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Linke stehen für Erzieher ein

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Die Partei Linke.Offene Liste im Kreistag will den Sozial- und Erziehungsdienst aufwerten. Ihr Antrag wurde nach einiger Diskussion vertagt.

Die Abgeordneten des Kreistags kamen zur großen Sitzung im Georg-Büchner-Saal des Landratsamtes in Groß-Gerau zusammen. Dort lag auch ein Antrag der Linken.Offenen Liste vom 13. April auf dem Tisch. Gefordert wurde darin, den „Sozial- und Erziehungsdienst aufzuwerten“.

„Wie bestellt“ hatte zeitgleich der Kita-Streik Erzieher demonstrieren lassen, so dass die Linken meinten, leichtes Spiel zu haben. Trotz einer einfühlsamen Begründungsrede ihrer stellvertretenden Vorsitzenden Christiane Böhm gab es am Ende nur eine einzige Zustimmung aus den Reihen der Grünen, nämlich von Norbert Schaffner, der betonte, er unterstütze zwar den Antrag, habe dies mit seiner Fraktion aber nicht abgesprochen.

Auch er sah die Arbeit der Erzieherinnen nicht ausreichend gewürdigt. „Nehmen wir als Beispiel die unterschiedliche Einstufung bei den Lehrkräften. Ein Grundschullehrer wird geringer bezahlt als ein Gymnasiallehrer.“ Im Ausland sei das zum Teil anders, meinte Schaffner. Dort gebe es keine Unterschiede. „In anderen Ländern sind Erzieher viel mehr angesehen als in Deutschland“, sagte er.

Unter Zwischenrufen aus der CDU-Fraktion sprach der Sozialdemokrat Matthias Thurn darüber, dass der Streik ein wichtiges, probates Mittel sei, während Rita Schmiele, stellvertretende Kreistagsvorsitzende sowie SPD-Fraktionschefin, meinte, es hänge alles an der finanziellen Ausstattung der Kommunen. „Städte und Gemeinden, die mit dem Rücken zur Wand stehen, was die Finanzlage anbelangt, sollen für qualifiziertes Personal sorgen, werden aber allein gelassen“, monierte sie. Zuerst müssten die Kommunen entlastet werden. „Wir kündigen für die nächste Sitzungsrunde einen eigenen Antrag an“, erklärte sie.

Damit war der Linken Christiane Böhm der Wind aus den Segeln genommen. Ihre dargelegte „Solidarität mit den Erzieherinnen“ und ihr Angebot, den Antrag in eine Resolution umzuwandeln, fand keinen Widerhall. Eine Verschiebung der zweiseitigen Vorlage war für ihre Fraktion nicht in Frage gekommen. Damit wurde dieser Tagesordnungspunkt vertagt auf den 13. Juli. Der Kita-Streik dürfte bis dahin wohl beendet sein.

(fnp)

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