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Hier wird bald deutlich mehr Verkehr sein.

Bevölkerungswachstum

Kelsterbach wächst rasant

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Die Bevölkerung in der Rhein-Main-Region wächst. Das hat in Kelsterbach auch Auswirkungen, etwa bei der Kinderbetreuung und den Schulen, aber auch beim Wohnungsbau. Außerdem ist in Kelsterbach ein Anstieg der Ausländerquote auf 35,18 Prozent zu verzeichnen. Damit ist die Untermainstadt die internationalste Kleinstadt Hessens.

Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) hatte in seiner Haushaltsrede vor dem Stadtparlament über die finanzielle Situation der Stadt Kelsterbach gesprochen und war auf eine Reihe von Investitionen eingegangen (wir berichteten). Daneben ging er auch auf demographische Aspekte der Untermainstadt ein.

Ausgehend von der Bevölkerungszahl im Gebiet des Regionalverbands Rhein-Main, das waren Ende 2015 rund 2,3 Millionen Menschen, was einer Zunahme von 136 000 Einwohnern im Vergleich zum Mai 2011 bedeutet, erklärte er, dass die Bevölkerung der Stadt in diesem Zeitraum um 18,1 Prozent gewachsen sei, die der Städte Frankfurt und Offenbach dagegen um 9,7 beziehungsweise 9,1 Prozent.

Damit habe Kelsterbach den höchsten Bevölkerungszuwachs in der Region zu verzeichnen, so Ockel. Aktuell leben in Kelsterbach mehr als 17 000 Einwohner, Tendenz weiter steigend. Insgesamt werde beispielsweise für den Kreis Groß-Gerau von einem Bevölkerungsanstieg von rund 220 000 im Jahr 2015 auf etwa 235 000 im Jahr 2030 ausgegangen. Daraus resultiere ein Bedarf an zusätzlichen Wohnungen von nahezu 24 000 im Kreis. Wie das zu schaffen sei, könne er sich nicht vorstellen, sagte der Bürgermeister, der allerdings die Möglichkeit nicht ausschließt, dass mit dem Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs andere Orte für das Einzugsgebiet der Rhein-Main-Region erschlossen werden.

Leistungen der Caritas

Dabei verwies der Bürgermeister darauf, dass auch in Kelsterbach weitere Wohnungen entstehen, etwa in der Rüsselsheimer Straße, im Staudenring, in der Dahlienstraße und in der Südlichen Ringstraße. In den kommenden fünf Jahren seien es insgesamt 400 Wohneinheiten, die von der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Kelsterbach (Gewobau), der Nassauischen Heimstädte (NH) und der Stadt geschaffen werden. Von diesen Partnern, so Ockel, werde bereits jetzt der immer wieder geforderte bezahlbare Wohnraum zur Verfügung gestellt. So verfügt die Gewobau über 900 Wohnungen mit einem Preis von 5,37 Euro pro Quadratmeter, bei der NH seien es 689 zum Preis von 7,72 Euro pro Quadratmeter, und die Stadt Kelsterbach ist mit 304 Wohnungen zum Preis von 4,86 Euro pro Quadratmeter.

Das Bevölkerungswachstum in Kelsterbach sei auch an der Zahl der Geburten abzulesen. Von 147 im Jahr 2013 werde sie im Jahr 2018 die Zahl 200 übersteigen, führte Ockel aus, der darauf hinwies, dass dies natürlich auch Auswirkungen auf die Kinderbetreuung und die Schulen habe. So sei die Zahl der Kitaplätze von 400 im Jahr 2013 auf 575 im Jahr 2018 angestiegen, die Zahl der Krippenplätze habe im gleichen Zeitraum von 60 auf 138 zugelegt. Ähnlich verhalte es sich bei der Entwicklung der Schülerzahlen an der Bürgermeister-Hardt- und der Karl-Treutel-Schule.

In diesem Zusammenhang hob der Bürgermeister auch die

Leistungen der Caritas

als städtischer Dienstleister hervor, die auch bei der Flüchtlingsbetreuung mitwirken. Derzeit leben 180 Flüchtlinge in Kelsterbach, davon 80 Kinder. Aktuell sind etwa 70 Prozent der Flüchtlinge staatlich anerkannt und partizipieren an Angeboten wie Begegnungstreffs und Deutschkursen.

Freudiges Ereignis

Ockel wies außerdem darauf hin, dass Kelsterbach mit einer Ausländerquote von 35,81 Prozent die internationalste Kleinstadt in Hessen sei. Einzig in der Großstadt Offenbach liege der Ausländeranteil mit mehr als 40 Prozent höher. Dieser deutliche Anstieg sei bedingt durch den Zuzug von Menschen aus den osteuropäischen Ländern und aus dem asiatischen Raum, etwa China und Japan.

Aufgrund des Bevölkerungswachstums sei in der Untermainstadt auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten auf nunmehr 7389 (Stand 2017) gestiegen. Das habe zur Folge, dass sich auch die Zahl der Auspendler auf 5952 erhöht hat. Die Zahl der Einpendler betrug 5433 im Jahr 2016.

Auch für das Hotelgewerbe hatte der Rathauschef eine Zahl parat: Im Jahr 2017 wurden in den Beherbergungsbetrieben der Stadt mehr als 250 000 Übernachtungen gezählt. Damit liege Kelsterbach hinter Mörfelden-Walldorf mit rund 305 000 Übernachtungen im Kreis an zweiter Stelle.

Am Ende seiner Ausführungen wies der Bürgermeister noch auf ein freudiges Ereignis im Jahr 2019 hin: 40 Jahre Partnerschaft mit der Stadt Baugé. Dazu werde es am 30. Mai 2019 eine große Feier geben, zu der eine 80-köpfige Delegation aus der französischen Partnerstadt erwartet wird. Im Jahr darauf werde die seit 40 Jahrem währende Partnerschaft in Baugé gefeiert.

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