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In der Dreieichstraße in Kelsterbach ereignete sich ein Tötungsdelikt

Tötungsdelikt

Tödlicher Familienstreit in Kelsterbach: 71-Jähriger soll seine Frau getötet haben

Die Tochter ahnte wohl Schlimmes, kam aber etwas zu spät: Im Keller fand sie ihren verletzten Vater und ihre leblose Mutter. Die Reanimationsversuche des Notarztes blieben erfolglos. Motiv und Todesursache sind noch unklar.

Das Wohnkarree zwischen Dreieichstraße, der Südlichen Ringstraße und Gottfried-Keller-Straße gilt als ruhige Lage – für Kelsterbacher Verhältnisse. Die mehrstöckigen Häuser machen einen gepflegten Eindruck, ebenso wie die Grünanlage mit Bäumen, Wäschetrockenstangen und Spielgelegenheiten für Kinder. Mit der Ruhe war es dort am frühen Dienstagabend schlagartig vorbei. Rettungs- und Polizeifahrzeuge eilten in die Dreieichstraße  – und wenig später auch ein Leichenwagen.

Der Notarzt konnte eine 63-jährige Frau dort nicht wiederbeleben. Die Frau erlag im Keller eines Mehrfamilienhauses ihren Verletzungen. Ihr Mann soll sie im Streit am Kopf und am Hals verletzt haben. Der 71-Jährige, der bei der Auseinandersetzung leichte Blessuren davongetragen habe, ließ sich von der Polizei widerstandslos festnehmen. Die 22-jährige Tochter, das einzige Kind des Paars, hatte ihre Eltern im Keller gesucht und die Einsatzkräfte alarmiert.

Die Todesursache und das Motiv sind noch unklar.Die Leiche ist gestern im Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik Frankfurt obduziert worden, das Ergebnis lag der Staatsanwaltschaft bis gestern Abend noch nicht vor. „Es gab eine stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf; außerdem Verletzungen am Hals“, sagte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Robert Hartmann, dieser Zeitung. Am Tatort sei auch Blut entdeckt worden.

Die Strafverfolger ermitteln wegen Totschlags. Dem entsprechenden Haftantrag gab der Haftrichter bei der Vorführung gestern Nachmittag statt. Der Mann, deutscher Staatsangehöriger polnischer Herkunft, sitzt nun im Gefängnis.

Laut Hartmann hat der Rentner bislang keine Angaben gemacht, warum er ausgerastet ist. Dem Beschuldigten sei ein Pflichtverteidiger beigeordnet worden, sagte der Oberstaatsanwalt. Die nicht mehr berufstätige Frau war Polin.

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