Der Mann, der die Welt über Staus staunen ließ

Er ist einzigartig: Einen zweiten Professor für Physik, Transport und Verkehr gibt es nämlich weltweit nicht. Dass Michael Schreckenbergs Name weit über seine Universität Duisburg-Essen hinaus bekannt ist, hat aber noch einen Grund.

Er ist einzigartig: Einen zweiten Professor für Physik, Transport und Verkehr gibt es nämlich weltweit nicht. Dass Michael Schreckenbergs Name weit über seine Universität Duisburg-Essen hinaus bekannt ist, hat aber noch einen Grund. Als Co-Autor des Nagel-Schreckenberg-Modells zur Entstehung von Staus hat er 1992 die seither weltweit am häufigsten zitierte wissenschaftliche Veröffentlichung vorgelegt.

„Wir haben gezeigt, dass die Gründe für Staus total simpel sind“, sagt der 62-Jährige. „Das kann man jedem Zweitklässler erklären.“ Nach dem Stau-Modell nahm die Karriere als Verkehrsforscher Fahrt auf. Konkurrenz hat der dreifache Familienvater nicht zu fürchten. Schließlich sind Themen wie Transport und Parkplatzmanagement bei Physikern alles andere als beliebt. „Denen ist das zu dreckig. Die wollen lieber mit großen Laserkanonen experimentieren.“ Der gebürtige Düsseldorfer ist Mitglied der europäischen Akademie der Wissenschaft und Künste in Salzburg, „beratend in ständigem Kontakt mit der Verkehrpolitik“ – und sogar im Karneval wissenschaftlich aktiv. Kölns Jecken ärgerten sich darüber, warum der vordere Zugteil immer viel langsamer war als der hintere, wo die Totalitäten sitzen. Klarer Fall für Stau-Mann Schreckenberg. mjo

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