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Viele Kinder hantieren tagtäglich mit dem Handy. Doch das kann zu Stress, Überforderung und Sucht führen.

Mobiltelefone

Wenn das Handy für Kinder zum Stressfaktor wird

Bereits die Hälfte alle Drittklässler in Kelsterbach besitzt ein Smartphone. Auch Tablets und Spielkonsolen werden rege genutzt. Die Karl-Treutel- und die Bürgermeister-Hardt-Schule klären Eltern über die Risiken auf.

Bei jedem Signalton geht der Blick zum Handy. Handysucht und -stress haben in der Schule nichts verloren. Ständige unkontrollierte Nutzung auch von Tablets und Spielekonsolen birgt gesundheitliche Risiken – speziell für Kinder. Deshalb kann eine zeitliche und technische Begrenzung für die Nutzung nicht nur sinnvoll, sondern sogar notwendig sein.

Fragen zu diesem Thema werden bei zwei Elternabenden am Donnerstag, 30. November, in der Karl-Treutel-Schule beantwortet. Gemeinsam mit der Bürgermeister-Hardt-Schule werden Mütter und Väter von Viertklässlern von 18.30 Uhr an informiert, von Abc-Schützen und Zweitklässlern von 20 Uhr an. Kooperationspartner der Veranstaltungen sind die Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU) und die Caritas.

Für Kinder, Eltern und Lehrer der beiden Grundschulen stehen seit 2016 Handys und Tablets sowie ein eigenes Medienkompetenzprogramm für Dritt- und Viertklässler auf dem Fahrplan. Mit den Lehrern erarbeiten die Schüler einen maßvollen Umgang mit Handy und Internet. Bei Informationsabenden erfahren Eltern Wissenswertes über die Medienerziehung sowie über Möglichkeiten zeitlicher und technischer Begrenzungen. Darüber hinaus erfahren Eltern, dass sich viele Kinder in Spiele-Chats mit Fremden unterhalten.

Bereits die Hälfte aller Drittklässler in Kelsterbach besitzt ein eigenes Smartphone. In der Schule sind sie tabu, aber in der Freizeit werden sie ständig genutzt – nur selten für Anrufe. Die meiste Zeit schauen die Kinder Videos, spielen oder kommunizieren in sozialen Netzwerken. Das führt zu Stress. Viele Schüler fühlen sich durch gewisse Anwendungen wie WhatsApp und damit verbundene Nachrichten im Überfluss regelrecht überfordert.

Viele Mitschüler schicken zwar nur Emojis oder Kurznachrichten wie „Hi“. Diese aber lenken die Schüler ebenso ab wie Push-Meldungen der Gratis-Spiele. Selbst nachts verstummen die Signaltöne der Handys neben den Kinderbetten nicht. Ab der vierten Klasse wird die Vernetzung intensiver, und es drohen daher Konflikte wie Cyber-Mobbing.

Die Geduld der Mädchen und Jungen wird strapaziert, weil sie erwarten, dass Freunde sofort antworten. Wer sich distanziert, gerät auch unter Druck, weil er für Antworten nicht ständig verfügbar ist. Die Technik selbst jedoch bietet Möglichkeiten, Signaltöne und Lesebestätigungen von WhatsApp auszuschalten.

Nicht in jedem Elternhaus gibt es für Kinder klare Regeln bei der Handynutzung. Deshalb reagieren die beiden Schulen schon früh auf dieses Thema. Es wird gemeinsam in Workshops erörtert, die diese Woche laufen und von Montag, 20., bis Donnerstag, 23. November, in der Karl-Treutel-Schule wiederholt werden.

(red)

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