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Eine Auszeichnung für „Oma Helga“

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Helga Dammel kommt jeden Freitag in die Kita V und liest dort den Kindern vor. Die lieben ihre „Oma Helga“. Für ihren Einsatz wurde sie jetzt von Bürgermeister Heinz-Peter Becker ausgezeichnet.

Von Karlheinz Niess

Als Helga Dammel gestern Vormittag den kleinen Speisesaal der Kindertagesstätte (Kita) V in Mörfelden-Walldorf betrat, hatte sie noch keine Ahnung, was ihr blüht. Es war Freitag. Und das ist der Tag, an dem Helga Dammel immer in die Kita in der Heidelberger Straße geht – die ersten 31 Jahre als Reinigungskraft. Sie kümmerte sich zunächst darum, dass Kinder und Erzieherinnen sich wohl fühlten. Als sie dann in Rente gehen wollte, baten sie die Erzieherinnen, zu bleiben.

Sie brauchten noch eine „Leseoma“. Denn in vielen Familien wird nicht mehr vorgelesen. Entweder, weil Lesen bei manchen ohnehin nicht mehr üblich ist oder aber, weil einfach die Zeit fehlt. Doch an diesem Freitag warteten nicht nur die Kinder auf die „Oma Helga“, wie sie von den Kleinen liebevoll genannt wird. Die Leiterin der Kita, Susan Nestripke, war auch da, und sogar Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) wartete auf Helga Dammel.

Denn jetzt sollte einmal die „Leseoma“ im Mittelpunkt stehen. „Sie machen das jetzt bereits im 13. Jahr“, sagte Becker. Das sei ungewöhnlich und ein guter Grund für eine Auszeichnung, ergänzte der Rathauschef. Denn seit 2002 ist „Oma Helga“ jeden Freitag in der Kita V und liest den Kindern etwas vor. „Am liebsten mögen sie Geschichten von Piraten und Hexen“, weiß die Leseoma. Die Bücher leiht sie sich von der Bücherei aus, oder sie sind in der Kita vorhanden. „Ich habe selber keine Enkel und das macht mir so viel Spaß“, erklärte die 73-Jährige ihr Engagement.

Auch die Kinder sind von ihrer „Oma Helga“ vollauf begeistert. „Das ist so schön, wenn sie uns was vorliest“, war die einhellige Meinung der Kleinen. Zusammen mit Helga Dammel geht es dazu in den eigens dafür vorgesehenen Raum, wo sie ungestört den Abenteuern aus den Büchern lauschen können.

Neben Blumensträußen und einem kleinen Gläschen Sekt zur Feier des Tages gab es für die „Leseoma“ auch eine Urkunde aus den Händen des Bürgermeisters. „In dem Umschlag ist ein Gutschein“, erklärte der Rathauschef zu dem kleinen Geschenk, das es dazu gab. Die größte Freude aber dürfte für Helga Dammel die Begeisterung der Kinder sein. Sie sangen ein eigens einstudiertes Lied und applaudierten ihrer „Oma Helga“ heftig. Vor allem aber war die Überraschung gelungen – keiner hatte ein Sterbenswörtchen verraten. Zur Belohnung bekamen die Kinder dann eine ganz besonders spannende Geschichte vorgelesen.

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