Religionsgemeinschaft in Mörfelden-Walldorf

Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde sieht Baumpflanzung als Teil der Integration

  • vonVolker Arndt
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Die Ahmadiyya-Muslim-JamaatGemeinde pflanzte bereits zum vierten Mal gemeinsam mit Vertretern der Doppelstadt einen Baum. Die Religionsgemeinschaft sieht darin vor allem ein Zeichen guter Integration.

Als „Zeichen der Liebe, Freundschaft und des friedlichen Miteinanders“ organisierte die Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde eine Baumpflanzung in Mörfelden-Walldorf. Vertreter der Doppelstadt und der Ahmadiyya-Religionsgemeinschaft trafen sich dazu am ehemaligen Walldorfer Grillplatz.

Gepflanzt wurden mehrere Stieleichen, auch unter dem Begriff Deutsche Eiche bekannt. Bereits im Jahr 1989 wurde die Stieleiche zum Baum des Jahres gekürt, sie kann über 1000 Jahre alt werden. Rafique A. Khawaja, Leiter für soziale Dienste der Majlis Ansarullah-Organisation, die zur Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde gehört, hielt während des Zusammentreffens zur Pflanzaktion eine Rede.

Die Initiative zum Aufstellen von Friedens- und Freundschaftsbäumen umfasst bereits einen Zeitraum von vier Jahren. „Inzwischen haben wir die 800er-Marke überschritten“, freute sich Rafique A. Khawaja. Er konkretisierte, in 800 Städten und Gemeinden Deutschlands habe Ahmadiyya bereits Bäume gepflanzt. Sie seien, neben einem Zeichen für Frieden und Freundschaft – auch mit Hinweis auf ihre Wurzeln – als ein

Zeichen guter Integration

zu verstehen.

„Für uns ist es in Deutschland wunderbar, weil hier unter anderem Meinungsfreiheit herrscht“, sagte Khawaja, der auch auf die pakistanischen Wurzeln seiner Glaubensgemeinschaft aufmerksam machte, aus der die Ahmadiyya- Muslim-Organisation hervorgegangen sei. „Viele von uns, die hier geboren sind, werden nicht nach Pakistan gehen, sondern in Deutschland bleiben“, betonte er. Bäumepflanzen sei nur eine von vielen Wohltätigkeitsveranstaltungen, welche die Ahmadiyya-Gemeinde regelmäßig mache. Er lobte den Initiator aus Mörfelden-Walldorf, Sharafatullah Khan, der mit seinen beiden Enkelkindern Tabina und Kamran gekommen war, für dessen großes Engagement.

Ehrengast Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) würdigte die „vielfältigen Berührungspunkte mit der Ahmadiyya-Gemeinde“ und erinnerte daran, dass dies bereits die vierte gemeinsame Pflanzaktion sei. Der Präsident der Ahmadiyya-Gemeinde in Mörfelden-Walldorf, Mohammad Akram Khan, zeigte sich ebenfalls erfreut über die gute Kooperation zwischen Stadt und seiner Religionsgemeinschaft: „Wir sind sehr glücklich, weil wir einen Teil zur Integration beitragen konnten, und wir fühlen uns alle sehr wohl in Mörfelden-Walldorf.“

Seine islamische Gemeinde wachse kontinuierlich. So habe die Ahmadiyya-Gemeinde der Doppelstadt noch vor fünf Jahren rund 500 Mitglieder gezählt, aktuell seien es jedoch schon bereits über 750. Bundesweit werde von 35 000 Mitgliedern gesprochen. Außerdem freute es Rafique A. Khawaja, dass Vertreter der Stadt von SPD, CDU und Grüne anwesend waren.

Die Wahl des Standortes der neu eingepflanzten Eichen habe einen besonderen Grund, wusste Rathauschef Heinz-Peter Becker noch zu berichten: „Jahrzehntelang wurde das Gelände als Grillplatz genutzt, aber vom Flughafen Frankfurt kamen immer Gesellschaften und nutzten den freien Zugang.“ Mehr und mehr Vandalismus habe zu Schäden geführt, und sogar ein Feuer sei einmal ausgebrochen.

„Da Mörfelden einen Grillplatz anbietet, ist nun nach einem Stadtverordnetenbeschluss dieser hier in Walldorf rückgebaut worden.“

Becker sprach von einer „Naturverjüngung“ und bedankte sich beim Bau- und Umweltamt für die Unterstützung. Der städtische Bauhof würde zukünftig auch die neuen Bäume im Auge behalten und bei Trockenheit bewässern.

Ob die Stieleichen am „rückgebauten Grillplatz“ 1000 Jahre überstehen werden, wird sich ganz gewiss erst in ferner Zukunft erweisen.

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