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Die Eisbahn wächst: Mit Spezialstiften fügen Mitglieder der TGS die Kunststoffplatten zu einer ebenen Fläche zusammen.

TGS Walldorf

Rund 30 Helfer schuften, um Schlittschuhläufern rund fünf Wochen ein winterliches Outdoor-Vergnügen zu bereiten

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Bei der Turngesellschaft (TGS) in Walldorf bricht die Eiszeit an: Vom 8. Dezember bis zum 12. Januar haben Eisprinzessinnen und auch ganz normale Schlittschuhläufer Gelegenheit, ihr Können auf zwei Kufen zu erproben.

Die Turngesellschaft (TGS) Walldorf will den Bürgern der Doppelstadt in diesem Winter etwas ganz Besonderes bieten: Erstmals wird auf dem Gelände des Sportvereins, direkt neben dem Fitnessclub, eine Eisbahn winterliches Outdoor-Vergnügen ermöglichen. Gestern hatten die ehrenamtlichen Helfer der TGS alle Hände voll zu tun, unter Anleitung von Christian Steg von dem Schweizer Unternehmen Green-Ice diese Eisbahn zusammenzubauen.

Zusammenbauen? – Genau! Denn diese Eisbahn kommt gänzlich ohne Eis aus. Vielmehr handelt es sich um 310 Kunststoffplatten, die zu einer 300 Quadratmeter großen Fläche zusammengesetzt werden, wie Horst Bauer, TGS-Präsident, erläuterte. Insgesamt etwa 30 Mitglieder packten kräftig zu, um die Kunststoffplatten zu verlegen, die Banden zu montieren und einen Absperrzaun zu errichten, der eine geregelte Nutzung der Bahn gewährleisten soll. Niemand soll über die Banden auf die Eisbahn gelangen können, denn nur etwa 60 Personen dürfen gleichzeitig die Fläche nutzen, auf der ein Sturz übrigens ebenso schmerzhaft sein kann wie auf echtem Eis.

Da wurden die zwei Quadratmeter großen Platten geschleppt und ineinandergeschoben, heftige Hammerschläge hallten über den Platz, bis plötzlich und unerwartet die Bautätigkeit stoppte. Da standen Männer, die sich perplex, unsicher und überlegend das Haupt kratzten. Was war geschehen? – Die Bahn war rechts zu nah an das Rasenstück gesetzt worden, so dass die letzte Reihe der Platten nicht mehr verlegt werden konnte. Was war zu tun? Sollte auf diese Platten verzichtet werden? Nach kurzem Bedenken die Entscheidung: Diese Platten werden auf die linke Seite der Bahn verlegt, obwohl dort bereits die Banden errichtet worden waren. Da gab’s kein Zögern, kein Mucken oder Murren, alle packten bereitwillig mit an. Christian Steg sagte anerkennend: „Das ist gute Teamarbeit.“

Zuvor hatte es bereits eine weitere unliebsame Überraschung gegeben. Für ein Versorgungszelt waren nicht alle Teile geliefert worden. Statt der erwarteten fünf waren nur drei Pakete bei der TGS angekommen, und in den beiden fehlenden Kisten befanden sich ausgerechnet die Teile, welche die Streben der Zeltkonstruktion zusammenhalten. Hans Schweitzer, bei der TGS zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, hatte es dann übernommen, die fehlenden Pakete bei dem Zustelldienst abzuholen – kein ganz einfaches Unterfangen, weil diese beiden Pakete angeblich bereits im August in Worms ausgeliefert worden seien. Somit ist die Verpflegung der Besucher mit Glühwein und heißen Würstchen gesichert.

Und dann noch mittendrin ein Hilferuf: „Das Zelt fliegt weg!“ Gemeint war ein anderes Zelt, in dem Bauutensilien aufbewahrt wurden. Dieser Schaden wurde aber flugs mit ein paar Heringen behoben, so dass der Eröffnung der Anlage am heutigen Samstag um 14 Uhr auf dem Gelände der TGS, Okrifteler Straße 6, nichts mehr im Wege steht. Die Eisbahn ist unter der Woche von 14 bis 21 Uhr zum Eislaufen geöffnet. Jeweils am Samstagabend ist Disco angesagt, die erste steht unter dem Motto „Hüttenzauber“. Samstags sind Besucher von 14 bis 19 Uhr willkommen, sonntags von 14 bis 21 Uhr. Außerdem steht die Bahn sonntags von 9 bis 12 Uhr und dienstags von 19 bis 21 Uhr zum Eisstockschießen zur Verfügung.

Da die Zeiten, da im Winter Seen und Flüsse zufrieren, seit etlichen Jahren vorüber sind, ist der Besitz von Schlittschuhen hierzulande eher die Ausnahme. Aus diesem Grunde hält die TGS in einem Pavillon 120 Paar Schlittschuhe bereit, angefangen bei der Größe 26 bis hin zur Größe 47. Und dass diese auch genutzt werden, davon zeugt die große Zahl von Anmeldungen, die der TGS bereits vorliegen. 50 Kita-Kinder wollen das pseudo-eisige Vergnügen nutzen, und für rund 600 Schulkinder soll es vormittags heißen: Eislaufen statt Schulbankdrücken. Ferner hat sich das Behindertenwerk mit 50 Personen angemeldet, ebenso viele hat das Integrationsbüro avisiert.

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