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Bürgermeister Heinz-Peter Becker strebt dritte Amtszeit an

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Die SPD Mörfelden-Walldorf hat Bürgermeister Heinz-Peter Becker auf ihrer Jahreshauptversammlung für eine dritte Amtszeit nominiert. Hierbei gab sie ihm großen Rückhalt.

Bürgermeister Heinz-Peter Becker strebt eine dritte Amtszeit an. Seit der Jahreshauptversammlung (JHV) der SPD Mörfelden-Walldorf am Mittwochabend im voll besetzten Vereinsheim der SKG Walldorf herrscht darüber nun Gewissheit. Mehr als 50 Personen, darunter neben den stimmberechtigten örtlichen SPD-Mitgliedern um die zehn Gäste, waren zur JHV gekommen.

Der Bürgermeister begründete seine erneute Kandidatur vor den SPD-Mitgliedern mit den spannenden Herausforderungen des Amtes. Zudem ergänzte er: „Ich habe immer noch genug Energie und viele Ideen.“ Becker stellte seine Person und die Bilanz seiner bislang mehr als zehnjährigen Amtszeit in einer ausführlichen Präsentation den Mitgliedern vor. Hierbei ging er auf eine Vielzahl von Themen ein. Darunter waren die wirtschaftliche Entwicklung, der städtische Haushalt, das Stadtbild, die Schaffung neuen Wohnraums, Sport-, Kultur- und Vereinsförderung, Bildung und Integration sowie Umwelt- und Klimaschutz.

Klimaschutz im Fokus

„Gerade Klimaschutz war für mich immer ein Schwerpunktthema“, hob Becker hervor. Diesbezüglich verwies Becker auf energetische Sanierungen und Optimierungen an diversen städtischen Gebäuden mit Hilfe des Energie- und Klimaschutzbüros, das energetische Quartierskonzept in einem Wohnquartier in Walldorf, die Förderung von erneuerbaren Energien und von E-Mobilität sowie die Teilnahme der Doppelstadt am Stadtradeln.

Becker ging auch ausführlich auf Bildungs- und historische Veranstaltungen der Stadt sowie im Besonderen auf die Kulturförderung ein. So unterstützt die Stadt zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, beispielsweise den Skulpturenpark in Mörfelden, Ausstellungen in der Kommunalen Galerie in Walldorf oder die neue Veranstaltungsreihe „Kultur im Keller“ in Mörfelden. „Ich bin stolz darauf, wie viele auswärtige Gäste zu Kultur-Veranstaltungen nach Mörfelden-Walldorf kommen.“ Mit Bezug auf den Skulpturenpark sagte Becker: „Wir sind die Stadt der Skulpturen.“ Becker freute sich zudem besonders, dass sich das „Fest der Vielfalt“ so gut etabliert habe: „Das Fest der Vielfalt ist ein Gewinn.“

Bahnhöfe umgestaltet

Weiterhin erläuterte Becker die von der Stadt gegebenen Vereinszuschüsse der vergangenen Jahre, wobei er gleichzeitig einräumte, dass einige Vorhaben nicht oder noch nicht hätten finanziert werden können. Als wichtige Erfolge seiner Amtszeit sieht Becker die Neugestaltung der Langgasse, der Farmstraße und des Steinwegs sowie die Umgestaltung der beiden Bahnhöfe an. Ein hier noch offener Punkt sei allerdings die Herstellung eines barrierefreien Zugangs zum Mittelbahnsteig am Bahnhof Walldorf. Beim Thema Lärmschutz habe die Doppelstadt gemeinsam mit anderen Kommunen immerhin einen Teilerfolg erzielen können.

Derzeit drängende Probleme seien die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und von Kinderbetreuungsplätzen. Zwar werde die Stadt allein in diesem Jahr 170 neue Betreuungsplätze schaffen, aber dennoch könne das die hohe Nachfrage nur verringern, aber noch nicht decken. Ähnlich sei die Situation im Wohnungsbau. Mit der Bebauung am „Walldorfer Weg“ sei Wohnraum für 450 Menschen geschaffen worden, darunter auch vergünstigter Wohnraum in 44 Sozialwohnungen. Zudem werden noch weitere Sozialwohnungen am Festplatz und in der Straße „Am Schlichter“ entstehen. Dennoch reiche das nicht aus, um die hohe Nachfrage im Ballungsraum zu decken.

Becker ging auch auf die für ihn politisch eher unangenehmen Themen wie die Verschuldung der Doppelstadt mit Kassenkrediten, die hohe Steuerbelastung bei der Grundsteuer B und die Straßenbeitragssatzung ein. Letztere könne hoffentlich bald wieder abgeschafft werden, falls der Hessische Landtag die Gesetzeslage ändere. Die hohe Steuerbelastung bei der Grundsteuer B habe nach diversen Erhöhungen 2018 immerhin zum ersten Mal gesenkt werden können. Die 42 Millionen Euro an Kassenkrediten der Doppelstadt will Becker mit Hilfe der in dieser Woche vom Hessischen Landtag verabschiedeten Hessenkasse abbauen, Mörfelden-Walldorf hat bereits den Beitritt beschlossen.

In der kurzen Aussprache erntete Becker großen Zuspruch vom SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Werner Schmidt, Landrat Thomas Thomas Will, der als Gast gekommen war, und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Best. Bei der geheimen Abstimmung erhielt Becker dann ein überzeugendes Votum, nämlich alle 37 gültigen Stimmen. Eine Stimme war ungültig. Gegenkandidaten gab es nicht. Die SPD-Mitglieder folgten damit einem einstimmigen Votum ihres Vorstands, der Becker einstimmig als Kandidaten vorgeschlagen hatte. Becker freute sich sichtlich über den großen Rückhalt seiner Partei. Der Wahlkampf wird allerdings mit Sicherheit weniger harmonisch werden, als die Nominierung durch die eigenen Reihen.

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