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Baudezernent Nils Kraft (rechts unten) zeigt einer Besuchergruppe die Baustelle des künftigen Kita-Gebäudes.

U 3-Einrichtung

Kita für die Kleinsten öffnet pünktlich

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In Bauschheim entsteht eine neue Kita für unter Dreijährige. Im Januar sollen die ersten Kinder einziehen können – auch wenn es jetzt noch nicht danach aussieht.

Die weiße Farbe an der Wand ist noch ganz frisch. Gerade erst ist der Maler von der Leiter gestiegen und hat den Pinsel abgelegt. Ein paar Ecken hat er noch vor sich. Doch genau wie die anderen Handwerker, die am Mittwoch das Gebäude der künftigen U3-Kita Am Weinfass in Bauschheim bevölkern, ist auch seine Arbeit bald getan.

Pünktlich zum Ende des Jahres wird das Gebäude, von außen erinnert es an einen dunkelgrauen Schuhkarton, nach gut zehn Monaten Bauzeit betriebsbereit sein. 640 000 Euro Landesförderung sind damit gesichert. Hätte es länger gedauert, wäre die Stadt allein auf den Kosten sitzen geblieben. Diese liegen nun voraussichtlich bei 3,8 Millionen Euro. Das sind 200 000 Euro mehr als ursprünglich angekündigt.

Bedürfnissen angepasst

Auf dem Außengelände können einige Arbeiten wegen des winterlichen Frosts erst im Frühling beendet werden. Doch drinnen, wo jetzt noch allerlei Werkzeug in den Fluren steht, werden ab dem Januar nach und nach 48 Kinder unter drei Jahren betreut werden. Das zweistöckige Gebäude ist auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. So verfügt jeder Gruppenraum über ein Nebenzimmer, in der die Kinder einen Mittagsschlaf halten können. Im Badezimmer ist ein Fenster eingelassen, so dass die Erzieherinnen, zwei soll es für jede Gruppe geben, ihre Schützlinge auch im Blick haben, wenn sie beispielsweise ein Kind wickeln. Die Fenster auf dem Flur sind extra niedrig eingelassen, damit die Kleinen nach draußen schauen können. Ein Aufzug und möglichst wenige Stufen gewährleisten Barrierefreiheit.

Dass das alles wirklich in weniger als einem Monat fertig sein, soll lässt sich bei einem Ortstermin am Mittwoch kaum glauben. Der Beton ist an manchen Stellen noch blanker Beton, das Treppengeländer provisorisch aus eigenen Brettern zusammengeschraubt. Doch Baudezernent Nils Kraft (SPD) ist zufrieden. Der optische Eindruck täusche. „Zum Schluss geht es immer schnell“, sagt er, als er durch die Räume führt.

Zusammenarbeit prüfen

Getrübt wird Krafts Laune erst, als sich das Gespräch um die Beschäftigten der Firma Nicevic dreht, die als Subunternehmer der Firma F.W. Müller tätig war. Ein Dutzend Arbeiter klagt darüber, dass Nicevic ihnen 36 000 Euro Lohn vorenthalte. Der Gewerkschaft IG Bau zufolge hätten manche von ihnen die Hoffnung auf das Geld bereits aufgegeben und seien wieder in ihre rumänische Heimat zurückgekehrt.

Das System, dem die Arbeiter ausgesetzt sind, bezeichnet Kraft zwar als „ganz schlimm“, die Stadt könne für sie jedoch nichts tun. Die Firma Müller habe für sich selbst und ihren Subunternehmer die Zahlung von Tariflöhnen versichert. Diese müssen bei öffentlichen Bauprojekten gezahlt werden. Ob die Angaben der Firma diesbezüglich korrekt waren, werde derzeit geprüft.

Sollte ein Verstoß festgestellt werden, könnte sie künftig möglicherweise von Aufträgen ausgeschlossen werden. Die Stadt kann auch gesetzlich festlegen, dass Firmen auf ihren Baustellen keine Subunternehmer einsetzen dürfen. „Dann können wir aber nicht mehr bauen“, gibt Kraft zu bedenken. Die Auftragsbücher der Firmen im Rhein-Main-Gebiet seien derart voll, dass sie dann auf andere Projekte ausweichen würden.

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