Mörfelden-Walldorf

Der Aldi-Umzug rückt näher

Der Bauausschuss befasste sich mit dem geplanten Umzug der Aldi-Filiale von der Opelstraße in die Langener Straße. Doch geht es bei der komplexen Vorlage nicht nur um einen Discounter, sondern auch um Wohnraum und Kinderbetreuung.

Mit dem „Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 52 – Langener Straße“ stand ein äußerst komplexes Thema auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses. So mussten sich dessen Mitglieder am Dienstagabend mit den Themen Nahversorgung, Kinderbetreuung und Wohnraum innerhalb nur einer Vorlage auseinandersetzen. Alle drei Aspekte spielten daher auch in der Ausschussberatung eine wichtige Rolle.

Die Drucksache befasst sich mit dem geplanten Umzug der Aldi-Filiale in der Opelstraße in die Langener Straße 100 im Nordosten von Mörfelden. „Dieser Umzug ist zu begrüßen. Die Nahversorgung des Wohngebiets rund um den Wasserturm kann hierdurch deutlich verbessert werden“, sagte Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD). Zur Nutzung des alten Standorts heißt es in der Vorlage: „Der bisherige Lebensmittel-Standort an der Opelstraße wird geschlossen und einer anderen gewerblichen Nutzung zugeführt.“ Darüber hinaus sollen am neuen Standort dringend benötigter Wohnraum und optional eine Kindertagesstätte entstehen.

Das neu zu errichtende Gebäude in der Langener Straße 100 soll nach Meinung des Magistrats multifunktional genutzt werden. Denkbar wäre ein Lebensmitteldiscounter im Erdgeschoss, eine Kita im ersten sowie Wohnungen im zweiten und dritten Stock. Damit könnten mehrere drängende Probleme mit nur einem Gebäude angegangen werden: Verbesserte Nahversorgung für das Wohngebiet, zusätzliche Kita-Plätze und die Schaffung von Wohnraum.

Die Grünen halten den neuen Aldi-Standort zwar für geeignet, um dort einen Nahversorger zu etablieren, aber: „Bessere Nahversorgung finden wir gut, aber Kita-Plätze und Wohnraum sehen wir an diesem Standort nahe einer Hochspannungstrasse als kritisch an“, sagte Fraktionschefin Andrea Winkler. Daher lehnte sie die Verwaltungsvorlage auch für die Grünen ab.

Die geplante Schaffung von neuem Wohnraum und zusätzlichen Kita-Plätzen könnte, selbst wenn die Vorlage im Stadtparlament am Dienstag, 30. Oktober, eine Mehrheit findet, an der Gesetzeslage scheitern. So steht in der Vorlage: „Der Entwurf des Landesentwicklungsplans, der voraussichtlich im Oktober 2018 rechtskräftig wird, beinhaltet das neue Ziel Nummer 5.3.4-7, bei der Festsetzung von neuen Baugebieten, die dem Wohnen dienen oder vergleichbarer Sensibilität (zum Beispiel Kindertagesstätten), einen Abstand von 400 Metern zu einer Höchstspannungstrasse einzuhalten. In dem Abstand liegt das Vorhaben und große Teile des nordöstlichen Stadtteils in Mörfelden.“ Dieses Abstandsgebot würde zwar nicht den Aldi-Umzug, wohl aber die angestrebten Kita-Plätze und den Wohnraum gefährden.

Die Oppositionsfraktionen CDU und DKP/Linke Liste (LL) enthielten sich im Ausschuss der Stimme. Ihr Meinungsbildungsprozess sei noch nicht abgeschlossen. Allerdings werden sich beide Fraktionen bei der entscheidenden Stadtverordnetenversammlung wohl nicht mehr enthalten. Für die CDU stellte Holger Höflein im Ausschuss kritische Fragen. Diese befassten sich mit der Eignung des Standorts hinsichtlich Erreichbarkeit zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Parkraum und der Flächenversiegelung. Für die DKP/LL äußerten sich Volker Arndt und Fraktionschef Gerd Schulmeyer skeptisch zum Standort. Arndt fragte etwa nach möglichen Problemen mit geparkten Lastwagen.

Zustimmung erhielt die Vorlage von den Koalitionsfraktionen SPD, Freie Wähler (FW) und FDP. „An diesem Standort ist ein großes Einzugsgebiet. Zudem ist der Supermarkt für viele Einwohner aus dem Viertel rund um den Wasserturm gut zu Fuß zu erreichen“, sagte Matthias Moser (SPD). Joachim Rommel (FW) äußerte sich ähnlich: „Für die im dortigen Wohnviertel lebenden Bürger bedeutet der Umzug einen großen Vorteil.“ Stephan Middelberg (FW) unterstützte diese Argumentation und verteidigte auch die Pläne für zusätzliche Kita-Plätze und neuen Wohnraum. „Versuchen wir wenigstens, diese Chance zu nutzen“, sagte Middelberg.

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