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Die Mehlschwalbe ist leicht an ihrem schwarz-weißen Gefieder zu erkennen.

Vogelschutz

5000 Euro für die Mehlschwalben

Für ein wichtiges Umweltschutzprojekt in Mörfelden-Walldorf ist fortan die Finanzierung gesichert. Aus der Umweltlotterie „Genau“ von Lotto Hessen erhalten Vorkehrungen zum Erhalt der Mehlschwalbe 5.000 Euro.

„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“. Das ist nicht nur eine Redewendung, sondern so heißt auch eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel, sich in Mörfelden-Walldorf für den Erhalt der Mehlschwalbe einzusetzen. Die Vögel stehen inzwischen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Das ist vor allem auf das Insektensterben zurückzuführen. Dieses wird von den meisten Naturschützern im Wesentlichen auf landwirtschaftliche Monokulturen und den intensiven Einsatz von Pestiziden in der Agrarwirtschaft zurückgeführt.

Nach Meinung der meisten Naturschützer verursachen hierbei sowohl Insektizide, die direkt Insekten töten oder vertreiben, als auch Unkrautvernichtungsmittel wie glyphosathaltige Produkte, die Insekten häufig ihre Nahrungsgrundlage zerstören, das Massensterben diverser Insektenpopulationen. Den Schwalben fehlt dadurch zunehmend ihre Hauptnahrungsquelle. Darüber hinaus erschweren die vielen glatten Häuserfassaden und immer mehr versiegelte Flächen der Mehlschwalbe ihren Nestbau. Für diesen findet der Vogel immer seltener einen geeigneten Ort oder das benötigte Baumaterial.

Das Umweltamt der Stadt Mörfelden-Walldorf, der Naturschutzbund (Nabu) Walldorf und dessen Pendant aus Mörfelden haben ein gemeinsames Projekt entwickelt: Mit gezielten Schritten soll die Population der Mehlschwalbe erhalten sowie unterstützt und gefördert werden. Hierzu zählt die Erfassung von Schwalben und ihren Nestern im Stadtgebiet. Darüber hinaus sollen die Gestaltung von schwalbenfreundlichen Gebäuden, die Förderung von Kunstnestern, die Pflege und Erhaltung bestehender Nester sowie die Einrichtung eines Schwalbenhauses vorgenommen werden.

Das Umweltprojekt wurde bei „Genau – Die Umweltlotterie Hessen“ bereits im Jahr 2016 eingereicht. Ende Januar 2018 traf nun telefonisch die erfreuliche Nachricht ein: Das Projekt hat 5000 Euro aus der Umweltlotterie als wichtige finanzielle Unterstützung gewonnen. Die Entscheidung für die Förderung trafen die jeweiligen Wochengewinner der Lotterie.

Über den Gewinn für das Projekt ist auch Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) glücklich: „Wir freuen uns sehr, dass wir als Gewinner ausgewählt wurden. Wir haben eine Arbeitsgruppe mit dem Nabu Walldorf und Mörfelden gegründet und können nun mit dem Gewinn das Projekt finanzieren“, sagt er.

Der Rathauschef ruft außerdem die Bürger zum Mitmachen beim Projekt auf: „Wir hoffen auch auf Unterstützung von Bürgern, die sich zu einer schwalbenfreundlichen Gestaltung von Gebäuden beziehungsweise zum Anbringen von Kunstnestern bereiterklären oder sich auch anderweitig für das Projekt engagieren möchten, um die Schwalbenpopulation wieder zu fördern.“

Die Kontaktdaten

Interessenten, die bei der Arbeitsgruppe „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ mitmachen möchten, können sich per E-Mail an umweltamt@moerfelden-walldorf.de oder unter der Telefonnummer (0 61 05) 9 38-4 44 melden.

(ak)

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