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Faisal Kawusi tritt mit seinem neuen Programm „Anarchie“ im JuKuZ Mörfelden auf.

Comedian aus Mörfelden-Walldorf

Faisal Kawusi präsentierte im JuKuZ sein neues Programm "Anarchie"

Ein inzwischen deutschlandweit bekannter Comedian kehrte am Wochenende in seine Heimatstadt Mörfelden-Walldorf zurück. Faisal Kawusi trat mit seinem Programm "Anarchie" vor einem ausverkauften JuKuZ auf.

Mörfelden-Walldorf - Es hat etwas Sympathisches, wenn erfolgreiche Musiker oder Comedians, die inzwischen weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt hinaus bekannt sind, in letztere für einen Auftritt zurückkehren. So war es auch am Samstagabend im Jugend- und Kulturzentrum (JuKuZ) Mörfelden, als der mittlerweile deutschlandweit bekannte Comedian Faisal Kawusi am Ort seiner Kinder- und Jugendzeit auftrat.

Mit 130 Personen war das JuKuZ ausverkauft. Die „JuKuZ Event AG“, die am Samstag in einer erfolgreichen Premiere ihre erste Comedy-Veranstaltung ausrichtete, sorgte mit ihren ehrenamtlichen Helfern für einen reibungslosen Ablauf.

Vorpremiere

Unter den Gästen befanden sich zwar viele Bürger der Doppelstadt. Doch diverse Zuschauer hatten eine längere Anfahrt. Das war leicht festzustellen, da das Publikum von Kawusi eingebunden und mehrere Gäste nach ihrem Wohnort gefragt wurden. Einem Teenager beschied Kawusi über die Vorteile in diesem Alter: „Als Teenager hat man noch Diener, die einen fahren.“ Zudem klärte der 27-jährige Comedian diese mit einem Display groß gewordene Altersgruppe auf: „Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, da wusste man bei einem Anruf gar nicht, wer dran ist.“

Kawusi war nach Mörfelden-Walldorf gekommen, um sein neues Programm „Anarchie“ vorzustellen. Mit diesem wird er bald auf Tour gehen. Der Auftritt im JuKuZ gehörte noch nicht zur Tour, sondern war eine Vorpremiere, die dem Comedian die Gelegenheit gab, die Pointen anhand der Reaktionen des Publikums auszutesten. Viele der Witze des deutschen Comedian mit afghanischen Wurzeln zielen auf kulturelle Gegensätze und Missverständnisse. „Ich bin sogar extra auf deutsche Trauerfeiern gegangen, um die deutschen Traditionen besser kennenzulernen.“

Viel Selbstironie

Der Comedian machte mit einem Augenzwinkern auch deutlich, was er gar nicht mag: „Ich hasse Regeln.“ Hieraus leitet sich auch der Name seines Programms „Anarchie“ ab. Mit der politischen Korrektheit steht Kawusi erklärtermaßen auf Kriegsfuß. Genau hieraus speisen sich viele Pointen, die beim Publikum für herzhaftes Lachen sorgten. Dieses blieb bei einigen besonders politisch inkorrekten Witzen einem Teil der Zuschauer manchmal auch im Hals stecken.

Furcht vor einem möglichen Proteststurm kennt Kawusi nicht, denn er sagt: „Ich habe nur Angst vor dem Finanzamt.“ Der Comedian bewies bei seinem Auftritt viel Selbstironie, er spottete ständig über sein hohes Gewicht. Zudem sorgte die stete Interaktion mit dem Publikum für viel Situationskomik. Kawusi, aber auch mehrere Zuschauer, zeigten hierbei vom Veranstaltungsbeginn bis zu den Zugaben am Ende ihre Schlagfertigkeit.

von Alexander Koch

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