Eine Frau aus Hessen ist Opfer eines Bitcoin-Betrugs geworden. (Symbolbild)
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Eine Frau aus Hessen ist Opfer eines Bitcoin-Betrugs geworden. (Symbolbild)

Falsche Investoren

Bitcoin-Betrug: Frau aus Hessen verliert Vermögen – Polizei warnt

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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Eine Frau aus dem Kreis Groß-Gerau in Hessen wird Opfer eines großen Betrugs. Sie glaubte, in Bitcoin zu investieren.

Kreis Groß-Gerau – Der Bitcoin ist aktuell eines der beliebtesten Finanzprodukte. Auch eine Seniorin aus dem Kreis Groß-Gerau wollte daran teilhaben und fiel dabei auf Betrüger rein.

Wie die Polizei berichtet, war die Frau durch den Verkauf eines Hauses zu Geld gekommen und wollte dieses gewinnbringend anlegen. Dabei stieß sie auch auf Werbung für eine Geldanlage in Bitcoin. Sie nahm über das Internet Kontakt zu einem Anbieter auf. Schon 2019 begann sie mit der Einzahlung größerer Summen. Immer wieder telefonierte sie mit den Betrügern, denen sie ahnungslos ihr Geld überwies. So entstand ein vorgetäuschtes Vertrauen, das die Frau schließlich dazu brachte, fast eine Million Euro zu „investieren“. Ein Teil des Geldes floss auch auf ausländische Konten.

Frau aus Hessen mit Rendite beim Bitcoin gelockt

Schließlich entschloss sich die Frau dazu, ihr vermeintlich in Bitcoin investiertes Geld zurückzufordern. Dafür müsse sie, so sagten ihr die Betrüger, weitere 90.000 Euro zahlen, um die Hälfte ihres Vermögens zurückzuerhalten. Als Grund gaben sie Steuern und Gebühren an. Ihr Geld hat die Frau aus dem Kreis Groß-Gerau bisher nicht bekommen. Daher erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Offenbar war sie, wie schon vor ihr eine andere Frau aus dem Kreis Groß-Gerau, auf eine Betrugsmasche hereingefallen.

Um Fälle wie diesen künftig zu vermeiden, gibt die Polizei einige Tipps, die nicht nur bei der Investition in Bitcoin gelten. „Traumhafte Renditen können einen Warnsignal sein“, heißt es vonseiten der Beamten. Auch besonders komplexe Finanzprodukte, wie solche mit „Hebelwirkung“ oder sogenannte Derivate und das häufig beworbene „CFD-Trading“ können dazu zählen.

Polizei warnt vor unseriösen Angeboten – nicht nur mit Bitcoin

Daher sollte Geld nur seriösen Anbieter zur Verfügung gestellt werden. Eine ausführliche Prüfung des Angebots, Lesen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und das Vergleichen von Angeboten sind wichtige Grundlagen. Verbraucherzentralen helfen, wenn Zweifel bestehen. Zertifikate wie TÜV- oder andere „Siegel“ sind kein Garant für einen seriösen Anbieter und schützen nicht vor Risiken. Zu guter Letzt ist auch der Sitz des Unternehmens entscheidend. Firmen im Ausland oder in Steueroasen sind schwerer haftbar zu machen, Unternehmensformen wie die Limited (Ltd.) sollten oftmals auch misstrauisch machen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Frau aus dem Kreis Groß-Gerau ihr Geld zurückerhält, ist laut Angaben der Polizei nur äußerst gering. Eine der Besonderheiten des Bitcoins ist die Anonymität. Genau das könnte der Frau nun zum Verhängnis werden. (Marcel Richters)

Die Polizei warnt auch in einem anderen Fall Handynutzer vor einer bundesweiten Betrugs-Masche: Eine SMS mit einem dubiosen Link nutze die Folgen der Corona-Pandemie aus.

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