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Friederike Heislitz (Mitte) verdeutlichte, wofür so manches Gewächs gut ist.

Wanderung

Beim Kräuterspaziergang die Schätze der Natur entdecken

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Während einer Wanderung erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über verschiedene Kräuter. Viele enthalten nicht nur Vitamine und sind schmackhaft, sie sind auch für die Wundversorgung geeignet.

Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen – und darüber hinaus sorgen sie auch für kulinarische Genüsse und Gaumenfreuden. Jedoch sollten die Kräuter gekannt werden. Deshalb hatten der Kreisverband Groß-Gerau der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und das städtische Umweltamt zu einer Kräuterwanderung rund um die Rudolfsruh eingeladen. Das Amt hatte sich eingeklinkt, weil es seine Veranstaltungen in diesem Jahr unter das Thema „Wald“ gestellt hat. Die Wanderung wurde von Friederike Heislitz, Vorsitzende der SDW, und Katharina Diergarten vom Umweltamt geleitet.

16 Teilnehmer hatten sich eingefunden, und Heislitz zeigte sich mit dem Zuspruch zufrieden. Die Teilnehmer schwärmten rund um das Vereinsheim Rudolfsruh der SDW über die Magerwiese aus und sammelten Kräuter für eine spätere gemeinsame Analyse.

Weil diese Magerwiese nicht gedüngt und erst spät im Jahr nur einmal gemäht wird, fanden sich dort einige Besonderheiten wie das äußerst seltene breitblättrige Knabenkraut – eine heimische Orchideenart, die unter strengstem Naturschutz steht. Es wurde nicht etwa gepflückt, sondern fotografiert. Was mit dieser Pflanze gemacht wird? „Nichts. Man freut sich, dass man sie ein einziges Mal im Leben gesehen hat“, so Heislitz.

Sie verdeutlichte den Teilnehmern, dass sich schmalblättriger Spitzwegerich hervorragend als Wundverband bei kleineren blutenden Verletzungen einsetzen lässt und sein Saft den quälenden Juckreiz nach Insektenstichen lindert. Auch sein naher Verwandter, der breitblättrige Spitzwegerich, lässt sich unterwegs gut verwenden – beispielsweise als Auflage gegen beginnende Blasen in drückenden Schuhen.

Freilich wurde auch die Brennnessel nicht vergessen. Sie eignet sich als erste großartige Vitamin-C-Bombe im Jahr hervorragend für die Zubereitung von Salaten und gekocht auch in Suppen oder als Gemüse. Ins Visier der Kräutersammler rückte auch das Wiesen- und Klettlabkraut, das zerkleinert einst als Zugabe zur Käsebereitung verwendet wurde.

Wissenswertes gab es auch über den Löwenzahn zu erfahren. Früher hieß es, er sei giftig. Das jedoch rührte lediglich daher, dass seine Wolfsmilch die Kleidung braun färbte. Diese Flecken gingen beim Waschen nicht heraus. „Also wurde den Kindern erzählt, Löwenzahn sei giftig, damit sie ihn in Ruhe ließen“, so Heislitz. Er sei aber keineswegs giftig und lasse sich von der Blüte bis zum Blatt hervorragend beispielsweise für Salate verwenden. Darüber hinaus lasse sich aus den Blüten mit Zucker und Wasser ein toller Honigersatz zubereiten.

Auch die Knoblauchsraute gab sich am Wegesrand ein Stelldichein. Wegen ihres Knoblauchgeschmacks aromatisiert sie in rohem Zustand Salate und Kräuterbutter. Jedoch sollte sie nicht gekocht werden, dann verliert sie ihren Geschmack. Die Vogelmiere lässt sich das ganze Jahr hindurch für die Zubereitung eines würzigen Pesto verwenden, aus Bärlauch lässt sich eine schmackhafte Variante von Tzatziki zubereiten, und Sauerampfer eignet sich nicht nur geschnitten für den Salat. Die Samen seiner rötlichen Dolden lassen sich prima in Butter schwenken und ergeben so eine leckere Knabberbeigabe zum Salat. Untersucht wurde auch das Schöllkraut. Sein Saft wird in der Volksmedizin seit jeher zur Bekämpfung von Warzen eingesetzt.

Die Termine für das zweite Halbjahr stehen von der kommenden Woche an im Internet unter .

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