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Präsentation der Umgestaltung des Mainvorlands

Nur stufenweise vorangekommen

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Der Neubau der Treppe zum Mainvorland steht auf wackeligen Beinen. Verschiedene Fraktionen bemängeln, dass die Bürger bei derzeitiger Planung einen Teil der Kosten tragen müssten.

Was die Umgestaltung des Mainvorlands im Westen von Kelsterbach im Projekt „Soziale Stadt“ betrifft, gehen die Meinungen zwischen der „Regierungspartei“ und jenen, die den Bürgern Kosten ersparen wollen ziemlich weit auseinander. Insbesondere der Zugang zum Main ist umstritten.

Nach einer ersten Vorstellung der Pläne vom beauftragten Planungsbüro Bierbaum.Aichele Landschaftsarchitekten in Mainz regte sich in den Reihen der WIK-Fraktion Widerstand. Aber auch aus Kreisen der CDU gab es Bedenken, ob diese „Luxusausführung“ wirklich gebraucht werde. Trotz eines Zuschusses seitens des Landes Hessen bleibt dennoch ein „erkleckliches“ Sümmchen übrig, dass die Kelsterbacher Bürger zu tragen hätten. Wie viel genau, das hängt von der finalen Ausführung der geplanten Arbeiten ab.

Unstrittig ist, dass die derzeit recht enge Wegeverbindung in Höhe des Ölhafens ein beträchtliches Gefährdungspotenzial in sich birgt. „Da reicht es schon, wenn sich zwei Radfahrer begegnen und erst recht wenn sich Radfahrer und Fußgänger, zudem mit vierbeiniger Begleitung, den schmalen Weg teilen müssen“, weiß Annerose Tanke (WIK). Auch Tanja Mohr (Linke) erlebt immer wieder haarsträubende Situationen, da Radler viel zu schnell die enge Passage durchfahren und die achtprozentige Gefällstrecke zu schnell hinabbrausen.

Diese Engstelle soll im vorgelegten Konzept behoben werden, der Rad- und Fußweg wird verbreitert und höher in den Hang verlegt. Das Problem, der Bau einer neuen Fußgängerverbindung von oben, dem Wohngebiet Rüsselsheimer Straße zum Main, bleibt umstritten.

Nach der ersten Präsentation wurden bereits Fakten für den Neubau der Treppenanlage geschaffen – der Hang im Winter gerodet. „Jetzt ist mir erst richtig aufgefallen, dass es da schon eine Treppe gibt, die noch recht gut erhalten ist – wozu also eine neue?“, hinterfragt Mohr.

Auf ihre Anregung hin trafen sich die Mitglieder der WIK-Fraktion vor der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Umwelt, die für Montagabend anberaumt war. „Hier muss was gemacht werden, das sieht jeder, aber die Treppe selbst ist doch völlig in Ordnung“, meinte Eleonore Wagner. „Wer nutzt die denn überhaupt“, „Wieso ist die nicht mehr gut genug“, waren weitere Fragen aus der WIK-Besichtigungsrunde.

Am Montagabend stellte nun Landschaftsarchitektin Christina Hellhund die überarbeitete Version der vorgesehenen Umgestaltung vor. „Nach Gesprächen mit der Nassauischen Heimstätte und anderen Grundstückseigentümern gibt es nun neue Erkenntnisse“, erklärte Hellhund die Änderungen. Die Veränderungen betreffen hauptsächlich die neue Treppenanlage. Diese verläuft nun in einer „Mäanderform“ von der Bastion nach oben, erreicht aber weiter östlich als die bisherige Treppe, nämlich in Höhe der Rüsselsheimer Straße 151, die Mainterrasse. „Dort werden wir die Stützmauer durchbrechen und einen Zugang schaffen“, erklärte die Landschaftsarchitektin.

Die Nassauische Heimstätte wird nach Fertigstellung der Umgestaltung des Quartiers „Niederhölle“, ihrerseits einen eigenen Treppenzugang zum Main schaffen. Der Zugang auf den Rad- und Fußweg, in Höhe des Ölhafens, wird jedoch schon beim Neubau dieser Verbindung vorbereitet, aber mit einem Tor verschlossen.

Auf die Frage, weshalb die neue Treppe von der Bastion hoch zur Rüsselsheimer Straße jetzt weiter östlich die Mainterrasse erreicht, antwortete Bürgermeister Manfred Ockel (SPD): „Der obere Zugang der heutigen Treppe führt über ein privates Grundstück, dies möchte der Eigentümer so nicht mehr.“ Zudem entspreche der Zustand der bestehenden Treppe nicht mehr den Sicherheitsanforderungen.

Auf der Bastion selbst wird es eine Ruhebank geben, jetzt in Edelstahlausführung, deren Lehne gar verstellbar ist. Die seitliche Sicherung des Aufganges zur Mainterrasse, die aus vier Treppenabschnitten und flachen Wegeführungen besteht, soll mit einem Stahlnetzgewebe erfolgen. Im Handlauf wird es eine LED-Sicherheitsbeleuchtung geben. „Die Beleuchtung der Treppen-Wegeanlage selbst erfolgt mit Lampen, die hinter der Gabionenwand angebracht werden“, erläuterte Hellhund. Überzeugen konnte sie dennoch nicht alle.

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