Freuen sich über die neu gepflanzten Bäume: Dirk Treber, Bürgermeister Thomas Winkler, Leonard Duricic, Jürgen Pons, Helmut Doll und Heinz-Peter Becker (von links). FOTO: Alexander Koch
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Freuen sich über die neu gepflanzten Bäume: Dirk Treber, Bürgermeister Thomas Winkler, Leonard Duricic, Jürgen Pons, Helmut Doll und Heinz-Peter Becker (von links).

Natur und Umwelt

Experiment mit Libanon-Zeder und Flaumeiche

  • VonAlexander Koch
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Klimainitiative pflanzt fünf widerstandsfähige Baumarten

Der Klimawandel ist auch in der Doppelstadt deutlich zu spüren. Starke Unwetter haben in den vergangenen Jahren viele Zerstörungen angerichtet. Zudem hat die enorme Trockenheit dafür gesorgt, dass sehr viele Bäume im Stadtgebiet sowie im Wald rund um Mörfelden-Walldorf abgestorben oder schwer geschädigt sind.

Die 2020 gegründete Klimainitiative möchte die Bevölkerung für das Problem sensibilisieren. Die überparteiliche ehrenamtliche Initiative handelt nach der Maxime "global denken, lokal handeln". Daher hat sie zusammen mit der Stadt und der Margit-Horváth-Stiftung eine gemeinsame Baumpflanzaktion organisiert. Diese wurde zum Beginn der Pflanzperiode gestartet, damit die Bäumchen die Chance haben, gut anzuwachsen. Hierbei wurden fünf verschiedene Bäume unterschiedlicher Art in der Nähe der Bildungs- und Gedenkstätte Margit-Horváth-Zentrum gepflanzt.

Zeichen des Klimawandels

Bei einem vor kurzem stattfindenden Ortstermin bedankte sich Jürgen Pons von der Klimainitiative bei den Spendern, die mehr als 2200 Euro für die Pflanzung von fünf klimastabilen Bäumen gegeben haben. Die Spenden gingen entweder bei der Stadt oder der Margit-Horváth-Stiftung ein. Zu den Spendern gehören die beiden evangelischen Kirchengemeinden der Doppelstadt sowie zahlreiche Familien und Einzelpersonen aus Mörfelden-Walldorf und Umgebung. Pons bedankte sich zudem bei der Stadt, die bei der Finanzierung in Vorleistung getreten ist und mit den Mitarbeitern des Bauhofs die Bäume gepflanzt hat. Der Sommer meinte es bislang gut mit den neuen Bäumen.

"Dieser Sommer ist bei Weitem nicht so heiß und trocken wie die letzten drei", erläuterte Pons. Vor einem Jahr im August sei der Wald um Mörfelden-Walldorf wesentlich trockener gewesen, was damals entscheidend zu einem großen Waldbrand geführt habe. Der Klimawandel zeige sich in Deutschland derzeit aber an Hochwasserkatastrophen und zudem in vielen südeuropäischen Ländern an schweren Waldbränden. Die fünf Neuanpflanzungen seien ein notwendiges Experiment.

Es bleibe abzuwarten, welche Baumarten tatsächlich am besten mit dem Klima zurechtkommen. Erkenntnisse der Vergangenheit könnten nicht mehr auf die Zukunft übertragen werden. Deshalb müssten neue Wege geprüft und beschritten werden.

Für die Margit-Horváth-Stiftung bedankte sich deren Kuratoriumsvorsitzender Heinz-Peter Becker bei Spendern, Stadt und Klimainitiative. Der frühere Bürgermeister ist selbst in der Klimainitiative engagiert. Er äußerte die Hoffnung, dass sich die fünf neuen Bäume als klimastabil erweisen werden. Für die Stadt betonte Bürgermeister Thomas Winkler, dass die Kommune für den Herbst eine große Baumpflanzaktion plane. Hieran sollen sich möglichst viele Menschen beteiligen. Auch das Areal rund um das Margit-Horváth-Zentrum solle davon profitieren. Der Bürgermeister lobte die Klimainitiative: "Ehrenamtliches Engagement ist sehr wichtig." Nur durch den Einsatz vieler Bürger könne die Klimakrise bekämpft werden.

Monokulturen sind anfälliger

Pons führte die Gruppe zu den fünf neu gepflanzten Bäumen. Bei diesen handelt es sich um eine Libanon-Zeder, eine Zerreiche, eine Esskastanie, eine Winterlinde sowie eine Flaumeiche. "Wir haben bewusst diverse Baumarten gepflanzt, die bislang nicht oder kaum in Deutschland heimisch waren", so Pons. Viele hierzulande klassischen Baumarten, hätten realistischerweise keine Zukunft mehr. Sie kämen mit der Trockenheit und der Hitze nicht zurecht. Pons machte deutlich, dass in Deutschland Bäume beides vertragen müssten - Widerstandsfähigkeit gegen Hitze und Trockenheit im Sommer sowie gegen Kälte im Winter. "Die gepflanzten Baumarten erfüllen diese Bedingungen", so Pons. Ein Mischwald habe in der Klimakrise die vergleichsweise besten Überlebenschancen. Auch Waldbrände würden sich leichter und schneller in Monokulturen ausbreiten als in Mischwäldern. ak

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