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Flohmarkt wurde zum Nachbarschaftstreff

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Von: Carmen Erlenbach

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Erna und Erich Kuschmierz boten alles an, was bei ihnen im Haushalt sinnlos herumstand und nur noch Platz weggenommen hat.
Erna und Erich Kuschmierz boten alles an, was bei ihnen im Haushalt sinnlos herumstand und nur noch Platz weggenommen hat. © Carmen Erlenbach

Einige Bewohner der Richard-Wagner-Straße in Mörfelden veranstalteten einen Flohmarkt der etwas anderen Art. Neben Schnäppchen gab es nette Gespräche unter Nachbarn.

Fast jeder dürfte das aus eigener Erfahrung kennen: Im Lauf der Jahre haben sich im Keller oder auf dem Speicher zahlreiche Dinge angesammelt, die meist aus nostalgischen Gründen aufgehoben oder sogar gehortet werden. Oft stehen sie nur noch im Weg herum und nehmen Platz weg. Nicht immer fällt es leicht, sich von diesem „Plunder“ zu trennen, dennoch unternahmen Anwohner der Mörfelder Richard-Wagner-Straße diesen Versuch.

Was ein Haushalt hergibt

Auf Initiative von Bernd Schulz richteten sie am Samstag einen nicht alltäglichen Flohmarkt aus. In vielen Höfen waren Stände aufgebaut und Besucher hatten die Möglichkeit, die ausgemisteten Sachen auf langen Tapeziertischen, Mäuerchen und dem Rasen, in Kisten, Kästen oder lose drapiert in Augenschein zu nehmen.

Zu finden war alles, was ein Haushalt so hergibt – von altem und hübschem Geschirr und technischen Geräten wie Kompressoren über Backformen und handgestickten Tischdecken bis hin zu Fotoapparaten und Filmkameras. Es gab Papageienkäfige, Spielzeug, Kuscheltiere, Videofilme und Bücher sowie Klamotten, Schuhe, Modellautos, Tennisschläger und sogar einen Heimtrainer und Reizwäsche.

Sinn und Zweck war laut Schulz weniger, beim Verkauf den schnellen Euro zu machen, als der kommunikative Aspekt hinter dem ganzen Aufwand. So kam er nach einem gelungenen Straßenfest im vorigen Jahr auf die Idee mit dem Straßenflohmarkt. „Wir kennen uns in der Straße nicht mal alle. Tagsüber ist man arbeiten, und abends und an Wochenenden ist man froh, wenn man seine Ruhe hat.“

So standen bei dem Flohmarkt die Tore der Teilnehmer jedem offen. Sie besuchten sich gegenseitig, kamen miteinander ins Gespräch und lernten sich näher kennen. Freilich wurde dabei zum Amüsement aller auch eingekauft. Dinge, die in einem Haushalt aussortiert worden waren, gingen plötzlich an die Nachbarn.

Besucher von außerhalb

Auch viele Interessierte von außerhalb waren gekommen. Das Angebot auch mit teuren und schweren Messingleuchtern, Puppen aus längst vergangenen Zeiten, alten Mopeds, Elektrogeräten und Musikinstrumenten schien sich auch über die Grenzen von Mörfelden hinaus herumgesprochen zu haben. Beim Flanieren und Einkaufen gab es allerlei Schnäppchen zu erstehen.

Was an den einzelnen Ständen abends nicht verkauft worden war, spenden viele Flohmarktteilnehmer nun caritativen Zwecken oder auch der Flüchtlingshilfe. Ob und wann es den nächsten Flohmarkt in der Richard-Wagner-Straße geben wird, ist nach Aussage von Bernd Schulz noch offen.

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