Einsatz für Tiger und Co.

Kreis will keine Wildtiere mehr im Zirkus sehen

Der Kreis Groß-Gerau will sich für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus einsetzen. Die Politiker haben einen Antrag an die hessische Umweltministerin gestellt, dieses Vorhaben zu unterstützen.

Im vergangenen Jahr hatte der parteilose Stadtverordnete Volker Arndt in Mörfelden-Walldorf ein Verbot für Tiere im Zirkus innerhalb der Stadtgrenzen parlamentarisch durchgesetzt. Der Magistrat hatte daraufhin eine Zurücknahme des Beschlusses gefordert. Die Koalition von SPD und Grünen brachte anschließend einen Ergänzungsantrag ein, Zirkussen mit Wildtieren keine Auftrittserlaubnis auf städtischen Plätzen mehr zu erteilen. Jetzt wollte es Arndt, der im Kreistag Groß-Gerau als Mitglied der Fraktion Die Linke sitzt, wissen und brachte bei der jüngsten Kreistagssitzung einen Beschlussvorschlag ein, wonach sich der Kreis dafür einsetzen solle, Wildtiere in Zirkussen zu verbieten. Analog zu der beschlossenen Vorlage des Magistrats von Mörfelden-Walldorf solle sich nun auch der Landkreis Groß-Gerau beim Deutschen Bundestag, der Bundesregierung und dem Bundesrat für eine bundesweite gesetzliche Regelung zum Verbot von Wildtieren in Zirkussen stark machen.

In der Kreis-Umweltausschusssitzung, in der Arndt seine Fraktion vertritt, und das Thema auf der Tagesordnung stand, hatten SPD und Grüne einen konkurrierenden Antrag vorgelegt, der sich größtenteils an Arndts Text orientiert. Die CDU meldete daraufhin Beratungsbedarf an. In der abschließenden Hauptsitzung erklärte Tierschützer Arndt, dass er sich über den Gegenantrag der Koalition wundere, da dieser seinem eigenen ähnele.

Matthias Thurn (SPD) sah dies anders. In der Begründung hieß es, der Kreistag erachte kommunale Initiativen, ein Wildtierverbot für Zirkusbetriebe auszusprechen, als ein „deutliches Zeichen für die Notwendigkeit einer bundeseinheitlichen Regelung“.

Er erwarte „durch weitere, ähnliche Beschlüsse in den Städten und Gemeinden letztlich eine stärkere Sensibilisierung auf Bundesebene“. Dem konnte auch die Linke.Offene Liste zustimmen, nachdem ihr Antrag zunächst abgelehnt wurde. Mit diesem Beschluss wird jetzt zusätzlich die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) formgerecht gebeten, das Thema Zirkus-Wildtierverbot auf die Tagesordnung des „Runden Tisches zum Tierschutz“ zu setzen.

(fnp)

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