Diskussion

Feuerwehrstandorte in Mörfelden-Walldorf: Ein Thema, das die Bürger bewegt

Die jüngste Bürgerversammlung in Mörfelden-Walldorf wurde ganz von den Themen Kinderbetreuung und Feuerwehr dominiert. Bei letzterem prallten die unterschiedlichen Sichtweisen aufeinander.

„Sind Sie dafür, dass zwei Feuerwehrgerätehäuser in Mörfelden und Walldorf erhalten bleiben sollen?“ Die Bürger der Doppelstadt sind aufgerufen, am 16. Dezember in einem Bürgerentscheid genau diese Frage mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten. Die Frage nach der Zukunft der Feuerwehr dominierte zwei Drittel der dreistündigen Versammlung am Mittwochabend im Bürgerhaus Mörfelden, an der rund 200 Bürger teilnahmen. Die erste Stunde des Abends hatte dem Thema Kinderbetreuung gehört.

Vor Beginn der kontroversen, aber sachlich geführten Diskussion zur Frage des oder der Feuerwehrstandorte hatten zunächst Bürgermeister und Brandschutzdezernent Heinz-Peter Becker (SPD), Roger Manger vom Stadtplanungs- und -bauamt sowie Volker Becker vom städtischen Hauptamt in das Thema eingeführt. Letzterer erläuterte, warum das Bürgerbegehren für einen Bürgerentscheid über die Abstimmung für die Beibehaltung von zwei Standorten erfolgreich und zulässig war: „Alle Formalien wurden eingehalten, sämtliche Voraussetzungen erfüllt.“

Im Folgenden erläuterte Volker Becker den Ablauf des Bürgerentscheids am 16. Dezember. Dieser wird ähnlich einer Kommunalwahl ablaufen, das heißt, deutsche und nichtdeutsche EU-Bürger, die volljährig sind, sind wahlberechtigt. In beiden Stadtteilen wird es Wahllokale geben, zudem gibt es die Möglichkeit der Briefwahl. Für einen erfolgreichen Bürgerentscheid müssen 25 Prozent der Wahlberechtigten mit „Ja“ stimmen, zudem muss es eine Mehrheit für „Ja“ geben.

Bürgermeister Becker erläuterte in einer Präsentation, warum sich der Magistrat und das Stadtparlament dafür entschieden haben, ein neues Feuerwehrgerätehaus an einem zentralen Standort zwischen beiden Stadtteilen in der Wageninger Straße zu bauen. Beim neuen Standort könne die Hilfsfrist, die bei einem Einsatz in Hessen zehn Minuten beträgt, eingehalten werden. Das sei inzwischen auch durch Fahrversuche bestätigt worden. Ein zentraler Standort ermögliche zudem die Bündelung der Kräfte.

Roger Manger ergänzte verschiedene städtebauliche Aspekte. So könne an den bisherigen Feuerwehrstandorten dringend benötigter Wohnraum entstehen. Die Betriebskosten für die Unterhaltung seien bei einem zentralen Gebäude geringer, was sich vor allem längerfristig auswirken werde. Zudem gäbe es am neuen Standort Entwicklungs- und Erweiterungsmöglichkeiten, aber nicht an den bestehenden Standorten. Manger lobte die Feuerwehr dafür, dass derzeit in 90 Prozent der Fälle die Hilfsfrist eingehalten werde. Perspektivisch sprächen aber mehr Argumente für einen zentralen Standort.

Das Ende der Bürgerversammlung war ursprünglich für 22 Uhr angesetzt, weshalb gegen 21.40 Uhr Unruhe aufkam, da die Diskussion noch nicht eröffnet worden war. Mit der Freigabe der Debatte und der Verlängerung der Bürgerversammlung auf 23 Uhr konnte der Unmut aber schnell entschärft werden. Die erste Wortmeldung in der Diskussion gehörte Peter Schulmeyer, dem Wehrführer der Einsatzabteilung Mörfelden, der sich klar für die Beibehaltung von zwei Standorten aussprach. Ein zentraler Standort würde das Ehrenamt empfindlich schwächen. Er verwies zudem insbesondere auf die Seite 14 der Präsentation, aus der klar hervorgehe, dass die Feuerwehr bei einem zentralen Standort bei den meisten Einsätzen länger brauchen würde. Schulmeyer sagte: „Wir sind immer für die Bürger da, bitte seien Sie am 16. Dezember für uns da.“

Schulmeyers Argumentation wurde von zahlreichen weiteren Rednern unterstützt und ergänzt, so beispielsweise von Raphael Anger, einem von drei Vorstandssprechern der Bürgerinitiative „MöWa für zwei“. Zwar gab es insgesamt mehr Wortbeiträge für zwei Feuerwehrhäuser, doch meldeten sich auch viele Befürworter eines zentralen Standorts zu Wort. Hierunter war beispielsweise Roland Adomeit, ehemaliger Wehrführer der Einsatzabteilung Mörfelden, der mit Blick auf den demografischen Wandel die Entscheidung der Stadtverordneten im Sinne einer Konzentration der Kräfte begrüßte, besonders im Hinblick auf die Tagesalarmbereitschaft.

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