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Auch die Stadthalle liegt im Klimaquartier, für das die neue Sanierungssatzung vorgelegt wird. 

Viertel an der Okrifteler Straße

In Walldorf ist ein ambitioniertes Projekt im Rahmen des Klimaschutzes geplant

Im Viertel an der Okrifteler Straße nördlich des Festplatzes in Walldorf plant die Stadt ein ambitioniertes Projekt im Rahmen des Klimaschutzes. Der Magistrat legt nun den Stadtverordneten eine Sanierungssatzung für das betreffende Gebiet vor.

Walldorf - Energetisch sanierte Häuser und ein Nahwärmenetz mit Bioenergie aus einer lokalen Heizzentrale: Das plant die Stadt für das Gebiet im Bereich der Okrifteler Straße nördlich des Festplatzes in Walldorf. Aktuell hat der Magistrat den Stadtverordneten die auch für Anfang 2019 angekündigte Sanierungssatzung für das Klimaquartier in Walldorf vorgelegt, die ein wichtiger Baustein für die Verwirklichung des Vorhabens ist. Dieses ist ein Modellprojekt, das im Erfolgsfall auch auf andere Viertel der Doppelstadt übertragen werden soll.

Das Gebiet in Walldorf war für das Modellprojekt ausgewählt worden, da hier viele Gebäude schon älter sind und deshalb einen hohen Sanierungsbedarf aufweisen. Das gilt sowohl für öffentliche Bauten wie die Stadthalle, die Wilhelm-Arnoul-Schule oder die Polizeiwache als auch für viele private Häuser. Daher lässt sich in diesem Gebiet durch eine energetische Modernisierung ein besonders großer Effekt für den Klimaschutz und bezüglich Energieeinsparungen erzielen.

Mit der Sanierungssatzung wird das Klimaquartier förmlich festgelegt und von anderen Gebieten räumlich abgegrenzt. Es erhält hierbei die Bezeichnung „Okrifteler Straße/nördlich Festplatz“. Im Norden bilden der Nordring und der Friedhof die Begrenzung. Im Süden sind dies die Straße „In der Trift“ und die Wilhelm-Arnoul-Schule. Im Westen stößt das Klimaquartier an ein Waldgebiet als natürliche Grenze. Im Osten verläuft es bis zur Bebauung rund um die Donaustraße. Die Grundstücksbesitzer im betreffenden Gebiet wurden von der Stadt bereits angeschrieben und über das Vorhaben informiert.

Steuerliche Anreize

Sofern die Stadtverordneten der Sanierungssatzung zustimmen, ermöglicht diese den Grundstückseigentümern im Areal steuerliche Vorteile, wenn sie ihre Häuser energetisch sanieren. „Wir hoffen, dass die Sanierungssatzung dazu beiträgt, die Rate bei den energetischen Sanierungen deutlich zu steigern“, so Andreas Fröb, Energiebeauftragter der Stadt Mörfelden-Walldorf. Derzeit werden im Bundesdurchschnitt jährlich etwa ein Prozent aller Häuser energetisch saniert. Im Klimaquartier sollen es mindestens zwei, besser drei Prozent werden. Für die professionelle Durchführung des Projekts hat die Stadt mit Theo Pauly einen Sanierungsmanager eingestellt, der die Umsetzung federführend begleitet.

Nach Auffassung der Stadt stellt eine energetische Sanierung gerade bei Altbauten für Hausbesitzer und deren Nachkommen eine lohnende Investition dar, die zudem dem Klimaschutz und der Energieeinsparung dient. So seien inzwischen mehr als 70 Prozent aller Heizkessel älter als 15 Jahre. Auch das Wohnklima werde nach einer Modernisierung behaglicher.

Neben den durch die Sanierungssatzung ermöglichten steuerlichen Anreizen existieren noch weitere Fördermöglichkeiten wie zinsgünstige Bankkredite oder staatliche Zuschüsse, die miteinander kombiniert werden können. Die Sanierung soll in einem Zeitraum von 15 Jahren nach dem Inkrafttreten der Satzung durchgeführt werden.

Lokales Nahwärmenetz

Das zweite ambitionierte Vorhaben im Klimaquartier neben der energetischen Sanierung der dortigen Gebäude ist die Einrichtung eines lokalen Nahwärmenetzes. Dieses soll mit der Hilfe einer Nahwärmeversorgungsanlage bei der Stadthalle Walldorf möglich werden, die von der Energiegenossenschaft BürgerEnergieRheinMain (BERMeG) betrieben werden soll. „Die Stadt arbeitet mit der BERMeG sehr gut und eng zusammen“, so Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD). Der Brennstoff für die Versorgungsanlage sollen Holzhackschnitzel aus regionalem Waldrestholz sein. Die Bürger sollen so ihre Energieversorgung selbst in die Hand nehmen und sich aus natürlicher Energie der Region versorgen und unabhängig von Öl- und Gasimporten werden. Zur Sanierungssatzung sowie zum Nahwärmenetz plant die Stadt für den 13. März eine Informationsveranstaltung in Walldorf.

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