätten wir erst gar nicht anfangen brauchen“, schildert Martina Leonhardt die Situation.

Alles fügte sich bestens und so konnte das Benefizkonzert für Kimberly umgesetzt werden. Pfarrer Martin Berbner stellte den Platz „unterm Kirchturm“ zur Verfügung, Schirmherr und Bürgermeister Manfred Ockel regelte die behördlichen Dinge. Und die Kelsterbacher Firma Köhlhofer baute eine Bühne auf und stellte die Musikanlage zur Verfügung. Das Team vom Don Bosco aus Erzieher und Eltern mutierte zu fröhlichen Barmixern, Getränke- und Kuchenverkäufern. Das Akustik-Duo Anne & Rainer, sowie die Bands „Red Banana“ und „Fairytale Nights“ sorgten für beste Unterhaltung der vielen Gäste.

„Dieses schöne Beispiel zeigt doch, was möglich ist, wenn sich viele einbringen“, freute sich auch die Initiatorin Martina Leonhardt. Noch größer war die Freude bei Jovita und André, die nun hoffen, dass sie die Delfin-Therapie für Kimberly ermöglichen können. Diese soll nahe Antalya an der türkischen Mittelmeerküste stattfinden. „Ein Tag kostet rund 500 Euro, ohne die Reisekosten – und mindestens fünf Tage müssen es sein“, erklärt Mama Jovita. Nun hoffen alle, dass Kimberly von den besonderen Schwingungen der Delfine angeregt wird und ihre Lebensfreude wieder zurückkehrt.

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