Volksfest

Das war der bunte Kerbumzug durch Mörfelden

Im Moment herrscht in Mörfelden fröhliche Stimmung, denn es ist Kerb. Wie meistens war Petrus auf der Seite der Merfeller Kerweborsch und das war vor allem für den Umzug am Samstag gut.

Wenn bei herrlichem Spätsommerwetter die Stadt bunt geschmückt und rund um den Dalles in der Mitte Mörfeldens ausgelassene Stimmung ist und ein riesiger Andrang an fröhlichen Menschen herrscht, dann ist Kerwezeit. Ein besonderer Höhepunkt war der Samstag mit dem Kerweumzug, dem Aufstellen des Kerwebaums am Dalles, dem Fassanstich von Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) mit nur zwei Schlägen und der Kerweredd vom diesjährigen Kerwevadder Dennis Schulmeyer in Frack und Zylinder: „Ei Kerb iss heit, ihr liewe Leut!“, rief Schulmeyer zum Beginn seiner Rede dem gut gelaunten Publikum zu. Den sicheren Stand der Leiter, auf welche der Kerwevadder bei seiner Ansprache steigt, hatte „Beivadder“ Kai Schulmeyer stets im Blick.

Der „Kerwevadder“ ging in seiner Rede auf die lokale, hessische, deutsche und internationale Politik ein. Als politisch wichtigstes Thema im Ort griff Schulmeyer, Stadtverordneter der Freien Wähler, den Bürgerentscheid zur Zukunft der Feuerwehr auf. Trotz der politischen Kontroversen sagte er verbindlich: „Dennoch sollt die Feierwehr, egal wie nun entschiede, z’samme mit de Politik en gemeinsame Plan schmiede.“ Weitere kommunale Themen waren die Bürgermeisterwahl im März 2019 sowie die Abschaffung der Straßenbeiträge in der Doppelstadt. Darüber hinaus verteilte der Kerwevadder diverse Spitzen gegen Walldorf, erteilte ein Lob für die neue Brauerei und ihr Bier in Mörfelden und erinnerte an den 40. Geburtstag des örtlichen „Kerschfestes“ sowie an den Pokalsieg der Eintracht.

Der riesige Andrang an Menschen rund um den Dalles zeigte, dass es eine richtige Entscheidung war, die Kerb seit 20 Jahren wieder in der Mitte Mörfeldens zu feiern. Die zahlreichen Fahrgeschäfte, Verkaufs-, Essens- und Getränkestände sowie ein Stand des Jugend- und Kulturzentrums Mörfelden sorgten am Kerweplatz für ein breites Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Vor der Rede Schulmeyers hatten die Kerweborsch mit großem Krafteinsatz den 17 Meter hohen Kerwebaum mit Kerwebopp aufgestellt. Dieser wurde bereits auf dem vorherigen Kerweumzug durch die Straßen Mörfeldens am Ende des Zuges mitgeführt. Der zweistündige Umzug mit vielen bunten Fußgruppen und Motivwagen zog besonders in der Mitte Mörfeldens sehr viele Besucher an. Neben den gastgebenden Kerweborsch und Altkerweborsch aus Mörfelden nahmen zahlreiche Kerweborsch-Vereine und Musikgruppen aus benachbarten Kommunen teil.

Aus Walldorf liefen die Kerweborsch mit, die traditionell immer ein Wochenende nach Mörfelden ihre Kerb feiern. Die meisten Zugnummern wurden von der Sport- und Kulturvereinigung (SKV) Mörfelden gestellt, von der gleich mehrere Abteilungen am Umzug teilnahmen. Die Jugendfeuerwehr Mörfelden, der Sportclub Kickers Mörfelden, die Handballspielgemeinschaft aus Mörfelden und Walldorf, die „Hundefreunde Mörfelden“, die „Bühne MöWa“, die „Neufeld and friends“, „Delirium Merfelle“, die „DHG Hohlköpp“, die „Fahrschule Auerhammer“, die „Sunshine Bar“ und die Bürgerinitiative „MöWa für Zwei“ machten ebenfalls mit.

Am Samstagabend heizte „DJ Mambo“ im ausverkauften Bürgerhaus den Besuchern ein. Dort war bereits Freitagabend die Kerb mit der Band „Orange Box“ stimmungsvoll eröffnet worden. Am Freitagabend gab es zudem zahlreiche Ehrungen, wobei die für Simon Kunz für zehn Jahre Kerweborsch hervorzuheben ist.

Nach dem eher ruhigen Sonntag mit „Kerwegottesdienst“ steht am heutigen Montag der traditionelle „Kerwefrühschoppen“ an: Alle Kneipen in Mörfelden dürften voll sein. Die Kerb rund um den Dalles endet am morgigen Dienstag mit einem Familientag zu vergünstigten Preisen.

Abends findet nicht nur die Merfeller Kerb 2018 ihren Abschluss, sondern es wird auch schon der Kerwevadder für 2019 gewählt, denn: Nach der Kerb ist vor der Kerb.

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