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Begegnungsgarten in Mörfelden-Waldorf: Buddeln und säen, was das Zeug hält

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Minan Riskyi (links) und Agnes Heyer pflanzten Erdbeeren und frische Kräuter.
Minan Riskyi (links) und Agnes Heyer pflanzten Erdbeeren und frische Kräuter. © Mara Paul

Schon bald soll der Begegnungsgarten wieder mit prächtigen Pflanzen und Blüten in verschiedensten Farben erstrahlen. Doch dafür gibt es noch viel zu tun.

Die Morgenstunden, in denen Gewürzpflanzen am intensivsten duften, sind bereits vorbei. Trotzdem entlocken die Sonnenstrahlen Rosmarin, Zitronenmelisse und –thymian, Minze und Basilikum ein wunderbares Aroma. Mit einem gemeinschaftlichen Arbeitseinsatz von Beetpaten startete der Begegnungsgarten in der Okrifteler Straße 27 hinter der Skateranlage beim Jugendzentrum in Walldorf in die Saison. Mit kleinen Schaufeln wurde gegraben, gebuddelt, geharkt, gepflanzt, gesät und gegossen, was das Zeug hielt. Immerhin galt es, dort 12 Hochbeete und ein großes Gemeinschaftsbeet so vorzubereiten, dass es dort wieder in allen Facetten grünt und blüht.

Aus einigen der etwa ein Meter hohen Anlagen lachten bereits bunte Stiefmütterchen dem Besucher entgegen. In anderen wiederum zeugte die Bepflanzung vom Mut ihrer Paten. Sie verschönerten die Beete schon vor den Eisheiligen, die erst Mitte Mai anstehen und noch einmal Frost mitbringen und dann alle empfindlichen Pflanzen den Tod bringen können, bereits mit Geranien, Sonnenblumen, fleißigen Lieschen, Tagetes und auch sensiblen Gemüsepflanzen wie verschiedenen Sorten Paprika, Tomaten und Melonen.

Beliebter Treffpunkt

Die investierte Mühe soll sich auch im zweiten Jahr des Begegnungsgartens wieder lohnen. Nachdem die Beete von unschönen Überbleibseln des Winters gereinigt worden waren, wurden sie wieder fein hergerichtet. Immerhin handelt es sich bei dem Begegnungsgarten inmitten der vielen bunten Blumen, Kräuter und Gemüsesorten um einen beliebten Treffpunkt – nicht nur für Menschen. Seit zehn Tagen ist ein Bienenvolk dort heimisch. Imker Martin Schulmeyer siedelte die nützlichen Insekten dort vor dem Hintergrund des akuten Bienensterbens an. Einerseits sollen sie helfen, die blühenden Gemüsepflanzen und auch neuen Sträucher im neuen Naschbeet zu bestäuben. Andererseits sollen sie auf dem Areal genug Nahrung zum Überleben finden.

Voriges Jahr waren vom großen Gemeinschaftsbeet Kartoffeln geerntet worden. Wegen zu großer Mühsal wurde es nun mit Obststräuchern bestückt und in ein Naschbeet umgestaltet. Dort gedeihen nun Johannis, Erd-, Him- und Stachelbeeren in friedlichem Stelldichein. Sobald die Früchte reif sind, darf sich jeder ihrer bedienen und sie vernaschen.

„Bislang nichts zerstört“

Ein Hochbeet wurde Anfang des Jahres abgegeben. Der Jugendförderung erscheint die ständige Pflege zu aufwendig. Laut Anette Keim vom Integrationsbüro, deren „Kind“ der Begegnungsgarten ist, wurde das Beet an das Familienzentrum vermittelt. Keim zeigt sich erfreut, dass der Begegnungsgarten als Treffpunkt für Jung und Alt dient. Neben vielen Beetpaten, die sich dort bei der Blumen- und Pflanzenpflege treffen, sind in den Abendstunden auch viele Jugendliche dort. „Sie akzeptieren unsere Arbeit, bislang wurde nichts zerstört“, so Keim. Lediglich ein wenig Müll liege ab und zu herum, aber das sei verkraftbar.

Keim betonte, dass der Begegnungsgarten jederzeit jedem offen stehe. Ein Beet sei sogar noch frei. Interessenten, die es betreuen und bepflanzen möchten, wenden sich unter (0 61 05) 93 87 73, 01 76/ 11 93 81 35 oder via mail an anette.keim@moerfelden-walldorf.de an die Integrationsbeauftragte.

Abgerundet wurde das gemütliche Treffen zum Saisonstart von einer großen Pflanzentauschbörse sowie Informationen von Schulmeyer über das neu angesiedelte Bienenvolk. Die Trommelgruppe von Inge Schulmeyer sorgte für schmissige Rhythmen, während sich Besucher mit Stoffresten am Zaunflechten beteiligten und die grauen Zäune mit verschiedenen Motiven bunt verzierten. Und die Künstlerin Ulrike Gähtgens-Maier lud an einem Maltisch zum Mitmachen ein.

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