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Minister Tarek Al-Wazir (zweiter von links) war am Samstag zur Unterstützung von Bürgermeisterkandidat

Stichwahl am 7. April

Bürgermeisterwahl in Mörfelden-Walldorf: Parteien rühren Werbetrommel - Prominente Unterstützung für die Grünen

Rund um den Dalles und den Markt in Mörfelden warben Grüne und SPD am Samstag fleißig für ihre Bürgermeisterkandidaten. Die Grünen hatten hierbei prominenten Besuch zur Unterstützung eingeladen.

Mörfelden-Walldorf - Thomas Winkler, der Bürgermeisterkandidat der Grünen, geht als Erstplatzierter in die Stichwahl am 7. April. Am Samstag kam mit dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) prominente Unterstützung für Winkler auf den Dalles in Mörfelden. Neben interessierten Bürgern waren nicht nur Mitglieder und lokale Politiker der Grünen, sondern auch Abgeordnete sowie Mandats- und Funktionsträger anderer Parteien gekommen. Al-Wazir und Winkler suchten mit vielen Bürgern das Gespräch: „Der Wechsel in Mörfelden-Walldorf zu mehr Gemeinsamkeit in unserer Stadt ist möglich, Schluss mit dem „Vorbeiregieren“ an den Bürgern“, so der Kandidat.

Eckpunkte

Mehr Bürgerbeteiligung ist eines von Winklers zentralen Zielen. In einem neuen Flyer zählt er dazu auch die Unterstützung von Vereinen und Initiativen sowie die Stärkung der „Stadt der Vielfalt“: „Diese starke und tolerante Gemeinschaft werde ich weiterentwickeln.“ Ebenfalls zentral ist für Winkler der Erhalt der Umwelt und hier insbesondere der „Grünen Mitte“ zwischen beiden Stadtteilen. Neuer Wohnraum – Winkler möchte neue Sozialwohnungen in städtischer Eigenregie bauen – dürfe nicht hier, sondern müsse durch Nachverdichtung im Stadtgebiet entstehen. Die beiden Feuerwehrgerätehäuser möchte er schnell instandsetzen. Die Planung beim Ausbau der Kläranlage müsse überprüft werden, um so die Kosten zu senken. Die Abwassergebühr müsse sozial verträglich gestaltet werden. Überschüsse aus Gebühren und Abgaben müssten an die Bürger zurückgegeben werden. In den Kitas will der Kandidat die Randzeiten erhalten und die Personalabdeckung verbessern. Weiterhin tritt Winkler für eine Verkehrsentlastung ein, zum Beispiel durch den Ausbau von Carsharing oder eine Stärkung des Radverkehrs. Die geplante Südumgehung Mörfeldens lehnt Winkler ab. Zum Flughafen sagt er: „Ich stehe für klare Worte gegenüber dem Flughafen. Weniger Lärm, weniger Schadstoffe.“

Bürgermeister Heinz-Peter Becker (links), hier mit Manfred Knacker, besuchte am Samstag nach seinem Wahlstand Rot-Weiß Walldorf.

Proteste

Zum Thema Flughafen gab es Proteste gegen Minister Al-Wazir, beispielsweise von der DKP/Linke Liste (LL) mit einem großen Banner gegen „Billigflieger“. Alfred J. Arndt (DKP/LL) verteilte ein Infoblatt unter dem Titel „Winkler – bass uff!“, in dem zu lesen war: „Besonders für den Minister Al-Wazir gilt: Wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr.“ Die Atmosphäre kann aber insgesamt als friedlich und entspannt beschrieben werden, zumal Al-Wazir freundlich auf zahlreiche Fragen einging. Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) machte am Samstag ebenfalls mit seiner Partei Wahlkampf auf dem Dalles. Beim Besuch des Ministers war er nicht mehr anwesend, da er zeitgleich eine Veranstaltung von Rot-Weiß Walldorf besuchte. Der Bürgermeister sagte, in seiner Amtszeit seien bezahlbarer Wohnraum geschaffen, beide Bahnhöfe umgestaltet und Gewerbeparks angesiedelt worden. Im Klimaschutz sei die Stadt vorbildlich und zudem mehrfach als „fahrradfreundlichste Stadt“ Hessens ausgezeichnet worden. Mit der seit 2016 amtierenden Koalition mit Freien Wählern und FDP sei die Konsolidierung der städtischen Finanzen gelungen. Die Bildung einer neuen Koalition und die Abwahl von Franz-Rudolf Urhahn (Grüne) als Erstem Stadtrat und Kämmerer sei aus verschiedenen politischen Gründen notwendig gewesen. Die Fortführung von dessen Finanzpolitik sei keine Option gewesen und heute sei es keine, sie zu wiederholen. Becker betonte, die jetzige Koalition habe nicht nur konsolidiert: „Gleichzeitig haben wir auch viel investiert, vor allem in die Kinderbetreuung.“ Hier seien viele neue Plätze geschaffen und die Betreuung in den Kernzeiten verbessert worden. Die Randzeiten blieben erhalten, sie würden nach den Sommerferien in zwei Kitas pro Stadtteil weiter angeboten werden. Mit dem von ihm befürworteten und von SPD, Freien Wählern, FDP und CDU gefassten Beschluss zum Beitritt Mörfelden-Walldorfs zur Hessenkasse sei die Ablösung der Kassenkredite der Stadt in Höhe von 42 Millionen Euro erfolgt. Sein Gegenkandidat und die Grünen, die den Beitritt abgelehnt hatten, müssten den Bürgern erklären, wie sie das ohne Hessenkasse gemacht hätten. Der Bürgermeister hält das für utopisch und SPD, Freie Wähler, FDP und CDU würden das offenbar alle auch so sehen. Er werde weiter bei den Bürgern für seine Arbeit werben, da er diese gerne fortsetzen wolle.

von Alexander Koch

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