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Die Steinzeitmenschen sitzen um das wärmende Feuer, welches sie zuvor mühevoll entfacht hatten.

Flamme am Leben erhalten

Schüler der IGS beschäftigen sich mit der Steinzeit

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Das „Mobile Landschaftsmuseum“ aus Waldbrunn gastierte bei der IGS. Die 5. Klasse lernte dabei gestern einige interessante Fakten aus der Steinzeit.

Es war schon mühevoll, das Feuer mit steinzeitlichen Mitteln zu entfachen. Jetzt galt es, das züngelnde Flämmchen auch am Leben zu erhalten. Erst sahen die staunenden Schüler der 5. Klasse an der Integrierten Ganztagsschule (IGS) Kelsterbach nur einzelne Fünkchen, die durch die Reibung mit einem schnell zwischen den Handflächen gedrehten Holzstück auf der trockenen Rinde entstanden.

Dann war ein leichtes Glühen zu erkennen, welches Dr. Holger Rittweger mit sachtem Blasen verstärkte, bis ein Flämmchen züngelte. Geschafft, so wurde zur Steinzeit ein Feuer entzündet. Auch wenn der beißende Rauch in die Augen stieg, es nützte nichts, jemand musste mit leichtem Blasen die Flamme verstärken, damit auch das trockene Gras und die dürren Äste sich an der Glut entzünden konnten.

„Ja, stellt Euch vor, wie das in einer kleinen Höhle ausgesehen hat“, versuchte Rittweger den Schülern die Situation aus der Steinzeit zu vermitteln. In dieser Woche finden an der IGS zahlreiche Projektveranstaltungen satt. Der 5. Jahrgang hat sich ganz dem Thema Steinzeit verschrieben. Dazu hatte die Projektleiterin Sabine Posniak das „Mobile Landschaftsmuseum“ aus Waldbrunn im Westerwald eingeladen. Der Leiter des „MoLaMu“, Dr. Holger Rittweger, kam mit einem Bus voller Steinzeit-Requisiten und vermittelte mit anschaulicher Demonstration die Landschaft, die Tierwelt, aber auch das Leben der Menschen in der Steinzeit.

„Was denkt Ihr, wie die Landschaft hier in der Steinzeit ausgesehen hat?“, fragte Holger Rittweger die Schüler. „Ja, alles voller Eis, viel Sonne und ein paar Tiere“, lauteten die Vorstellungen. Doch lebten nicht nur Mammut, Höhlenbären und Steppenbison in der Steinzeit. Und vor allem, wovon lebten diese Tiere? „Der Norden von Deutschland war mit einer bis zu einem Kilometer dicken Eisdecke bedeckt, noch weiter nördlich hatte das Eis eine Höhe von bis zu drei Kilometern“, beeindruckte der Naturwissenschaftler die Schüler.

Anhand eines „Landschaftsbildes“ der damaligen Zeit, war zu erkennen, dass der Taunus völlig kahl war, die Mainebene jedoch mit dichtem hohem Gras bewachsen. „Hier spielte sich das ganze Leben der Tiere und auch der noch wenigen Menschen ab, die versuchten, diese karge Zeit zu überleben“, erklärte Rittweger.

Da ein stetiger Wassertransport über die Verdunstung der Meere auf das Land stattfand, wo es als Eis gebunden wurde und nicht, wie heute als Wasser, wieder zurückfloss, war der Meeresspiegel um rund 100 Meter tiefer. „Die Menschen und auch die Tiere konnten trockenen Fußes von Frankreich, Holland oder Deutschland nach England gehen, aber viele sind freilich auch dort umgekommen und der Sand hat sie konserviert“, erklärte Rittweger die heute noch erstaunlichen Fossilienfunde auf dem Grund der Nordsee. „Nahezu alle Tiere waren mächtiger als heute“, betonte Rittweger und zeigte den Schülern sowohl große Unterkiefer mit mächtigen Mahlzähnen sowie Teile von Geweihen, die bis zu 40 Kilo wogen.

Doch die damals lebenden Menschen hatten auch Hunger, wollten neue Unterkünfte bauen, um sich das Leben angenehmer zu gestalten – dazu brauchten sie Werkzeuge und Waffen. „Wie und womit haben die Menschen damals ihre Beutetiere erlegt?“, fragte Rittweger. „Mit Fallen oder Pfeil und Bogen“, lauteten die meisten Antworten. Also zeigte der „Steinzeitmensch“ Holger Rittweger, wie man damals Steine bearbeitet hat, um bessere Werkzeuge herzustellen.

Alle Projekte, auch jene der 6. und 7. Jahrgänge, werden am Samstag, 20. Oktober, vorgestellt.

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