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Osman Özdemir von der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt eröffnete die Wanderausstellung ?Mensch, du hat Recht(e)?.

Mensch du hast Recht(e)

Ausstellung im Rathaus: Gegen Ausgrenzung und Rassismus

Woher kommen Vorurteile, wie entstehen sie? Was ist normal, was nicht, was ist Rassismus? Diesen Fragen geht die Ausstellung „Mensch, du hast Recht(e)!“ im Rathaus Walldorf nach.

Die Ausstellung „Mensch, du hast Recht(e)!“ über Diskriminierung, Rassismus und Menschenrechte wurde vom Mobilen Lernlabor der Bildungsstätte Anne Frank (Frankfurt) nach Walldorf gebracht. Das Integrationsbüro unter der Leitung von Anette Keim hatte die Schau zum Auftakt der interkulturellen Tage in der Doppelstadt, die bis zum 3. Oktober dauern, an Land gezogen – sie soll speziell junge Menschen ab zwölf Jahren in ländlichen Gegenden ansprechen, weil es dort oftmals an Angeboten gegen Rassismus mangele.

Zur Vernissage der Ausstellung im Erdgeschoss und Foyer des unklimatisierten Rathauses waren bei etwa 50 Grad etwa 15 ausschließlich erwachsene Besucher gekommen. Der Schweiß floss in Strömen, es wurden Getränke verteilt und Sitzplätze angeboten. Die unerträgliche Hitze führte mitunter zu starken Kreislaufproblemen.

Bürgermeister Heinz-Peter Becker begrüßte die Gäste mit einem Hinweis auf das Gesamtkonzept der interkulturellen Tage unter dem Motto „Vielfalt leben“, die angesichts von 115 verschiedenen Nationen in der Doppelstadt ausgerichtet werden.

Rassismus und Diskriminierung seien ein aktuelles Thema, so Becker. Laut einiger Studien seien immer mehr Menschen davon betroffen. Und immer öfter werde in sozialen Medien und auch über die AfD suggeriert, dass es sich bei gewissen Formulierungen um richtige handele, die sich nachahmen und teilen ließen. „Es ist wichtig, dem gegenüberzutreten“, so Becker.

Immer häufiger würden junge Leute angegangen, wenn sie eine Kippa trügen. Viele Menschen mit Migrationshintergrund fänden keine Wohnungen mehr, und oftmals drohe ihnen die Abschiebung in ihre Heimatländer. „Es ist wichtig, sich diesem Thema zu nähern.“

Die Ausstellung sei speziell für junge Menschen konzipiert. Becker zeigte sich erfreut, weil bereits 15 Klassen achter und neunter Jahrgänge der Bertha-von-Suttner-Schule ihren Besuch der Wanderausstellung angekündigt haben.

Osman Özdemir von der Bildungsstätte Anne Frank, zuständig für den Arbeitsbereich Religion, Diskriminierung und Radikalisierung, stellte sich und die Einrichtung vor. Die Bildungsstätte sei vor etwa 20 Jahren entstanden. Sie orientiere sich mit vielfältigen Projekten, darunter Workshops zu Rechtsextremismus und Umgang mit Konflikten, an einer Welt ohne Hass. Darüber hinaus werde ein Beratungsangebot unterhalten.

Die Idee des Lernlabors sei, ein

Angebot für Jugendliche

gegen Rechtsextremismus zu schaffen. Es gelte, früh anzusetzen und präventiv zu arbeiten.

Die Ausstellung verdeutlicht, dass in ihrer Entwicklung jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen eine wichtige Rolle spielte. Deshalb orientiert sich das Lernlabor an deren Bedürfnissen. Es animiert zu Auseinandersetzungen mit Alltagssituationen und -wissen.

Die Ausstellung mit Texten und Bildern, aber auch Stationen zum Mitmachen, geht verschiedenen Fragen nach – beispielsweise, welche Bilder Medien und die Werbung vermittelt, was Prominente wie die Bundeskanzlerin oder Kevin Boateng zum Rassismus sagen, wie Konflikte verstanden und geschlichtet werden können.

Darüber hinaus vermitteln die verschiedenen Stationen des Lernlabors mit pädagogischen Zielen Überlegungen zum eigenen Verhalten, wenn beispielsweise Nazis zu einer Demonstration aufrufen, oder in welcher Gesellschaft die jungen Leute leben wollen. Sie werden animiert, sich Gedanken über Alternativen zu machen.

Die Ausstellung „Mensch, Du hast Recht(e)!“ ist bundesweit die erste interaktive Wanderausstellung zu den Themen Menschenrechte und Diskriminierung und kann bis zum 22. August während der Öffnungszeiten des Rathauses kostenfrei besichtigt werden.

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