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Spielfreudiges Trio bei der Boogie-Woogie-Night im Bürgerhaus: Christoph Oeser am Klavier, Götz Ommert am Bass und Robert Strobel am Schlagzeug.

Konzert im Bürgerhaus

Boogie-Woogie vertreibt den Schrecken

Christoph Oeser ist ein Garant für ausverkaufte Konzerte. Mit seiner „Boogie-Woogie-Night“ lockte er auch diesmal wieder zahlreiche Fans ins Bürgerhaus.

Bereits zum elften Mal fand am Samstagabend die „Boogie-Woogie“-Night mit Christoph Oeser im Mörfelder Bürgerhaus statt. Rund 350 Besucher genossen sowohl Eigenkompositionen des bekannten Musikers, als auch die Cover-Versionen bekannter Titel aus dem Blues, Boogie-Woogie und Jazz.

Niemanden hätte es allerdings gewundert, wenn der lustige Abend mit „Christoph Oeser and friends“ abgesagt worden wäre. Aufgrund des Polizeieinsatzes und den Schüssen am Bürgerhaus in der Nacht zuvor war befürchtet worden, dass die Spurensicherung noch länger im und am Bürgerhaus zu tun hätte und deswegen die Vorbereitungen auf den Abend nicht abgeschlossen werden könnten. „Gegen halb neun haben wir die Information bekommen, dass das Innere des Bürgerhauses nicht betroffen ist und unsere Planung wie gedacht stattfinden kann“, berichteten Bürgermeister Heinz-Peter Becker und Günter Bergmann vom Sport- und Kulturamt.

Daher war vom Schreck der Morgenstunden am Abend auch nicht mehr viel zu spüren. Etwa 350 Besucher kamen ins Mörfelder Bürgerhaus zur 11. Boogie-Woogie Night, somit waren alle Sitzplätze mal wieder belegt. „Wenn man bedenkt, dass Boogie-Woogie eine Art des Jazz ist und sich Jazzkellerbetreiber sehr darüber freuen, wenn 70 oder 80 Personen zu einem Konzert kommen, dann konnte Christoph Oeser heute alleine von den Besuchern her die Auslastung für eine gesamte Woche in einem Club in Frankfurt, Darmstadt oder Wiesbaden vorweisen.

Eigentlich ist die Zahl der Jazzliebhaber eher limitiert“, freute sich auch Günter Bergmann über den guten Besuch im Saal des Bürgerhauses. Traditionell übernahmen die Fußballerinnen von Kickers Mörfelden die Bewirtung der Gäste, wie es sich seit der ersten Boogie-Woogie Night eingebürgert hat.

Mit einem „sehr langsamen Blues“ eröffnete Christoph Oeser das diesjährige Konzert und erntete für seinen Solo-Auftritt am Flügel viel Applaus. Zum zweiten Stück mit dem kreativen Titel „Boogie-Woogie in the Bürgerhaus“ – wie Oeser in einer seiner kurzweiligen Moderationen verkündete – betrat der erste „Freund“ die Bühne. „Am Schlagwerk sehen wir jetzt Robert Strobel, der sonst seit 1992 im Tigerpalast ein Engagement hat und mit Größen wie Roy Black, Vico Torriani oder Paul Kuhn schon auf der Bühne stand“, sagte ihn Oeser an, bevor beide als Duo das Konzert fortsetzten. Bereits beim dritten Lied herrschte eine großartige Stimmung im Saal, und alle Besucher klatschten mit, bevor Oeser seinen Freund Götz Ommert auf die Bühne bat und er mit seinem Bass aus dem Duo ein Trio machte.

„Are You ready?“, fragte Oeser seine Freunde, und von Ommert kam nur zur Belustigung des Publikums ein etwas gelangweilt klingendes „Ja, ja“ zurück. „Was spielen wir denn überhaupt?“, schloss sich die Frage von Ommert an und man beschloss den „Christoph’ s Blues“ dann einfach zu improvisieren.

Bis zur Pause spielte das Trio auf der Bühne und schaffte es, die Zuhörer im Saal mit bekannten und weniger bekannten Melodien zu begeistern. Im zweiten Teil des Abends kamen dann „and friends“ auf die Bühne. Mit Anke Schimpf, Doris Assenheimer und Jonas Keim an den drei Saxofonen wurde das Konzert fortgesetzt. Der eine oder andere treibende Saxofon-Ton erfreute schnell alle Zuhörer und ließ auch den letzten städtischen Mitarbeiter den Schreck der Morgenstunde vergessen.

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