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Rita Riedzewski (von links), Naqibullah Scherzai und Grit Umstätter backen Plätzchen zugunsten Geflüchteter.

Weihnachtsbäckerei

Im Familienzentrum entstehen weihnachtliche Leckereien für den guten Zweck

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Zu dritt sind sie am Werk: Rita Riedzewski, Naqibullah Scherzai und Grit Umstätter backen im Familienzentrum jede Menge Plätzchen. Darunter auch eine Sorte nach eigenem Rezept.

„Man nehme . . .“ – so beginnen alle Rezepte, zumindest für die Weihnachtsbäckerei. Dass dabei die Küche und Kleidung nicht sauber davonkommen, darauf wird nirgends hingewiesen. Mit der Aussicht auf leckere Plätzchen und Kekse wird dies aber billigend in Kauf genommen.

Auch in der Weihnachtsbackstube des Familienzentrums in Mörfelden ging es ohne Kleckereien nicht ab. Dort buken Rita Riedzewski, Naqibullah Scherzai und Grit Umstätter während der ersten von mehreren Backaktionen vor Weihnachten süße und kalorienreiche Leckereien. Sie kommen dem städtischen Integrationsbüro und dem Netzwerk Asyl zugute. Sie bieten die Plätzchen beim Weihnachtsmarkt zum Verkauf an. Die Einnahmen werden an die Hilfe für Geflüchtete gespendet.

Die zwei Damen und der in Afghanistan geborene Herr hatten sich bereits im vergangenen Jahr zum Plätzchenbacken im Familienzentrum getroffen. „Damals waren wir zehn Personen. Das war zu viel, die Backerei dauerte wegen nur eines Ofens viel zu lange“, erinnert sich Mitarbeiterin Umstätter. Drei Personen, das sei eine übersichtliche Runde.

Scherzai, der vor drei Jahren aus seiner afghanischen Heimat nach Deutschland gekommen war, zeigte besonderen Spaß am Backen. Im vergangenen Jahr sei es viel zu turbulent zugegangen, doch dieses Jahr habe er viel gelernt, so dass er zu Hause die Plätzchen für seine Familie alleine nachbacken könne.

Der 32-Jährige hat sich bewusst bei der Weihnachtsbäckerei im Familienzentrum eingefunden, weil dort ausschließlich typisch deutsche Weihnachtsplätzchen gebacken werden und er so die deutsche Kultur und Tradition besser kennen lernt. Zurzeit absolviert er eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsgärtner, und er hat sich auch der Freiwilligen Feuerwehr Mörfelden angeschlossen.

Im Familienzentrum schlug Scherzai zunächst etliche Eiweiß mit einem Mixer steif, gab dann Zucker und gemahlene Haselnüsse hinzu. Dann erfolgte der schwierigere Akt, denn kleine Teigportionen mussten mit jeweils zwei Teelöffeln auf Oblaten gesetzt werden. Umstätter zeigte, wie’s gemacht wird.

In der Zwischenzeit hatte Riedzewski aus dem Eigelb, das vom Makronenteig abgefallen war, Teig für Butterplätzchen geknetet und ausgerollt. Eifrig stach sie mit verschiedenen Formen Herzen, Sterne und andere Figuren aus und belegte Backbleche damit, die dann im Ofen goldbraun gebacken wurden. Umstätter wiederum stellte Teig für Plätzchen nach einem eigenen Rezept her – für Dattelplätzchen (siehe Rezept).

Das Integrationsbüro übernahm die Kosten für die benötigten Zutaten. Die Arbeit erfolgte ehrenamtlich. Bis zum Weihnachtsmarkt in Mörfelden wird es laut Umstätter voraussichtlich noch weitere Backtermine im Familienzentrum geben, die aber noch ungewiss seien. Denn viele Frauen und Männer würden Plätzchen für den guten Zweck in der heimischen Küche backen und dann dem Integrationsbüro und dem Netzwerk Asyl für den Verkauf zukommen lassen.

Das Familienzentrum lädt für Freitag, 30. November, zwischen 16 und 18 Uhr zu seinem Adventsbasar im Hof in der Langgasse ein. Es gibt Kirschkernkissen, Adventskränze, Glühwein, Punsch und Waffeln. Der Erlös kommt der Einrichtung zugute. Am 13. Dezember spielt sich der begehbare Adventskalender unter dem Thema „Wünsch dir was“ um 17.30 Uhr im Hof des Familienzentrums ab.

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