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Kelsterbachs spielender Co-Trainer Dominic Machado heuert als Trainer bei Alemannia Nied an.

Fußball

Umbruch in Kelsterbach

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Das Bild vom Löwenzahn, der innerhalb weniger Wochen zur Pusteblume wird und seine Samen weit in der Umgebung verstreut, passt gut zur Situation bei Fußball-Verbandsligist Viktoria Kelsterbach.

Aus dem Hessenligisten 2016/17 wird nach finanziellen Schwierigkeiten und dem freiwilligen Rückzug in der kommenden Saison zwangsläufig ein Kreisoberligist. Spielerflucht und ein personeller Umbruch sind inklusive.

Wenige Tage vor dem letzten Verbandsliga-Heimspiel sortiert sich der Traditionsverein also neu. Trainer Ralf Horst warf schon vor Wochen das Handtuch und steht als neuer Coach beim VfB Unterliederbach fest. Nun bringt Tim Teske die neue Truppe für die Kreisoberliga auf den Weg. „90 Prozent der Spieler aus dem Verbandsliga-Kader werden nicht bleiben“, stellt der Sportliche Leiter und Vorsitzende des Spielausschusses klar, „mit den anderen zehn Prozent laufen Gespräche, wir rechnen aber nicht fest mit ihrem Verbleib.“

Planungssicherheit hat Kelsterbachs Macher seit Anfang der Woche zumindest was die Trainerpositionen angeht. „Mit Daniel Niedermann, der zuletzt Sportlicher Leiter bei unserer Reserve war und das Team auch schon als Interimstrainer geführt hat, sowie Karim Lemghili, der Spielertrainer werden und den Draht zwischen den Jungs und dem Trainerteam herstellen soll, sind wir gut aufgestellt und erhoffen uns neue Impulse und natürlich Erfolg.“ Während Dominic Machado als Spielertrainer zum künftigen Ligakonkurrenten Alemannia Nied wechselt, folgen Tobias Fischer, Atay Koustar und der langzeitverletzte Jassem Imsameh ihrem ehemaligen Trainer Ralf Horst nach Unterliederbach. Leo Hasenstab zieht es als Fußball-Stipendiat in die USA. Alexander Müller und Patrick Ballarin sollen vor einem Wechsel zur DJK Flörsheim stehen. Dafür kann der Sportliche Leiter mit Torhüter Tobias Scheel, Co-Kapitän Daniel Schneider, Verteidiger Marc Thole, Eigengewächs Tobias Buß, sowie den Mittelfeldspielern Alvaro Farrona Gonzalez, Johannes Koutsos, Can Kocer, Sebastian Hicke und Routinier Lemghili auf einen Kreisliga-erfahrenen Stamm zurückgreifen. „Zudem sind wir uns mit drei Neuzugängen einig und stehen mit weiteren zwei, drei externen Verstärkungen in Gesprächen“, verrät Teske.

Bevor das Abenteuer Kreisoberliga für die neue Viktoria beginnt, wollen sich die alten Kelsterbacher im letzten Heimspiel am Samstag (15 Uhr) gegen Dietkirchen „ordentlich verabschieden“ (Teske). „Wir haben als Verein schon auf einen versöhnlichen Abschluss hingearbeitet, indem wir geschlossen mittwochabends das Spiel unserer zweiten Mannschaft geschaut und danach Pizza gegessen haben“, berichtet der Sportliche Leiter. Dass die Reserve den Verbleib in der A-Liga sportlich schaffen kann, dann aber komplett zurückgezogen wird, steht fest. Ohne den verletzten Winterzugang Ilias Seta Manousaridis, dafür aber mit dem unbedingten Willen, das 14-jährige Verbands- und Hessenliga-Kapitel versöhnlich zu Ende zu bringen, geht der Zwölfte ins Duell mit dem Vierten. Zuletzt gab es für die Elf von Holger Müller und Machado eine 0:2-Pleite gegen Biebrich. Weil aber auch der Löwenzahn jedes Jahr aufs Neue frische Wurzeln schlägt und sich der Sonne entgegenstreckt, ehe er zur Pusteblume wird, dürfen auch die Fußballer von Viktoria Kelsterbach auf einen guten Ausgang und eine positive Zukunft hoffen.

(awo)

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