Treten für Demokratie, Respekt und Toleranz ein: Doris Nikolai-Schäfer, Dr. Ingeborg Lickteig, Edda Bassler und Marga Stahlmann (von links) von den Omas gegen Rechts. FOTO: Koch
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Treten für Demokratie, Respekt und Toleranz ein: Doris Nikolai-Schäfer, Dr. Ingeborg Lickteig, Edda Bassler und Marga Stahlmann (von links) von den Omas gegen Rechts.

Bundestagswahl 2021

"Die Demokratie muss verteidigt werden"

  • VonAlexander Koch
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Omas gegen Rechts ermutigen zum Wahrnehmen des Wahlrechts

Die Bundestagswahl rückt näher. Am 26. September sind die Bundesbürger dazu aufgerufen, den 20. Deutschen Bundestag zu wählen. Nicht nur bei den Parteien läuft der Wahlkampf an, auch die Omas gegen Rechts werden aktiv. Der ursprünglich in Österreich entstandene lockere Zusammenschluss setzt sich ehrenamtlich für Demokratie, Respekt und Toleranz ein.

Die Omas gegen Rechts sind bewusst überparteilich, sie wenden sich aber entschieden gegen Parteien mit menschenfeindlichen Positionen aus dem rechtsextremen Spektrum. In Mörfelden-Walldorf haben die Omas gegen Rechts ein ausgesprochen engagiertes Team. "Bei uns machen inzwischen mehr als 30 Personen mit", freut sich Dr. Ingeborg Lickteig von der örtlichen Gruppe. Mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu, dass den Omas gegen Rechts in Mörfelden-Walldorf auch drei Opas angehören.

Mir Bürgern ins Gespräch kommen

Aktuell ist das Ziel, mit den Bürgern im Vorfeld der Bundestagswahl ins Gespräch zu kommen. Hierzu haben die Omas gegen Rechts vier Stände angemeldet, die sie in der Zeit der Wochenmärkte in Walldorf (Donnerstag) und Mörfelden (Samstag) in deren Nähe durchführen. Sie stehen jeweils zur den Zeiten der Wochenmärkte an den Rathäusern in Mörfelden und Walldorf. Am vergangenen Donnerstag waren die Omas gegen Rechts gleich vier Stunden von 14 bis 18 Uhr vor dem Rathaus Walldorf präsent. Ingeborg Lickteig, Edda Bassler, Marga Stahlmann, Doris Nikolai-Schäfer und Christel Tron lösten sich gegenseitig ab und sorgten dafür, dass der Stand immer gut besetzt war. Hierbei erfuhren sie viel Zuspruch von mehreren Passanten.

An ihrem Stand sind die Omas gegen Rechts sehr gut mit Infomaterial ausgestattet. Zudem haben sie für die Bundestagswahl einen besonderen Hingucker vorbereitet, nämlich bunte Würfel, die ins Auge stechen. Auf diesen sind verschiedene politische Schlagworte angebracht, die bewusst zur Diskussion anregen. "Wir wollen ja gerade mit den Bürgern ins Gespräch kommen", betont Edda Bassler.

Die frühere Stadtverordnetenvorsteherin hat zwar kein kommunalpolitisches Mandat mehr inne, aber ein politischer Mensch ist sie natürlich geblieben. Daher engagiert sie sich bei den Omas gegen Rechts. "Wir sind reich an Jahren, aber jung im Kopf", sagt Bassler. Die Omas gegen Rechts seien neugierig und freuten sich darauf, neuen Menschen zu begegnen. Aktuell gehe es darum, die Menschen dazu zu ermutigen, ihr Wahlrecht am 26. September wahrzunehmen.

Die überparteiliche Gruppierung ruft zwar nicht zur Wahl bestimmter Parteien auf. Aber sie tritt entschieden gegen Rechtsextremismus und Rassismus und damit gegen Parteien ein, die ein solches Weltbild vertreten. "Wir werden nicht müde, laut unsere Meinung zu sagen. Wir glauben an die Demokratie, die stets verteidigt werden muss", so Ingeborg Lickteig mit Nachdruck.

Zwar sei es nicht möglich, Menschen mit einem festgefahrenen rechtsextremen Weltbild von diesem abzubringen. Doch könnten die Omas gegen Rechts vielleicht unschlüssige Bürger erreichen. Damit sind sowohl jene gemeint, die noch unentschlossen sind, ob sie überhaupt zur Wahl gehen, als auch jene, die damit liebäugeln, vielleicht Parteien aus dem rechtsextremen Spektrum zu wählen.

In der Region gut vernetzt

Nach den vier Ständen überlegen sich die Omas gegen Rechts noch weitere Ideen und Aktionen für den Bundestagswahlkampf. So verfügen sie über eigene Schirme und bald auch T-Shirts. Beides fällt auf und bietet sich für publikumswirksame Aktionen in den nächsten Wochen an. Die Mörfelder-Walldorfer Gruppe der Omas gegen Rechts ist zudem über die Stadtgrenzen hinaus sehr gut vernetzt. Kürzlich nahm sie mit vielen weiteren Gruppen an einer Gegendemonstration gegen die AfD in Groß-Gerau teil, als diese dort eine Veranstaltung abhielt. "Wir waren mit 250 bis 300 Personen vor Ort, die AfD hatte hingegen nur 40 Teilnehmer im Raum", erzählt Edda Bassler.

Sie betont, dass die Omas gegen Rechts sich dafür einsetzen, dass die Demokratie auch für kommende Generationen erhalten bleibt. "Niemand hat bisher eine bessere Gesellschaftsform als die Demokratie gefunden. Ich kann mir auch definitiv keine andere vorstellen, in der wir leben wollen." ALEXANDER KOCH

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