+
Sie wollen Angehörigen ein offenes Ohr schenken: Das neue Beratungsangebot der Vereine Hospitz Mainspitze und Wegwarte ? Ambulanter Hospiz- und Palliativdienst Ried startet im Januar.

Projekt

Lucy-Weinert-Stiftung finanziert den Aufbau eines Beratungsangebots der Hospizhilfe

  • schließen

Die Lucy-Weinert-Stiftung gibt bekannt, welche Personen und Projekte von der Ausschüttung der Zinserträge profitieren werden, darunter ein Angebot der Hospizhilfe.

Die Lucy-Weinert-Stiftung wird im kommenden Jahr wieder bedürftige Menschen und soziale Projekte finanziell unterstützen. Wie im vergangenen Jahr beteiligt sich die Stiftung mit 5000 Euro an der Weihnachtsausschüttung des Sozialen Netzes Trebur. Dies teilten gestern der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes Jürgen Kraft, Geschäftsführer Egon Hartl und Kristine Nadler vom Sozialen Netz mit.

Mit der jährlichen Ausschüttung halte sich die Stiftung an den Willen der Stifterin, „die sozial schwächsten Personen der Großgemeinde Trebur und zwar ohne Ansehen der Parteizugehörigkeit, der Konfession und der Nationalität“ zu unterstützen, so Kraft. Bis Ende August hatte der Stiftungsrat Anträge auf Förderung gesammelt und anschließend über die Vergabe entschieden.

Gemeinsames Projekt

Neben 5000 Euro für bedürftige Menschen in Trebur soll der Aufbau eines Beratungsangebots für Angehörige von Menschen in Palliativ-Versorgung eine Anschubfinanzierung in Höhe von 3330 Euro erhalten. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der beiden Vereine Hospiz Mainspitze und Wegwarte.

Ambulante Hospizdienste stehen Menschen in schwierigen Lebenssituationen mit kompetenten Ansprechpartnern zur Seite. Damit die hospizlichen und palliativen Hilfestellungen auch in Trebur besser bekannt und wirksam werden, wollen die beiden Vereine ab 17. Januar regelmäßige Sprechstunden im Rathaus anbieten.

„Die Sprechstunden werden von Palliativfachkräften durchgeführt, die über langjährige Erfahrungen im Gesundheits- und Sozialwesen verfügen. Sie sind selbstverständlich kostenlos“, informiert Veronika Weizsäcker vom Verein Hospiz Mainspitze. Ein Ort für das Beratungsangebot stehe noch nicht fest.

Die Berater erklären den Angehörigen, wie sie mit schwer erkrankten und sterbenden Familienangehörigen oder Freunden, die unter Schmerzen, Angst und Unruhe leiden, richtig umgehen und ihnen eine Hilfe sein können. Auch bei bürokratischen Aufgaben stehen Berater den Betroffenen zur Seite, etwa beim Erstellen von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Schließlich begleitet der ambulante Hospizdienst die Angehörigen in ihrer Trauer.

Die Unterstützung durch die Stiftung war deshalb notwendig geworden, weil die Krankenkassen für ein solches Angebot nicht aufkommen. „Die Kassen zahlen die Pflege, aber nicht die Beratung“, erklärt Kraft. Aber gerade ein solches Angebot sei besonders wichtig für die Angehörigen.

Geld für Ausbildung

Eine in Trebur wohnende Migrantin darf sich ebenfalls über finanzielle Unterstützung freuen. Sie erhält 2400 Euro, damit sie ihre Berufsausbildung im medizinischen Bereich absolvieren kann, teilt Kraft mit. „Es gibt für sie keine anderen Möglichkeiten, ihre Ausbildung zu finanzieren“, erklärt Hartl, weshalb sich der Stiftungsrat für den Antrag entschieden hat.

Neu ist ein gesonderter Geldtopf, in dem die Stiftung 4100 Euro für Notfälle im laufenden Jahr vorhält. Das Geld soll für kurzfristige Bedarfe verwendet werden. „Wenn etwa eine Familie ihrem Kind die Teilnahme an einer Klassenfahrt nicht bezahlen kann“, nennt Nadler ein Beispiel. Natürlich müsse in jedem Fall die Bedürftigkeit nachgewiesen werden. Zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen der des Sozialen Netzes prüften ebensolche Anträge, ist Nadler dankbar für die Unterstützung.

Die Projekte finanziert die Lucy-Weinert-Stiftung aus den Zinserträgen des Siftungsvermögens. Die Höhe der Erträge sei vom Kapitalmarkt abhängig und schwanke von Jahr zu Jahr, erklärt Hartl. Wer Geld spenden oder zustiften möchte, kann sich unter (06147) 930 91 32 oder stiftungsvorstand@lucy

weinert-stiftung.de informieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare