Die Künstler Michael Pucciarelli alias Pooch (v.l.) und Peter Klein alias Krasshopper mit einem ihrer Werke.
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Die Künstler Michael Pucciarelli alias Pooch (v.l.) und Peter Klein alias Krasshopper mit einem ihrer Werke.

Künstler Krasshopper und Pooch

„Art Anarchy“ an den Wänden

  • VonMarkus Jordan
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Die Künstler malen beruflich auf der Haut und in ihrer Freizeit auf Leinwänden: Peter Klein und Michael Pucciarelli sind Tätowierer. Nun eröffneten sie ihre Ausstellung „Art Anarchy“ im Treppenhaus des Rathauses in Mörfelden.

Ihre Bilder sind bunt, plastisch und ziehen die Blicke auf sich: Die Künstler Krasshopper (Peter Klein) und Pooch (Michael Pucciarelli) stellen bis Ende Juni ihre prallen Gemälde im Treppenhaus des Rathauses Mörfelden in der Westendstraße aus. Zur Vernissage am Sonntag waren an die 50 Gäste gekommen, die sich teils dicht gedrängt, Stufe für Stufe, den Bildern betrachtend näherten.

Digitale Technik

In ihrem eigentlichen Beruf sind Pooch und Krasshopper Tätowierer, die ihre Kunst nicht mehr nur auf lebender Haut verewigen, sondern dem Wunsch vieler ihren Kunden nachgekommen sind, die „Hautbilder“ auch für die Wand im Wohnzimmer anzufertigen. „Das Malen auf Leinwand ist für uns wie Entspannung“, sagt Krasshopper. Diese Malunterlage halte ganz ruhig und lasse zudem ganz andere, teils bequeme Maltechniken zu.

Auch wenn einige der ausgestellten Bilder mit Pinsel als Acrylmalerei entstanden sind, bedienen sich die beiden Künstler mit Vorliebe der digitalen Technik, wobei das Bild am Computer entsteht und danach ausgedruckt wird. Wie der Titel „Art Anarchy“ der Ausstellung verrät, schöpfen die beiden Künstler aus dem Vollen. Sie bedienen sich bei ihrer Motivsuche aus vielen Kulturkreisen und bauen zusammen, was ihnen gerade so in den Sinn kommt. So finden sich Themen aus dem Abendland, die gerne dessen martialische Seite zeigen, neben solchen aus dem mittleren und fernen Osten, die miteinander verschmolzen werden.

Direkt und plastisch

Etliche der Kunstwerke muten wie indische Tempelmalerei an, die aber auch einer wilden Phantasie aus einem Drogenrausch entsprungen sein könnte.

Für Krasshopper ist ein Bild nach eigener Aussage dann gelungen, wenn ein Betrachter sich von ihm angezogen fühlt, wenn er nicht einfach an ihm vorüber geht, sondern davor stehen bleibt und versucht, hinter sein Geheimnis zu gelangen.

Vom Handwerklichen her sind die Kunstwerke gelungen und in ihrer Ausführung teils atemberaubend direkt und plastisch. Sie bieten einen beeindruckenden Farben- und Themenrausch, der nicht unbedingt auf einen geistigen Tiefgang angewiesen ist. Ob dieser darin dennoch zu finden ist, das bleibt dem Betrachter selbst überlassen.

Noch bis Dienstag, 30. Juni, können diese besonderen Kunstwerke im Rathaus Mörfelden in der Westendstraße 8 zu den regulären Öffnungszeiten angeschaut werden.

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