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In einem Workshop lässt sich CDU-Bürgermeisterkandidat Karsten Groß (Mitte) von den Ideen der Bürger für sein Wahlprogramm inspirieren.

Wahl

CDU-Kandidat für den Posten als Rathauschef: Karsten Groß hört sich bei einem Workshop Ideen der Teilnehmer an

Mit einer "Agenda 2025" geht CDU-Bürgermeisterkandidat Karsten Groß in die Bürgermeisterwahl im März. Seine zwölf wesentlichen Eckpunkte stellte er am Wochenende Bürgern in einem Workshop vor.

Die Bürger mehr beteiligen: Das ist eines der erklärten Ziele von CDU-Bürgermeisterkandidat Karsten Groß. Am Samstag stellte er in einem Workshop im Rathaus Walldorf sein Zwölf-Punkte-Programm für die Bürgermeisterwahl am 24. März vor. Hieran nahmen neben CDU-Mitgliedern auch interessierte Bürger teil, die nicht der Union angehören.

Durch diese externe Beteiligung wollte der Kandidat sich nicht nur ein Feedback auf seine politischen Eckpunkte holen, sondern auch zusätzliche Anregungen und Ideen aufnehmen. Als ein besonders positives Beispiel für Bürgerbeteiligung hob Groß den Bürgerentscheid für zwei Feuerwehrgerätehäuser im Dezember 2018 hervor. Er bekannte sich erneut klar zu zwei Standorten. Allgemein müsse das Ehrenamt gestärkt werden. Das gelte natürlich für die Feuerwehr, aber auch für die Vereine. „Mit einer Ehrenamtscard – analog zum Hessen-Ticket – möchte ich erreichen, dass das ehrenamtliche Engagement für unsere Stadt mehr gewürdigt wird“, so der Kandidat. Zudem möchte Groß Kürzungen bei der Vereinsbezuschussung, die in der Zeit des Schutzschirms erfolgten, wieder zurücknehmen.

Von Teilnehmern des Workshops erhielt er die Rückmeldung, dass sich die in der Sozialarbeit tätigen Vereine untereinander noch besser vernetzen könnten. Groß sagte Unterstützung zu, dass er dies fördern wolle, sollte er am 24. März zum Bürgermeister gewählt werden.

Projekte vorantreiben

Der Kandidat hob hervor, wie wichtig es ihm sei, Projekte voranzutreiben, die in den vergangenen Jahren entweder gar nicht oder kaum vorangekommen seien. Für Mörfelden nannte er hier die Südumgehung, für Walldorf die mangelnde Barrierefreiheit am Bahnhof am Gleis in Richtung Frankfurt. Zu letzterem soll die hierzu eingerichtete parteiübergreifende Arbeitsgruppe „revitalisiert“ werden, um gemeinsam eine Lösung zu erreichen. Gemäß der von ihm verkündeten „Agenda 2025“ will der CDU-Kandidat bis spätestens zu jenem Jahr ein barrierefreies Bahnfahren am Bahnhof Walldorf verwirklichen. Ein weiterer Schwerpunkt ist für Groß die Innenstadtentwicklung rund um den Dalles in Mörfelden und auf einem neu zu planenden Waldenserhof-Areal in Walldorf. Für letzteres hat sich der Kandidat ebenfalls das Jahr 2025 als Zielmarke gesetzt.

In der Wirtschaftsförderung sieht Groß noch viel ungenutztes Potenzial für die Doppelstadt. „Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing müssen intensiviert und Chefsache werden“, so der Kandidat. So möchte Groß gerade in diesem Bereich die Interkommunale Zusammenarbeit ausbauen.

Neben der Prüfung neuer Wohngebiete will Groß durch eine Verdichtung in bestehenden Wohngebieten zudem mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Im Verkehrsbereich solle das Radwegenetz innerörtlich und auch mit Verbindungen zu anderen Kommunen verbessert werden. Ebenso soll die Elektromobilität ausgebaut werden. Insgesamt fällt auf, dass Groß viele Inhalte in sein Zwölf-Punkte-Programm aufgenommen hat, die sicher von den Grünen inhaltlich geteilt werden. Hierzu zählen auch die Anpflanzung zusätzlicher Bäume oder die Begrünung von mehr Flächen im Stadtgebiet.

Randzeiten erhalten

Bezüglich der Kinderbetreuung bekannte sich Groß zum Erhalt der Randzeiten in den städtischen Kitas. Hierbei begrüßte er den jüngsten Vorschlag des Ersten Stadtrats Burkhard Ziegler (Freie Wähler), die derzeitigen Notdienstregelungen – diese ermöglichen, dass weiter die Randzeiten in Anspruch genommen werden können – bis zum Sommer zu verlängern. Nach dem Sommer sollen laut Ziegler diese wenigstens noch in zwei städtischen Kitas pro Stadtteil weiterhin angeboten werden. Groß sagte dazu: „Wir werden den Ersten Stadtrat beim Wort nehmen.“

Bezüglich der Grundschulen solle eine Schulträgerschaft durch die Stadt geprüft werden. Die Ärzteversorgung soll sowohl durch dezentrale Praxen als auch ein Medizinisches Versorgungszentrum erhalten bleiben. An der derzeitigen Informationspolitik der Stadt äußerte Groß grundsätzliche Kritik. Betroffene von wichtigen Entscheidungen würden seiner Meinung nach gar nicht oder erst zu spät informiert. Groß versprach, sollte er Bürgermeister werden: „Ich werde vor wichtigen Entscheidungen die Bürger einbinden, ganz besonders die unmittelbar Betroffenen.“

von ALEXANDER KOCH

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