Inzwischen ein seltener Anblick im Kreisgebiet: Die Feldlerche.
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Inzwischen ein seltener Anblick im Kreisgebiet: Die Feldlerche.

Bestand an Feldlerchen zurückgegangen

Mais und Pestizide gefährden Feldvögel

Der Bestand an Feldlerchen im Kreis ist um 64 Prozent zurückgegangen. In Sprendlingen ist sie nicht mehr vorhanden.

Einst war die Feldlerche ein häufiger Brutvogel der Agrarlandschaft. Doch schon seit vielen Jahren geht ihr Bestand stetig zurück. Als sie 1998 zum Vogel des Jahres ernannt wurde, haben Mitglieder des Arbeitskreises Offenbach der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) die Feldlerchenvorkommen im Kreisgebiet kartiert. Insgesamt wurden damals 460 Reviere ermittelt.

Regelmäßige Beobachtungen in mehreren Gemarkungen im Kreis haben seitdem ergeben, dass die Anzahl der Lerchen immer weiter zurückgeht. Und es wurde deutlich, dass der Niedergang der Feldlerche und von weiteren Vogelarten der Agrarlandschaft wie Rebhuhn, Schafstelze und Grauammer in unmittelbarem Zusammenhang mit der Intensivierung der Landwirtschaft steht.

Die Feldvögel sind inzwischen die am meisten gefährdete Artengruppe innerhalb der mitteleuropäischen Vogelfauna. Die Zunahme des Maisanbaus und der Einsatz von Pestiziden tragen dazu bei. Große Flächen mit blühendem Raps sind für viele zwar hübsch anzuschauen, stehen Feldlerche und anderen Vögeln der Agrarlandschaft als Brutrevier und zur Nahrungssuche aber nicht zur Verfügung.

Diese besorgniserregende Entwicklung war Anlass für die HGON, gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) den aktuellen Bestand der Feldlerche im Kreis Offenbach ein weiteres Mal zu erfassen. Das Ergebnis war erschreckend. Mit lediglich 165 Revieren ist der Bestand in den zurückliegenden 17 Jahren um 64 Prozent zurückgegangen.

Völlig verschwunden ist die Lerche in diesem Zeitraum aus Sprendlingen, Hainburg und Urberach. Drastische Rückgänge gab es mit rund 90 Prozent in Heusenstamm, 80 Prozent in Seligenstadt sowie je 73 Prozent in Egelsbach und Obertshausen. Im Rodgau, dem Hauptverbreitungsgebiet der Feldlerche im Kreis, ging die Zahl der Paare von 243 auf 81 zurück. Neben der intensiven Landnutzung haben im Rodgau großflächige Neubaugebiete zu dieser Entwicklung beigetragen.

Um für die Feldlerche und den weiteren Vögeln der Ackerlebensräume die Situation zu verbessern, ist die Anlage von Stilllegungsflächen, Ackerrandstreifen und Blühflächen sowie der Verzicht auf den Umbruch der Felder unmittelbar nach der Ernte und die deutliche Reduzierung des Pestizid- und Düngemitteleinsatzes ein wichtiger erster Schritt.

(fnp)

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