Fußball

In der Schlussphase abgefangen

  • VonChristian Neubauer
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In der Fußball-Hessenliga musste sich Viktoria Kelsterbach beim KSV Baunatal mit 2:4 (1:0) geschlagen geben. Das Ergebnis geriet aber zur Nebensache.

Es gibt Momente im Fußball, da rücken Resultate, Tore, Punkte, Diskussionen über Spielszenen oder Tabellen weit in den Hintergrund. So war es im Spiel zwischen dem KSV Baunatal und Viktoria Kelsterbach. Nach einem Zweikampf mit dem Kelsterbacher Jassem Imsameh zog sich sein Baunataler Gegenspieler Jonas Springer in der 84. Minute eine schwere Verletzung zu. Die niederschmetternde Erst-Diagnose lautete: Verdacht auf Schien- und Wadenbeinbruch. Springer wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht. „Die ganze Szene drückt die Stimmung. Das stellt alles in den Schatten“, war der Kelsterbacher Sportliche Leiter Christian Kreil spürbar geschockt.

Kurz vor der schweren Verletzung von Springer hatte Baunatal durch einen „Sonntagsschuss“ aus 25 Metern von Merle das 2:2 erzielt (82.). Zuvor sah es so aus, als könnte die Viktoria ihren ersten Hessenliga-Sieg holen. Die erste Hälfte verlief noch ausgeglichen. Die Gastgeber hatten mehr vom Spiel, doch Kelsterbach ließ kaum etwas zu, präsentierte sich bestens organisiert. „Wir haben es geschafft, sie von unserem Tor wegzuhalten und gut dagegengehalten“, so Kreil. So brachte Abwehrspieler Sebastian Weigand den Gast nach einer Ecke per Kopf in Führung (27.).

Drei Minuten nach dem Wiederbeginn glich Baunatal aus. Der eingewechselte Pforr traf zum 1:1. Nach etwas mehr als einer Stunde führte Kelsterbach wieder. Manuel May nutzte einen Abspielfehler der Gastgeber im Mittelfeld, sah, dass Torwart Lopez zu weit vor seinem Tor stand und traf per Heber aus mehr als 30 Metern zum 2:1. Auch nach dem 2:2 durch Merle schien der zweite Punktgewinn greifbar. Doch die Bilder von Jonas Springers Verletzung zeigten Wirkung bei den Spielern der Gäste, während sie bei Baunatal eine „Jetzt-erst-recht-Reaktion“ hervorriefen, so als würden sie den Sieg für ihren verletzten Mitspieler holen wollen. Nach einer fast 15-minütigen Unterbrechung schlug Pforr in den letzten fünf Minuten noch zwei Mal zu (85. Und 90.) und sicherte seinem Team den Heimsieg.

Für Ärger oder Frust war kein Platz bei den Kelsterbachern, auf Baunataler Seite konnte man sich über den 4:2-Heimsieg auch nicht so recht freuen. Vielmehr waren alle in Gedanken bei Jonas Springer und hofften, dass die Verletzung nicht zu schwer ist.

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt Viktoria Kelsterbach aber ohnehin nicht. Bereits am Mittwoch (19 Uhr) steht das Nachholspiel gegen Dreieich an – die Partie wird auf dem Kunstrasen im Kelsterbacher Sportpark ausgetragen. Am Sonntag (15 Uhr) folgt das Heimspiel gegen Borussia Fulda. „Das erste Erfolgserlebnis fehlt. Wir werden gegen Dreieich wieder versuchen, alles rauszuhauen“, sagt Christian Kreil. Zunächst einmal gilt es nun aber, das Spiel in Baunatal zu verdauen.

(cn)

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