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Nur wenige zieht es in die Neue Mitte

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Von: Leo Postl

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Auf dem Platz in der Neuen Stadtmitte ist meistens nicht viel los, auch wenn die derzeit sengende Sonne untergegangen ist.
Auf dem Platz in der Neuen Stadtmitte ist meistens nicht viel los, auch wenn die derzeit sengende Sonne untergegangen ist. © Leo F. Postl

Die Neue Stadtmitte von Kelsterbach sollte ein Anziehungspunkt mit viel Aufenthaltsqualität für die Bürger werden. Doch die Realität sieht anders aus. Zwar werden die Geschäfte gut genutzt, aber der Platz ist oftmals verwaist. Außerdem gibt es Ärger um den Müll.

Nachts sind alle Katzen grau, lautet ein Sprichwort. Will heißen: Die Dunkelheit verdeckt auch unschöne Dinge. Das trifft auch für die Neue Mitte von Kelsterbach zu. Der ohnehin kleine Platz für den Aufenthalt in der Neuen Stadtmitte wird in der Dämmerung zu bestimmten Zeiten zu einem Areal, das man besser meiden möchte. Die wenigen Abfallbehälter quellen über, weiterer Müll liegt verstreut um die Sitzgelegenheiten herum.

In der grellen Sonne zu sitzen, ohne die einst schattenspendenden Bäume, macht kaum jemand – somit ist der Platz meist menschenleer. Der Brunnentisch verschafft ebenfalls keine Kühlung, außer den Handflächen, die man auf den vom Wasser gekühlten Stein legen kann. Die vier neu gepflanzten Bäume entlang der Mörfelder Straße spenden höchstens den davor parkenden Autos Schatten. „Der Bürgermeister hat uns große Bäume als Ersatz für die schönen Platanen versprochen, die abgesägt wurden, aber diese vier mickrigen Dinger sind total enttäuschend“, hatte sich schon ein Bürger bei der Eröffnung der Neuen Stadtmitte ereifert.

Wenn es dunkel wird

„Manches ist dort ja ganz praktisch, aber aufhalten möchte ich mich da nicht“, lautet eine oft gehörte Meinung über die Neue Mitte. Der Tegut-Markt wird gut angenommen, das Café Ernst und die Service-Automaten der Kreissparkasse ebenfalls. Aber von einem Aufenthalt von Menschen in der Neuen Stadtmitte ist – auch in weniger heißen Zeiten – kaum etwas zu sehen.

Dies ändert sich offenbar mit Einbruch der Dunkelheit, der derzeit mit dem Geschäftsschluss von Café Ernst und Tegut-Markt zusammenfällt. Dann wird leeres Verbrauchsgut an Ort und Stelle entsorgt. Entsprechend sieht die Umgebung aus. In der Neuen Mitte hat dies aber auch Gründe, die nicht in der Verantwortung der Verbraucher liegen: Es gibt zu wenige Abfalleimer. „Die Müllbehälter sind übervoll, wo soll ich jetzt meine Becher und Verpackungen ordentlich entsorgen“, moniert eine Mutter, die Vorbild für ihre Kinder sein will. Es bleibe nur die Möglichkeit, seinen Müll mitzunehmen.

Vermehrt Beschwerden

Dass es bereits vermehrt Beschwerden über die „unmöglichen Zustände“ im Gebiet der neuen Stadtmitte gibt, bestätigt eine Anfrage bei der Stadt Kelsterbach. „Beschwerden über die Müllproblematik im Bereich der Stadtmitte haben uns auch erreicht. Unabhängig davon, dass der Kelsterbacher Kommunalbetrieb – außer an den Wochenendtagen – täglich die Abfallbehälter entleert und weiteren Unrat aufsammelt, führen wir dahingehend mit dem Investor und dem Hauptmieter Tegut Gespräche“, berichtet Jochen Schaab von der Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit. Die Stadt wolle ein Konzept erarbeiten, das dieser Situation Rechnung trage. „Dabei geht es unter anderem um zusätzliche Abfallbehälter, deren Standort und Größe sowie um Reinigungszyklen“, erklärt Schaab. Das Konzept solle nach der Sommerpause zügig stehen und umgesetzt werden.

Nach dem Verursacherprinzip müssten also Tegut als Hauptmieter und auch der Investor mehr zur Pflege des Erscheinungsbilds der neuen Stadtmitte beitragen. Die derzeit wenigen Abfallbehälter stehen auf öffentlicher Fläche, liegen also in der Verantwortung der Stadt. Gäbe es jedoch Mülltonnen auf der Liegenschaft des Investors, so könnte dieser für die Entsorgung verpflichtet werden. Ob er dies selbst oder über seine Hauptmieter regelt, obliegt dann nicht mehr der Stadt Kelsterbach. Den Kelsterbachern ist nur daran gelegen, dass „ihre“ Neue Stadtmitte auch als solche angenommen werden kann.

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