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Rummel in der Altstadt ? das dreitägige Fest in der Altstadt ließ sich viele Kelsterbacher nicht entgehen.

Rund um die Martinskirche

Trotz weniger Angebote lockt das Altstadtfest die Besucher an

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Eine Woche nach der Kerb hatten die Kelsterbacher am Wochenende erneut Anlass zum Feiern. Das Altstadtfest bot zwar weniger Stände als in den vergangenen Jahren, das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch.

„Es wird immer weniger“, beklagten Besucher des Kelsterbacher Altstadtfests, so wie Judith Wagner, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Auch Karoline Neudert, die erstmals mit einem Flammkuchen-Stand teilnahm, bedauerte, dass das dreitägige Fest immer mehr an Zuspruch einbüße.

Das Angebot war tatsächlich schon umfangreicher als am Wochenende. Es fehlten ein Bratwurststand, die beliebten Champignons und schwäbischen Käsespätzle, aber auch Cocktails und die Eintöpfe des Teams der „Suppenhühner“, die dem Altstadtfest lange Jahre treu geblieben waren. Gewiss habe mancher Standbetreiber bisher nicht genug verdient, vermutete Vereinsringvorsitzender Thorsten Schreiner. Er wolle sich auch nicht das ganze Wochenende auf das Fest stellen, damit Ausgaben und Einnahmen Null auf Null aufgingen.

„Weniger Zuspruch als sonst, das halte ich für ein Gerücht“, meinte aber René Schmalz, der Leiter des städtischen Kulturamts. Zum Auftakt am Freitagabend sei der gesamte Marktplatz voll mit Menschen gewesen. Tatsächlich meinten unter anderem fleißige Helfer des Tierschutzvereins und auch von „Meerschweinchen in Not“, das Geschäft an diesem Abend habe sich gelohnt. So wurde der Zuspruch beim 39. Altstadtfest mitunter völlig unterschiedlich beurteilt.

„Maya & the Boys“ sorgten am Freitagabend zwischen verführerischen Düften von Knoblauch und Röstzwiebeln bis zu frischem Popcorn für den musikalischen Auftakt. Bürgermeister Manfred Ockel eröffnete das Fest, das traditionell immer eine Woche nach der Kelsterbacher Kerb noch einmal für Feierlaune sorgt. Für Glanz und Glamour in der Altstadt sorgten bunte Muster, mit denen verschiedene Strahler die Fassade der Martinskirche beleuchteten. Diese Lichtspiele setzten einen besonderen Akzent neben dem plätschernden Sandsteinbrunnen.

Nachdem bis in die Nacht auch zu Musik von „GHB Live“ gefeiert worden war, lief das Fest am Samstagnachmittag nur zögerlich an. Viele Stände hatten noch geschlossen, als der Chor der Bürgermeister-Hardt-Schule mit 25 Nachwuchssängern vor vielen Zuhörern den zweiten Festtag eröffnete. Der Zuspruch jedoch war etwas übersichtlicher als in den Vorjahren. Nur wenige Plätze der Bierzeltgarnituren neben der Bühne waren besetzt, die meisten Besucher verfolgten das kleine Konzert im Stehen.

Unterdessen warteten hungrige Gäste darauf, dass beispielsweise der Crêpes-Stand endlich öffnete. In der Zwischenzeit begnügten sich Hungrige mit chinesischen Gerichten, aber auch mit „Monster-Burgern“, Lángos, Fleischspießen oder auch mit süßen Schaumküssen sowie Lebkuchenherzen. Das Bild war überall das gleiche: Wespenscharen plagten nicht nur die Gäste, sondern auch Standbetreiber. Am Süßwarenstand hatten sie sich sogar durch das Cellophan der Kalorienbomben gefressen, um ihren süßen Geschmack genießen zu können.

Neben Bier und Äppler kamen auch Whisky-Freunde auf ihre Kosten. Das geistreiche Getränk wurde in allen denkbaren Variationen angeboten.

Von den Besuchern des Altstadtfests profitierte auch das Stadtmuseum. Seine Sonderausstellung mit historischen Aufnahmen und Kameras zog etliche Interessenten an. Der Nachwuchs vergnügte sich bei Karussellfahrten oder allerlei Spielen, welche die städtische Jugendförderung eigens als Abwechslung für die Kleinen im Schlosshof aufgebaut hatte. Während sie sich unter Aufsicht beschäftigten, flanierten die Eltern an Ständen unter anderem mit Handtaschen, Schals, Portemonnaies, aber auch Schmuck entlang.

Inmitten des Trubels, der gegen Abend deutlich zunahm und auch am Sonntag herrschte, verdiente sich ein bescheidener Porträtzeichner mit Brustbildern seiner Kunden ein paar Euro. Wieder andere gaben ihr Geld für Gummibärchen oder Spielsachen aus. Denn was bedeuten schon Musik und Darbietungen von Vereinen im Vergleich zu einem quietschvergnügten Kinderlachen.

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